1 / 2006

Rundschreiben 1 / 2006

Inhalt:
Vorwort
Stadtjubiläum 2006
Bericht Jahreshauptversammlung 23.1.06 (Kurzfassung)
Zukunft der Philatelie
Moderne Rarität
Fälschung von Briefmarken
Deutsche Post
Brucker Sammlerglück
Bruck auf alter Ansichtskarte - schöner und moderner als es je war?
Umtausch DM-Marken
Jahr der Motivsammler
Behelfsausgabe aus Bruck
Bildung war Fortschritt
LV-aktuell
Briefmarkentausch
Unsere Damen ...
Aus meiner Kuriositätensammlung
Tuvalu
Berühmte Philatelisten
Vereinsjubiläum 2007
Privat-Post
Dreißig Jahre
Schrift
Briefmarkenbörse München 2006
Spendenaufruf
Hallo Sammlerfreund!
Ausgabeprogramm 2006
Ein Paket
Tierisch
Fundsachen / Schnipsel
Sammelgebiete
Winke für angehende Sammler
Nochmals: Bruck-Briefmarke
Persönliche Nachricht
Wir trauern um
Termine
 

700 Jahre Markt
Fürstenfeldbruck
 

 
Briefmarke, die zum Stadtjubiläum im Mai 2006 erscheinen wird.

 
VORWORT

Das Jahr 2006 hat begonnen. Was wird es aus Vereinssicht bringen? Wir werden unsere Ausstellung voranbringen müssen, wir werden uns am Stadtjubiläum beteiligen. Jahreshauptversammlung, rund 23 Tauschabende, einen Tauschtag, Sommerfest und Feier zum Jahresende. Wir werden vier Auktionen haben und es werden drei Rundschreiben erscheinen, das erste liegt vor Ihnen. Wir hoffen, dass wieder für jeden Leser etwas zu finden ist, dass Anregungen gegeben werden können, kurz, dass unsere Arbeit nicht ganz vergebens war.
 
Allen Mitgliedern, Freunden und Angehörigen wünschen wir Gesundheit und viel Freude mit dem gemeinsamen Hobby.

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Stadtjubiläum 2006

 
Die Stadt feiert etliche Jubiläen. 700 Jahre Markt Bruck ist wohl das wichtigste Ereignis. Es wird Anfang Mai eine Auftaktveranstaltung zum Festjahr geben. Wir werden uns beteiligen: Geplant sind eine personifizierte Briefmarke aus Österreich mit Brucker Motiv (siehe Titelseite), zusätzlich eventuell Umschläge und Reproduktionen alter Ansichtskarten. Die Stadt stellt uns bei den Veranstaltungen einen Verkaufs- und Werbestand vor der Sparkasse auf.
 
Nachtrag:
 
Obwohl wir mit den Vorarbeiten noch gar nicht fertig sind, geschweige denn Werbung gemacht haben, liegt bereits eine Bestellung über 1.000 Marken vor.

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Bericht Jahreshauptversammlung 23.1.06
(Kurzfassung)

Nach Begrüßung und Eröffnung wurde der verstorbenen Mitglieder Richard Ruffer, Gernot Schürmann, Josef Müller und Klaus Ederer gedacht.
 
Die Mitgliederentwicklung verlief sehr negativ, es stehen 6 Austritten (hierzu wurden einige Erläuterungen gegeben) nur drei Neueintritte gegenüber.
 
Inzwischen sind acht Damen Mitglied.
 
Die Aktivitäten wie Veranstaltungen, Beteiligung an Ausstellungen, Kontakte mit anderen Vereinen im letzten Jahr wurden angesprochen, ebenso die Aktivitäten des Herrn Schweitzer mit der Jugendgruppe.
 
Auf der Internetseite waren bisher über 12.000 Besucher, viele Tauschkontakte haben sich ergeben, sogar das bay. Landeskriminalamt war unter den Besuchern. Das Lob von Vereinen aus ganz Deutschland hat uns gefreut.
 
Der Besuch der Tauschabende ist leicht rückläufig, was daran liegt, dass mehrere der Aktivisten vorübergehend anderweitig engagiert sind.
 
Dank der Beschlüsse der letztjähringen Mitgliederversammlung hat sich die finanzielle Lage des Vereines ganz entscheidend gebessert, so konnten Ende letzten Jahres ca. 10 Kataloge beschafft werden und es besteht finanzieller Spielraum für weitere Aktivitäten. Zur Erinnerung: Beitrag 25 € für Mitglieder, welche die Leistungen des BdPh/LV in Anspruch nehmen, alle anderen 20 €. Für 2007 bleibt es bei diesen Beiträgen.
 
Die Kassenführung ergab keine Beanstandungen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
 
Ausführlich wurde auf die geplanten Aktivitäten 2006 und 2007 eingegangen, siehe gesonderte Beiträge in diesem Rundschreiben.
 
Etliche Vereinsmitglieder wurden für langjährige Treue ausgezeichnet, darunter drei Herren für 30 Jahre Mitgliedschaft.
 
Besonderer Dank galt allen, die durch persönliches und finanzielles Engagement den Verein unterstützt haben.

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Zukunft der Philatelie

Im Mitteilungsblatt des Landesverbandes Norddeutscher Philatelistenvereine findet sich im Dezember 2005 ein Artikel, den wir für sehr bemerkenswert halten. Wenngleich seit seiner Erstveröffentlichung rund 10 Jahre vergangen sind, zeigt er doch :

  • a) Überall scheint es Einzelkämpfer zu geben, die sich um die Zukunft unseres Hobbies Gedanken machen.
  • b) In den letzten Jahren hat sich nichts geändert.
  • c) Schon mal einen derartigen oder ähnlichen Artikel in der "LV-Aktuell" gelesen?
  • d) einige Passagen des Artikels decken sich mit unseren Überlegungen hinsichtlich Ausstellungen.

Norddeutsche Verbandsnachrichten 4/2005 - Philatelistenverband Norddeutschland e.V.

Vergebliche Liebesmüh'?
oder
Woran die organisierte Philatelie krankt

Bundesweit wird darüber geklagt, dass die Mitgliederzahlen trotz aller Anstrengungen nicht steigen. Hat man aber überhaupt einmal den Mut aufgebracht, genauere Untersuchungen darüber anzustellen, warum die Mitgliederzahlen stagnieren oder in den meisten Verbänden gar rückläufig sind? Man schreibt es einfach der Überalterung in den Vereinen zu und dem heutigen Trend der Jugend, sich in keiner Weise zu binden und schon gar nicht ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Eine solche Feststellung ist aber nur die halbe Wahrheit.
 
Große Briefmarken-Messen (Beispiel Sindelfingen), die Verkaufszahlen bundesdeutscher Briefmarken, Umsätze der Händler und Auktionatoren, Besucherzahlen bei den von Vereinen veranstalteten Großtauschtagen zeigen deutlich, dass das Sammeln von Briefmarken und postalischen Belegen nichts an Faszination verloren hat. Warum dann aber das Dahinwursteln des BDPh und der meisten seiner Vereine?
 
Klare Antwort: Die organisierte Philatelie verkauft sich schlecht!
 
Man wird heute einem Autofahrer keinen Vorkriegs-Mercedes verkaufen können, nur weil er neu lackiert wurde - es sei denn, der Interessent ist ein Oldie-Fan. Der normale Autofahrer kauft heute einen modernen Wagen! Um bei den Automobilen zu bleiben: Zu Oldie-Rallyes und in Automuseen kommen auch Besucher, aber der große Ansturm ist bei den Formel-l-Rennen und zu den modernen Automobilsalons zu verzeichnen.
 
Was hat dieses Beispiel nun mit der Philatelie zu tun? Im Grunde nichts, aber es lässt erkennen, dass sich viele der Verantwortlichen in der organisierten Philatelie verhalten wie Betreiber von Automuseen oder Veranstalter von Oldie-Rallyes. Historisches zu bewahren und damit die Entwicklung bis heute deutlich zu machen, ist ein verständliches Anliegen der Automobilindustrie wie auch der Philatelie. Aber die Automobilindustrie hat die besseren Karten, ihre Veranstaltungen schrecken potentielle Autokäufer nicht ab - oder zumindest nur die wenigsten von ihnen.
 
Der BDPh sucht auch potentielle Käufer, nicht für Briefmarken, wohl aber für die Idee des Sammelns, des Sichweiterbildens und damit der Philatelie überhaupt. Und was bietet er den bis jetzt nur spärlich auszumachenden Interessenten? Und wie und wo weckt er das Interesse überhaupt? Ich muss ehrlich gestehen, dass mir eine befriedigende Antwort auf diese Frage schwerfällt.
 
Bund, Landesverbände und Vereine tun viel für die Philatelie, aber was sie tun, tun sie für ihre Mitglieder, manchmal auch nur für einen exklusiven Kreis ihrer Mitglieder. Neue Interessenten werden aber kaum geworben.
 
Dieses hausgemachte Dilemma (sprich: Rang-Ausstellungen) habe ich schon einmal in den „VPS-Vereinsmitteilungen" vom März 1991 behandelt und mir damit Schelte und böse Worte von Seiten mehrerer "höherer Funktionäre" eingehandelt. Ich bleibe aber bei meiner Meinung: Es wird viel zu viel Aufwand für eine zweifelhafte, weil interne, Selbstdarstellung getrieben, und dies zu Lasten einer überzeugenden Werbung für eine Mitgliedschaft in einem BDPh-Verein.
 
Mir zutiefst aus der Seele gesprochen und mit anderen Worten dargestellt, was ich mit meiner Kritik meine, hat Prof. Richard Zimmerl, Chefredakteur der österreichischen Verbandszeitschrift "Die Briefmarke", Ausgabe Juli 1996, in seinem Leitartikel über die „ÖVEBRIA '96, die diesjährige Rang-l-Ausstellung in Graz:
 
"Das Herz klopfte höher beim Betrachten der philatelistischen Schätze. Sogar zwei „Rosa Merkur" waren ausgestellt. Zwei der seltensten Marken von Österreich. Die große Sensation nicht nur für Sammler, sondern auch für den „Normalbesucher*. Nur: Für den Normalbesucher waren diese kaum zu finden. Was erwartete einen Nichtphilatelisten, wenn er die Ausstellung besuchte? Endlose Reihen von Rahmen, alle gleich aussehend, alle gleichförmig beschriftet. Alles brav auf Blättern montiert, sehr sauber, sehr schön, sehr wertvoll. Alle Albumblätter hintereinandergelegt, wären fast fünf Kilometer lang gewesen.
 
War ja auch nicht anders zu erwarten: Die Ausstellung war eine hochrangige Wettbewerbsausstellung, beschickt von höchstqualifizierten Ausstellern, die sich höchste Qualifikationen erwarteten und die Objekte daher genau nach Reglement gestalteten. Mit Titelblatt und Sammlungsplan, mit Portostufen, Destinationen und allen Raritäten, die die Punkte bringen. Die Raritäten durften aber nicht als solche bezeichnet werden, denn das bringt wieder Abzugspunkte. Die Jury kennt sie ohnehin.

Hier liegt das Dilemma unserer Ausstellungen: Die Ausstellungsobjekte werden gar nicht für die Ausstellung gemacht, sondern für die Jury. Denn die hat die Objekte zu bewerten. Ob der Normalbesucher das Objekt versteht, interessiert den Aussteller nicht, er will nur die gute Bewertung von der Jury. Wenn drei Objekte dasselbe Thema behandeln, sehen alle drei Objekte gleich aus.
 
Nicht einmal einen Namen hat man für das, was man ausstellt. Sammlung ist es ja keine, es wird ja eigens zur Bewertung durch die Jury gemacht. Also behilft man sich mit dem nichtssagenden Wort „Objekt'.
 
Warum stellt man diese Objekte Überhaupt aus? Die Jury kann die Objekte auch im stillen Kämmerlein prüfen und bewerten.
 
Wäre sogar noch bequemer, und das Aufstellen der vielen Rahmen könnte man sich auch sparen. Und der Besucher müsste nicht so weit gehen.
 
Das oder die besten Objekte zeigt man dann als gute Beispiele.
 
Die eigentliche Ausstellung könnte dann eine wirkliche Briefmarkenausstellung sein, wo wirklich Briefmarken gezeigt werden. Aber solche, die die Besucher interessieren und die entsprechend beschrieben sind. Und nur eine von jeder Sorte, diese aber entsprechend hervorgehoben. Durch Licht, in einer eigenen Vitrine, durch besondere Aufstellung.
 
Sehen Sie sich an, wie die Landesausstellungen oder die modernen Museen heute gestaltet sind! Die Erkenntnisse der modernen Ausstellungsgestaltung sollten auch für Briefmarkenausstellungen angewendet worden. Dann werden wieder mehr Leute in Briefmarkenausstellungen gehen. Wer als Nichtsammler durch endlose Reihen von Rahmen mit gleichförmig aussehenden Ausstellungsobjekten gehen muss, kommt kein zweites Mal. Stellen wir in Briefmarkenausstellungen künftig wieder Briefmarken aus - und nicht "Objekte"! “
 

Ich muss für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland hinzufügen, dass wegen der verminderten Beitragseinnahmen des BDPh durch rückläufige Mitgliederzahlen einerseits und die unbeirrt steigenden Saalmieten andererseits die Kosten für Rang-Ausstellungen der bisherigen Form ohnehin bald nicht mehr zu finanzieren sein werden. Schon heute müssen Vereine mit traditionsreichen Rang-Ausstellungen auf diese Darstellung verzichten oder in bescheidenere Veranstaltungsräume ausweichen, was wiederum zu noch weniger Aufmerksamkeit bei dem doch notwendigerweise zu umwerbenden Publikum führt. Mit der bisherigen Strategie des BDPh ist genau das Gegenteil dessen erreicht worden, was man sich so sehnlich gewünscht hat.
 
Aktive Vereine zweifeln bisweilen an den Kompetenzen ihrer Dachverbände und spüren statt Unterstützung oft nur Sand im Getriebe. Unzulänglichkeiten dieser Art müssen mit modernem Management und professioneller PR-Arbeit zugunsten der Vereine ausgeräumt werden. „Der Verein ist stark durch seine Mitglieder - der BDPh ist stark durch seine Vereine!" — Dieser Slogan besagt ohne jede weitere Interpretation, worauf es ankommt. Um es ganz deutlich zu sagen: Ohne Vereine ist der BDPh ein Nichts! Besteht er vielleicht deshalb auf einer Direktmitgliedschaft von Sammlern in seiner Dachorganisation?
 
Verunsicherung macht sich breit. Vereinsvorsitzende resignieren ob der fehlenden Unterstützung. Ein denkbar schlechter Nährboden für ein propagiertes Wachstum der organisierten Philatelie. Wachstum, Erneuerung und Verjüngung sind aber Voraussetzung für ein Fortbestehen der organisierten Philatelie. In Ansätzen zeigt sich zwar ein Umdenken in Richtung auf ein modernes Erscheinungsbild der Philatelie, aber noch ist viel jahrzehntelanger Rost zu entsorgen, bevor Bund- und Landesverbände in neuem Licht erscheinen.
 
Das Argument des fehlenden Geldes, zum Beispiel für die Bezahlung einer profihaften PR-Arbeit, ist ein Scheinargument: Selbst der Stiftung für Philatelie und Postgeschichte, dem
 

Mitfinanzier der Briefmarkenaus- stellungen, wird es zu vermitteln sein, dass die bei solchen Veran-
staltungen intern und total werbe-
unwirksam verpuffenden Mittel besser in die Öffentlichkeitsarbeit mit wirklich gekonnter und zielgerichteter Werbung investiert werden sollten.
 
Als Philatelist wäre ich sehr glücklich, Mitstreiter für diesen Umbruch zu gewinnen, die auch auf dem Bundestag in Hannover ihre Meinung zu den fehlgelaufenen Aktionen nicht nur hinter vorgehaltener Hand zum Ausdruck brächten.
 
Wir dürfen nicht zulassen, dass es dem gutwilligen Sammler wie dem Hahn der Bremer Stadtmusikanten ergeht! Die nebenstehend abgebildete boshafte Anspielung habe ich übrigens dem Mitteilungsblatt eines anderen philatelistischen Vereins

entnommen. Sie sehen: auch andere Vereine machen sich so ihre Gedanken.

Gerhard Nastke

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Moderne Rarität (?)

Die Zeitungen haben ausführlich berichtet, im Teletext fand sich eine Nachricht, dem Fernsehen war die Sendezeit nicht zu schade. Das philatelistische Deutschland hat seine Sensation, bei der Firma Felzmann wurde eine Hepburn-Marke für 135.000 € (plus Aufgeld) zugeschlagen.
 
Ein wahrer Bärendienst für die Philatelie. Sicherlich, die Verkäufer von "undurchsuchter" Kiloware werden einen Boom erleben, tausende von Schnäppchenjägern werden nun alles aufkaufen, was der Markt liefern kann. Berufene Ober-Philatelisten werden sich darüber freuen, dass die Philatelie plötzlich in aller Munde ist. Das Sammeln von Briefmarken macht reich. Und Philatelisten sind reich, denn sie können mit Leichtigkeit rund 150.000 € für eine Briefmarke ausgeben. Die Katalog-Redaktion wird sich freuen, schließlich muss sie im nächsten Katalog den Wert der Marke kräftig anheben, das ist doch ein gutes Werbeargument, um den Sammlern den Kauf eines neuen Deutschland-Kataloges schmackhaft zu machen.
 
Was ist wirklich passiert? In der online-Ausgabe der Rheinischen Post (veröffentlicht: 07.10.05 - 15:35 ) findet sich ein Interview mit Herrn Dörrenbach, Geschäftsführer der Fa. Felzmann:
 
"So eine Auktion habe ich selbst noch nicht erlebt", erklärte Dörrenbach. Die siegreiche Bieterin habe danach erklärt, sie habe die Marke für ihren Mann, einen Finanzinvestor, ersteigert, der ein leidenschaftlicher Sammler sei.
 
Inzwischen hat der Gatte der Bieterin in einem seiner zahlreichen Interviews erklärt, dass er die Marke nicht als Privatmann ersteigert hat, sondern als wertbeständige Anlage eines von ihm verwalteten Kapitalanlage-Fonds.
 
Eine alte kaufmännische Weisheit besagt, dass der Gewinn im günstigen Einkauf liegt. Ob dieser Einkauf günstig war, mag jeder selbst beurteilen.
 
Es bleibt zu hoffen, dass nun alle Spitzenbeamten im Finanzministerium ihre Schreibtisch-Schubladen durchsuchen, da befinden sich bestimmt noch etliche Exemplare. Aber Vorsicht, nicht ungebraucht verhökern, da kann der Dienstherr eine Beschlagnahme der Marken vornehmen lassen. Nein, immer schön brav verkleben. Eine bringt 135.000 €, zehn Stück 1,35 Mio. Steuerfrei.
 
Übrigens: Mir ist eine Dame in München bekannt, die wohl ein weiteres Exemplar der Hepburn-Marke besitzt. Ein sammelnder "Freund" hat ihr 3.000 € geboten, der Schlawiner.

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Fälschung von Briefmarken

Rechtlich waren früher die Briefmarken Geldscheinen gleichgesetzt. Ihre Herausgabe war ein quasi hoheitlicher Akt, vorgenommen von einer Behörde, nämlich der staatlichen Deutschen Bundespost.
 
Es kann nicht Aufgabe der Redaktion unserer Vereinsnachrichten sein, Rechtsberatung durchzuführen, sie dürfte es gar nicht. Jedoch erscheint es sinnvoll, ein paar Aspekte aus unserem Bereich aufzuzeigen:
 
Jeder Philatelist hat in seiner Sammlung Fälschungen, zumindest läuft er ständig Gefahr, für gefälschtes Material Geld auszugeben. Die Vielzahl von Briefmarken-Prüfern lebt (gut) von dieser Gefahr. Gefälscht wird alles, egal ob komplette Ersttagsbriefe mit Europa-Marken von Spanisch Andorra, alte Belege, aktuelle Frankaturware, Aufdruckmarken. Nach Bedarf werden Stempel entfernt oder angebracht, ganz gefälscht oder mit echten Stempeln nachträglich angebracht. Massenweise werden Phantasie-Produkte auf den Markt gebracht oder schlichtweg neue Staaten erfunden, deren Briefmarken mit hohem Profit auf den Markt geworfen werden. Alles, was in irgend einer Weise Profit verspricht, wird manipuliert.
 
Einige Beispiele dazu aus dem Bestand eines einfachen Sammlers: Geschätzt 3/4 des Bestandes an Alt-Japan dürfte falsch sein, unter den vielen Marken von Alt-Italien dürfte sich eventuell eine echte befinden. Natürlich befindet sich im Bestand ein perfekter Sachsen-Dreier mit herrlichem Stempel, falscher geht es gar nicht. Im Album findet sich eine Europa-Marke von Bosnien, allerdings behauptet die dortige Postverwaltung, eine derartige Marke nie herausgegeben zu haben. In der Sammlung mit Kuriositäten befinden sich Briefe mit Briefmarken des Komikers Dirk Bach oder die Zuschlagsmarke "pro Viagra", beide ordnungsgemäß von der Post transportiert.
 
Darf man nach Belieben Briefmarken produzieren?
 
Darf man diese Produkte für den Postversand verwenden?
 
Darf man die Marken an Sammler verkaufen?
 
Im Strafgesetzbuch wird man fündig:

Besonderer Teil (§§ 80 - 358)
8. Abschnitt - Geld- und Wertzeichenfälschung (§§ 
146 - 152b)

§ 148
Wertzeichenfälschung

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. amtliche Wertzeichen in der Absicht nachmacht, dass sie als echt verwendet oder in Verkehr gebracht werden oder dass ein solches Verwenden oder Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder amtliche Wertzeichen in dieser Absicht so verfälscht, dass der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,
  2. falsche amtliche Wertzeichen in dieser Absicht sich verschafft oder
  3. falsche amtliche Wertzeichen als echt verwendet, feilhält oder in  Verkehr bringt.

(2) Wer bereits verwendete amtliche Wertzeichen, an denen das Entwertungszeichen beseitigt worden ist, als gültig verwendet oder in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
 
3) Der Versuch ist strafbar.
 
Dieser § 148 StGB bezieht sich eindeutig auf amtliche Wertzeichen, somit können nur postgültige Marken gemeint sein. Nach der Rechtssprechung sind die DM-Ausgaben der Post keine amtlichen Wertzeichen, sondern "Wertmarken", damit sind sie Biermarken, Rabattmarken oder Gutscheinen gleichgestellt. Der Bezug auf amtliche Wertzeichen ist ohnehin problematisch, da im Ernstfall bei Briefmarken der Status der "amtlichen" Herausgabe stark bezweifelt werden muss, denn die Briefmarken von anderen Anbietern gelten als reine private Ausgaben, obwohl die Rechtsform (=AG) identisch ist. Des weiteren ist die Abgrenzung des Begriffes "Wertzeichen" nicht mehr möglich, Briefmarken könnten eventuell als Wertzeichen betrachtet werden, doch dürften unter diesen Begriff kaum stamp-it, Label, Freistempler, Barfreimachungsvermerke und ähnliches fallen.
 
Man kann also davon ausgehen, dass obiger § 148 StGB von der Realität überholt wurde und ersatzlos gestrichen werden könnte.
 
Also rechtsfreier Raum, jeder kann Briefmarken und ähnliches nach Belieben herstellen und vertreiben? Nein, denn im Strafgesetzbuch findet sich ein weiterer relevanter Paragraph, der, nicht nur für Philatelisten, sehr enge und klare Aussagen trifft:

§ 263
Betrug

 (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
 
(2) Der Versuch ist strafbar.
 
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
  2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen.

Nach dieser Rechtslage befindet sich der Philatelist ständig mit einem Fuß vor dem Richter: Die Briefmarken-ähnlichen Gebilde wie "pro Viagra" oder "Dirk Bach" auf einen Brief geklebt und in den Postverkehr gegeben bedeutet die Schädigung der Post, denn sie erbringt Beförderungsleistungen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, nämlich dem Vorhandensein einer gültigen Briefmarke.
 
Man sieht bei einem Vereinsmitglied einen Beleg, man erkennt, dass es sich um einen besonders seltenen und wertvollen Beleg handelt. Man sagt dem anderen nichts davon und versucht, den Preis zu drücken. Das ist eindeutig Betrug im Wortlaut des Gesetzes, denn man versucht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, indem man wahre Tatsachen (= Seltenheit) unterdrückt. Der Verkäufer befindet sich im Irrtum, wenn er glaubt, es sei ein billiger Beleg. Sinngemäß gilt dieses Beispiel ebenso für Briefmarken (teure / billige Farbe, Plattenfehler etc.) Retten kann sich der Schädiger nur, wenn er ohne Absicht gehandelt hat.
 
Der Nachweis der "Absichtslosigkeit" ist jedoch im Einzelfall schwierig zu führen. Verkauft jemand eine gefälschte Marke als echt, dann kann dies ohne Absicht geschehen sein. Sammelt er jedoch seit langer Zeit, dann kann man unterstellen, dass er bei notwendiger Sorgfaltspflicht im Geschäftsverkehr berechtigte Zweifel an der Echtheit der Marke hätte haben müssen, also doch Absicht.
 
Fazit
 
Darf man also Fälschungen verkaufen? Ja, man darf, wenn man den Käufer darauf hinweist, dass es sich um Fälschungen handelt.
 
Darf man Fälschungen herstellen? Ja, theoretisch schon. Man darf sie jedoch nicht ungekennzeichnet in den Verkehr bringen.
 
Darf man produzieren, was man will? Im Prinzip ja, solange das Vermögen anderer nicht geschädigt wird. Zum Vermögen anderer gehören jedoch auch deren Persönlichkeits- und Urheberrechte, ebenso Namens- und Markenrechte. Wie viel die wert sind, lässt sich ganz einfach feststellen: Briefmarken mit Michael Schumacher drucken, Coca-Cola-Flasche in der Hand, Randinschrift: "Deutschland least Porsche bei der Deutschen Bank". Diese "Briefmarken" in Fachpresse und im Internet anbieten, möglichst auch in den USA. Man wird sehr schnell feststellen können, wie hoch die Werte von Rechten sein können.
 
Nachtrag zu obigem Beitrag:
 
Wie die "philatelie" Nr. 344 vom Februar 2006 auf Seite 10 berichtet hat die Firma HaPo GmbH 225.000 Briefe mit gefälschten Freistemplern versehen und verschickt. Schaden für die Post: 123.750 €

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Deutsche Post

Der Wettbewerb für den ehemaligen Monopolisten ist hart geworden. Immer mehr Anbieter von Transportleistungen drängen auf den Markt. In einigen Gegenden werden schon mehr als 60% des Postaufkommens von "Privaten" abgewickelt. Der Versand von Paketen und Päckchen kostet bei Wettbewerbern wie Hermes weit weniger als bei der Gelben Post, und der Service ist besser.
 
Ursprünglich für die Belieferung von Zeitungs-Abonnenten haben die Verlage ihr eigenes Verteilsystem gegründet. Natürlich sind die besser ausgelastet, wenn gewöhnliche Postsendungen gleich mit ausgeliefert werden. Spötter behaupten, dass Briefe ohnehin nur noch von gebildeten älteren Damen geschrieben werden.
 
Anstatt sich jedoch dem Wettbewerb zu stellen, die Preise erheblich zu senken und den Service empfindlich zu verbessern (die tägliche Schlange im Brucker Postamt!) senkt die Post ihre Preise mit viel Trara in Randbereichen minimal und erhöht sie deutlich dort, wo sie (noch) wenig Konkurrenz hat. So sind Sendungen in das Ausland erheblich teurer geworden.
 
Schnell hat der Markt reagiert: UPS hat angekündigt, umgehend Auslandspost zu befördern.
 
Nachtrag:
 
Unsere beabsichtigte Besichtigung eines Postverteilzentrums ist nicht möglich. Begründung: "Die Post steht im harten Wettbewerb mit privaten Anbietern und will Außenstehenden keinen Einblick in betriebsinterne Abläufe gewähren".

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Brucker Sammlerglück

 

Die 42 Pf-Marke der Ziffernserie ist (echt)gestempelt nicht gerade häufig zu finden. Der Sammler freut sich, wenn er sogar ein Exemplar auf einem portogerechten Beleg findet. Wenn sich die Marke auch noch auf einem schönen Brief seiner Heimatstadt findet, dann ist das Glück des Sammlers vollkommen....
 
Nun, es gibt noch eine Steigerung: Dieser Brief zeigt klar das Stempel-Datum 15.2.1946
 
Damit ist es die früheste bekannte Verwendung dieser Marke in Bayern.

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Bruck auf alter Ansichtskarte,
schöner und moderner als es je war?
 

Kloster Fürstenfeld mit Blick auf Bruck bei München,
Verlag Ottmar Zieher, München,
verwendet 10.09.1913 von Grunertshofen
 

Denn weder dürfte es oberhalb des Klosters einen derart gepflegten Park gegeben haben, noch scheint der Zug in der linken unteren Ecke der Realität entsprochen haben:
 

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Umtausch DM-Marken

Nun ist es endgültig: Der Umtausch alter DM-Briefmarken ist vorbei, eine Verlängerung wird es nicht geben. Wie Spiegel-Online (SPIEGEL ONLINE - 12. Oktober 2005, 12:57) meldet, hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Deutsche Post AG ein berechtigtes Interesse daran hat, "den Aufwand für den Umtausch zeitlich zu begrenzen und dadurch die Gefahr von Fälschungen zu verringern" (Az: XI ZR 395/04 vom 11. Oktober 2005)
 
Ein Händler hatte bereits für 300.000 DM Frankaturware umgetauscht und wollte nach Ablauf der Umtauschfrist für weitere 95.000 DM Marken umtauschen, die Post hatte ihm das verwehrt, dagegen hatte der Händler durch alle Instanzen geklagt.
 
Mit dieser Entscheidung werden wir in den Vereinen noch lange beschäftigt sein. In Nachlässen findet man enorme Bestände an Abo-Ware der DM-Zeit, arme Erben. Postfrische Sammlungen überschwemmen den Markt, sie sind unverkäuflich, nicht einmal 10% der damaligen Postpreises sind zu erzielen. Es war viel Geld, das die "Sammler" an die Post gezahlt haben. Statt auf den Ratschlag vernünftiger Sammler zu hören, wurde lieber den obskuren Gewinn-Chancen in den Prospekten der Versandstelle geglaubt, moderne Marken-Neuausgaben wurden neben alte Werte gestellt, die seit ihrer Ausgabe um etliche 1000% im Wert gestiegen seien. Abgesehen davon, dass seit der Ausgabe fast 50 Jahre vergangen waren, also ebenso ein Sparbuch erhebliche Zinsen gebracht hätte, wurde der Katalogwert mit dem Handelswert gleichgesetzt. Es war durchaus kein einfältiger Mensch, der in Emmering in den letzten 10 Jahren der DM-Zeit für rund 70.000 DM Neuheiten zur Kapitalanlage gekauft hat. Er hatte den Prospekten der staatlichen Behörde Bundespost geglaubt.
 
Statt der erhofften Wertsteigerung blieb eine Ansammlung bunt bedruckter wertloser Bildchen. Nicht einmal die Chance für einen Werterhalt ist gegeben, konnte man doch früher notfalls die Überbestände verkleben.
 
Und die offizielle Philatelie schwieg, man wollte sich die ach so guten Kontakte zu Finanzministerium, Post und Handel nicht verderben. Das war nicht gerade weitsichtig gedacht. Die meisten "Sammler", die nun endlich begreifen, dass sie eine Menge Geld verloren haben, werden nicht nur ihr Abo kündigen, sondern das Hobby ganz aufgeben.

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Jahr der Motivsammler

Das Jahr 2006 verspricht, ein Jahr der Motivsammler zu werden: Fußballweltmeisterschaften, Winter-Olympiade, Papst-Besuch in Deutschland, Mozart-Jahr... Das beschert uns eine prächtige Ausbeute an Münzen, Medaillen, Ganzsachen, Briefmarken und Sonderstempeln. Alles natürlich mit "riesiger Wertsteigerungs-Chance". Kauft, Leute, kauft! Kurbelt die Wirtschaft an, macht die Produzenten reich!

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Behelfsausgabe aus Bruck:

 

30.3.1947 Postkarte, Behelfsausgabe der PD München
mit 1 Pf überfrankiert. Gestempelt Fürstenfeldbruck 1
Unterscheidungsbuchstabe "b"
 

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Bildung war Fortschritt

""Wussten Sie das ... ... ...
 
In Südamerika ein anderes Schulwesen als bei uns besteht wird. Dort haben Jugendliche nicht die Möglichkeit, weiterführenden Schulen nach Ihrer Begabung zu Besuchen, sondern nach dem Einkommen der Eltern.
 
Um einen Schulbesuch bezahlen zu können, müssen sich die Eltern auf Jahr verschulden. Somit hat eine große Anzahl von Schülern nicht die Möglichkeiten wie bei uns im Land besuchen oder eine Ausbildung anzufangen. So haben diese Schüler nach Beendigung der Schulzeit nur noch die Möglichkeit eine Hilfstätigkeit durchzuführen.
 
Für unsere Verhältnisse sind diese Gebühren gering, aber bei einem Monatseinkommen von 80 bis 150,- €, sind die Schulgebühren von 200 bis 250 € eine Summe die nicht aufzubringen ist. Dadurch können sich 80% der Schüler Ihren Traum nicht erfüllen, eine Universität zu besuchen.
 
„Bildung ist Fortschritt“ – was können wir machen um diese Situation zu Ändern?
Vieles, wenn man nur will. Weiter Informationen erhalten Sie bei der Iglesia Latina, Holzstr.9, 80469 München""
 
Obiger Artikel erschien in der LV-Aktuell Nr. 4/294 vom Dezember 2005 auf Seite 10 und war nicht als Anzeige oder ähnliches gekennzeichnet, demnach ist es also ein Beitrag der Redaktion des Landesverbandes Bayrischer Philatelistenvereine.
 
Otto Gleixner hat uns, als er damals Vorsitzender unseres Vereines war, immer gepredigt, dass wir uns Literatur beschaffen sollen, wir Philatelisten könnten unser Hobby nur ernsthaft betreiben, wenn wir Wissen hätten. Nun, wir haben seine Lehre beherzigt, inzwischen haben wir eine recht umfangreiche Bibliothek aufgebaut, die mehr oder weniger genutzt wird. Immer wieder wurde bei allen möglichen Gelegenheiten darauf hingewiesen, dass der Sammler sich Wissen aneignen muss, wenn er mit seinem Sammelgebiet Fortschritte machen will. Und nicht zuletzt senkt das Wissen die Gefahr von Fehlkäufen erheblich.
 
Nun scheint sich die Bemühung von Otto Gleixner und seinen Nachfolgern als überholt herauszustellen, findet sich doch in unserem offiziellen Verbandsorgan der Satz „Bildung ist Fortschritt“ – was können wir machen um diese Situation zu Ändern?“
 
Ist dieses der Leitsatz für die Verbandsarbeit im Jahr 2006?
 
Darüber sollte man nachdenken! Wollen uns die Verbandsphilatelisten vor der Überflutung mit Wissen bewahren? LV-Beitrag statt Bücher? Sollen etwa wir unsere Bibliothek verbrennen? Nieder mit der Literaturklasse auf Ausstellungen!!!! Hinfort mit den gebildeten Philatelisten, die Zukunft gehört den Kilowarenablösern und Bildchensammlern. Philatelistische Forschung? Wozu?
 
Bisher schien das Verhältnis der Obrigkeit zum gemeinen (Zahl-) Volk von einer anderen Haltung geprägt zu sein:

"Mag da drunten jedermann
seine Grillen haben:
Wer sich hier nicht freuen kann,
lasse sich begraben"

 (Eduard Mörike, Auf der Teck, Vers 3)

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LV-Aktuell

Alles ändert sich, und der Wandel wird immer rasanter. So findet sich im "Geschäftsverteilungsplan" des Landesverbandes (LV-Aktuell 4/294 Seite 5) Herr Jörg Maier als Leiter der LV-Stelle Ausstellungswesen. Im gleichen Heft, zwei Seiten später, wird mitgeteilt, dass Jörg Maier seine Tätigkeit beendet.

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Briefmarkentausch

In den USA hat ein Sammler einen 4er-Block im Handelswert von rund drei Mio. $ (etwa 2,5 Mio. €) gegen eine Einzelmarke getauscht. Damit dürfte er der einzige Sammler sein, der alle Briefmarken der USA bis 1900 besitzt.

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Unsere Damen....

Im Rundschreiben 3/2005 hatten wir einen Beitrag "Sie besitzen zwei wertvolle Briefmarken...". In diesem Beitrag waren Beispiele aufgeführt, was der Sammler mit seinen Briefmarken macht.
 
Eine Leserin hat uns, mit vollem Recht, darauf hingewiesen, dass das weibliche Element in dem Artikel nicht ausreichend gewürdigt wurde. Sie hat uns folgende Ergänzung zugesandt:
 
Es gibt auch Sammlerinnen!
 
Die musische Sammlerin:
Die besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Eine gefällt ihr so gut, dass sie Gedichte über sie schreibt. Als sie 50 Gedichte beisammen hat, verkauft sie eine Briefmarke, um die Gedichte herausgeben zu können. In den nächsten 50 Gedichten beschreibt sie die Trauer über diesen Verlust.
 
Die künstlerische Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Eine gefällt ihr so gut, dass sie ein großes Ölgemälde von ihr anfertigt. Dann verkauft sie beide, damit sie sich einen passenden Goldrahmen für das Gemälde kaufen kann.
 
Die gesellige Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Jeden 2. Dienstag trifft sie sich mit ihren Sammlerfreundinnen zu Kaffee und Kuchen und plauschen und plauschen. Daraus wird dann ein geselliger „Weiberabend“. Die Briefmarken sind vergessen. Das Leben ist doch schön.
 
Die Handarbeiten liebende Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Eine gefällt ihr so gut, dass sie das Motiv der Marke auf Kissen, Decken, Taschen, Gardinen, Teppichen und Topflappen häkelt und stickt, bis ihre ganze Wohnung überquillt und ihr Mann das Weite sucht. Dann lebte sie glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben ist, dann häkelt sie noch heute.
 
Die feministische Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Die eine mit einem Bild der nackten Maja will sie eigentlich wütend zerreißen. Die andere mit einem nackten David steckt in einem kleinen Album hinter den Büchern von Anäis Nin. Als die Dream-Boys in der Stadt auftreten, verkauft sie beide Marken. Was sind schon Briefmarken.
 
Die musikalische Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken, auf der einen das Bildnis Beethovens, auf der anderen das von Mozart. Beide hängen schön eingerahmt über ihrem Klavier. Als die drei Tenöre ein Konzert geben, pfeift sie auf die Briefmarken, verkauft sie und geht freudig ins Konzert. Live is live.
 
Die belesene Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken, auf der einen das Bildnis Goethes, auf der anderen das von Schiller. Gerne geht sie zu den Dichterlesungen ins Nachtcafé. Der junge Mann, der mit sanfter Stimme Gedichte vorträgt, schlank, schwarze Haare, strahlend blaue Augen, fasziniert sie. Nach der Lesung sprechen sie über Goethe, dann über Schiller, dann zeigt sie ihm ihre Briefmarkensammlung. Einen Monat später verkauft sie die beiden Marken, weil sie so süße Babykleidung gesehen hat.
 
Die singende Sammlerin:
Sie besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Die Motive inspirieren sie zu Songs. Sie verkauft die Briefmarken, um für die Aufnahme das Studio bezahlen zu können. Die CD wird ein voller Erfolg; sie wird berühmt und reich. Leute, sammelt Briefmarken!

Gabriele Fleischhacker

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Aus meiner Kuriositäten-Sammlung

 

Ostern im Dezember?
 
Unklar ist, ob das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am 14.12. 2005 mit den Ostergrüßen das letzte Osterfest oder das kommende meinte. Zur Klärung dieser Frage gibt es schließlich die philatelistische Forschung. Oder man fragt die Prüfer.

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TUVALU

Man findet in Motivsammlungen häufig Briefmarken aus exotischen Gegenden, herrliche Marken, schön bunt. Wo kommen die her? Beispielhaft das Markenland TUVALU mit 1185 (Stand: 29.11.2004) ausgegebenen Marken, nebst diversen Regionalausgaben:
 
Tuvalu - Ozeanien
Fläche 26 qkm, 9 Atolle, das 190-größte Land der Welt,
bestehend aus folgenden Inseln:
Funafuti, 4492 Einwohner,
Vaitupu, 1591 E.,
Nanumea, 664 E.,
Niutao, 663 E.,
Nanumanga, 589 E.,
Nukufetau, 586 E.,
Nui, 548 E.,
Nukulaelae, 393 E. und
Niulakita, 35 E.
 
ges. Einwohner: 11500,
damit das 192-bevölkerungsreichste Land der Welt,
 
Hauptstadt: Funafuti
Amtssprachen: Tuvaluisch, Englisch
Währung: Australischer Dollar, $A
 
unabhängig seit 1.10.1978, zuvor britisches Protektorat, gem. Verfassung von 1978 parlamentarische Monarchie (im Commonwealth), Parlament (House of Assembly) mit 15. Mitgliedern, Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II., vertreten durch Generalgouverneur Filoimea Telito, Regierungschef und Äußeres: Maatia Toafa seit 27.8.2004, letzte Wahlen am 25.7.2002, keine Parteien
 
Export: 1,0 Mio. $, v.a. Kopra und Fisch (und Briefmarken!?)

 (Quelle Fischer Weltalmanach 2006):
 

1 Briefmarkenausgabe pro 10 Einwohner! Und wir? 0,0003 BRD-Ausgaben pro 10 Einwohner!? Und das bei mehr Postämtern als Tuvalu überhaupt Einwohner hat! Haben die überhaupt ein Postamt!?

Samuel Fleischhacker

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Berühmte Philatelisten

Beim Recherchieren im Internet zu den Themen Fälschungen sowie Herkunft von Phantasie-Ausgaben fand ich nachfolgenden Eintrag über Henry Stolow in einem Lexikon. Die meisten kennen den Briefmarkenladen hinter dem Rathaus in München, der noch heute seinen Namen trägt. So ganz blütenweiß scheint die Weste des Herrn Stolow nicht gewesen zu sein:
 
Henry Stolow
 
Henry Stolow (* 1901 in Riga, Lettland; † 1971) war ein Briefmarkenhändler in Berlin, New York und München.
 
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war Henry Stolow zusammen mit seinem Bruder Julius Stolow 1920 bis 1933 in Berlin als Briefmarkenhändler tätig. Beide emigrierten 1936 nach Brüssel und später nach New York. Dort gründeten sie die Großhandelsfirma J. and H. Stolow, Wholesale Stamp Dealers, 475 Fifth Ave, New York 17, N. Y., die von den 40er bis zu den 70er Jahren bestand. Mit dieser Firma stiegen sie zu einem der größten Briefmarkengroßhandel der Welt auf.
 
Henry Stolow kaufte bedeutende Briefmarkensammlungen auf und versteigerte sie im Auftrag der Kunden (beispielsweise die Sammlungen von Präsident Franklin D. Roosevelt, König Carol II. von Rumänien, König Faruk von Ägypten, Kardinal Francis Spellmann und Millionär Arthur Hind). Er arbeitete auch weltweit als Briefmarkenprüfer.
 
Henry Stolow bereitete für Postverwaltungen (vor allem in Afrika) Neuausgaben von Briefmarken vor. Von diesen Neuausgaben kaufte er den größten Teil der Auflage auf, um sie dann als Monopolist an andere Großhändler weiterzuverkaufen. Es wird vermutet, dass er auch Fehldrucke in Auftrag gab (Beispiel: Überdrucksmarken in Grönland).
 
Er scheute sich auch nicht davor, 150 Markenausgaben des nicht existierenden Landes Republik Maluku Selatan bei der Österreichischen Staatsdruckerei Wien in Auftrag zu geben und diese Schwindelausgaben, die von keiner Postverwaltung in den Molukken in Indonesien ausgegeben und verkauft wurden, zum Schaden der Briefmarkensammler weltweit zu vermarkten.
 
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Deutschland zurück und war auch in Berlin und später in München als Briefmarkenhändler tätig.
 
Nach seinem Tod wurde sein Briefmarkenimperium in München unter dem Namen Firma Henry Stolow von dem Inhaber Rolf Müller unter der Adresse Schrammerstr. 3, 80333 München weitergeführt.
 
Gregory Stolow, Sohn von Julius Stolow und Neffe von Henry Stolow, ist ein Briefmarkenhändler in den USA.

(aus Wikipedia, der freien Internet-Enzyklopädie)

Literatur

  • Briefmarken-Mauritius, Nr. 38/1971
  • Ulrich Häger: Großes Lexikon der Philatelie, Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh-Berlin-München-Wien 1973 (p.275 Maluku Selatan, p.449 Henry Stolow).
  • FFE 7 p. 58

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Vereinsjubiläum 2007

Mit unserer Ausstellung kommen wir weiter, nun bleibt abzuwarten, ob der Herr Oberbürgermeister mit seinem Machtwort beim Stadtmuseum Erfolg haben wird.
 
Es ist schwierig, das Bild zu beschreiben, das uns vorschwebt, versuchen wir es an einigen Beispielen:

  1. Einer der ersten Geschäfts-Briefe, die Herr Hirt nach dem Krieg versandt hat, dazu ein Photo seines heutigen Ladens. Das sind 60 Jahre Brucker Stadtgeschichte
  2. Ein von Bruck abgesandter Bahnpostbrief, dazu passen entsprechende Fahrkarten, Bilder von zeitgemäßen Zügen
  3. Photos / Ansichtskarten von Brucker Postämtern, kombiniert mit Belegen aus gleicher Zeit, vielleicht mit Abbildung von Briefkästen und Postfahrzeugen
  4. Dienstbriefe / Absenderfreistempel von Behörden (Landratsamt, Stadtverwaltung, Armenrat, Bundeswehr, Amtsgericht, Polizeischule......) als Belege ihrer Zeit und des Wandels
  5. Notmassnahmen nach dem Krieg, auch hier mit Bildern, Essens
    marken
  6. Brucker Postämter mit Lage, existent von bis, dazu Exponate wie Bestellungsurkunden von Postbediensteten, Jubiläumskrüge....

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Sicherlich hat jeder in seiner Sammlung oder sonst wo irgendwelche Dinge, die sich in die Ausstellung einbauen lassen.
 
Nicht zielführend ist ein Aufbau, wie man ihn von typischen philatelistischen Ausstellungen kennt: Dutzende Rahmen, in denen die Sammler ihre Stücke zeigen, jeweils aufgeteilt auf z.B. vier Rahmen zu je 12 Blättern.
 
Es geht um eine philatelistische Ausstellung, aber jede (Ansichts-) Karte, jede Marke, jeder Brief sagt etwas über seine Zeit aus und sollte nicht allein für sich selbst betrachtet werden, sondern als Zeugnis seiner Zeit.

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Privat-Post

Die PIN AG beabsichtigt, ihre Stellung im Markt kräftig auszubauen und den Umsatz (2005: 80 Mio.) im Jahr 2006 zu verdoppeln. In eigenen Läden und mit Briefkästen in der Nähe von Einkaufszentren soll dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden, man will nicht warten, bis 2008 das Postmonopol fällt. Hinter der PIN AG stecken als Eigentümer u.a. der Holzbrinck-Verlag.
 
Die Briefmarken der PIN AG sind nicht schöner, aber auch nicht hässlicher als die Marken der Post AG:

 

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Dreißig Jahre

Nun bin ich 30 Jahre Mitglied im "Philatelistenverein Fürstenfeldbruck". Was hat mir diese Zeit gebracht? Beim Briefmarkensortieren bin ich viel schneller geworden. Ich löse keine Riesenmengen Kiloware mehr ab. Nebenbei hat sich ein Bestand an Treue- und Verdienstnadeln mit passenden Urkunden angesammelt. Etliche Zentner an Belegen habe ich im Laufe der Jahre zu den Tauschabenden geschleppt. Viele Marken und Belege für meine Sammlungen habe ich bekommen.
 
Viel wichtiger waren jedoch die vielen netten Menschen, die ich in den 30 Jahren kennen lernte. An Freud und Leid der anderen Vereinsmitglieder hat man Anteil genommen, auf dem Wege von stolzen Papa zum stolzen Opa wurde ich von Freunden begleitet. Viele, sehr viele schöne Stunden und Erlebnisse hat es in diesen 30 Jahren Vereinsleben gegeben. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben.
 
Einige Dinge muss jedoch die Zukunft richten: Ich kann mir noch immer die Witze nicht merken, und dann ist da noch dieses merkwürdige (bayrische?) Kartenspiel, das einige zu vorgerückter Stunde spielen. Ich habe es bis heute nicht begriffen. Manchmal spielt einer mit der Alten oder mit der Pumpe, wenn nicht gerade das Gras sticht ...
 
Es gibt also noch viele Gründe, weiterhin zu den Tauschabenden zu gehen, und ich bin mir absolut sicher, dass ganz nebenbei meine Sammlung kompletter wird.

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Schrift

Schon öfter haben wir beklagt, dass Adressen von Briefen lieblos aussehen, und das praktisch niemand mehr einen Füller benutzt. Es muss ja nicht gleich wie im folgenden Beispiel sein:
 

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Briefmarkenbörse München 2006

Vom 2. - 4. März (Donnerstag-Samstag) ist das M.O.C., jeweils 10:00 –18:00 Uhr, am 4. bis 16:00 Uhr, der Treffpunkt der Philatelisten, so hofft es jedenfalls der Veranstalter. Geboten wird ein umfangreiches Programm, Ausstellung, Belege. ARGEn und Verbände werden vertreten sein.
 
Nach den Misserfolgen der philatelistischen Veranstaltungen der letzten Zeit dürften die Erwartungen der Organisatoren und Händler an die "Internationale Briefmarkenbörse" sehr bescheiden ausfallen:
 
Philatelistentag Bruchsal: Ausstellung, Chorgesang und Leierkasten. Erwartet wurden 2.000 - 3.000 Besucher. Gezählt wurden 200 bis 300, Standpersonal war in der Überzahl. Eine Familienfeier des BDPh.
 
Philatelia Köln: Deutlich weniger Besucher, ein Drittel des Umsatzes verglichen mit Sindelfingen, bisher schlechtestes Ergebnis.
 
IBM 2006 Hannover: abgesagt.
 
IBRA 2009: Erste Überlegungen zur Absage.
 
Nachdem die Messe in München in den letzten Jahren einen steilen Abwärtstrend hinsichtlich Angebot und Besucherzahlen hatte, ist fraglich, ob sie in dieser Form noch lange existieren wird.
 
Gehen wir also nochmals hin: Die Rang 3-Ausstellung mit Halbkreis- und Aushilfsstempeln von Oberfranken ist bestimmt (für Juroren) ebenso interessant wie eine philatelistische Dokumentation zum Postscheckamt München. Nachdem unser Landesverband durch jahrzehntelange Schlafmützigkeit den Wandel zu elektronischen Medien verpennt hat, hat er sich mit den Angeboten im Internet vertraut gemacht. Wie entsteht eine eigene (Vereins-)Seite? Wer sind die Ansprechpartner für Netzaktivitäten? Welchen Anbietern kann man vertrauen? Die Fachleute des Landesverbandes informieren Sie neutral und sachverständig. (Das ist kein Witz, sondern aus der offiziellen Ankündigung!!). Sicherlich sehr Informativ für Otto Normalsammler.
 
Freuen wir uns, weil es wieder Schnäppchen für nur 80% vom Katalogpreis gibt und die alten 20 Pf-Belege für 2 € angeboten werden. Vielleicht trifft man den einen oder anderen Bekannten, allein das ist doch schon ein Grund hinzufahren, oder?

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Spendenaufruf

Ganz schön pfiffig, was sich da ein Junge aus der (philatelistischen) Jugendgruppe des Herrn Schweitzer ausgedacht hat:
 

Diesen Zettel hat er gedruckt und an seine Verwandtschaft und Bekanntschaft verteilt. Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser ein kleines Honorar für den kleinen Knaben.

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Hallo Sammlerfreund!

Ein extrem ausschweifendes Leben, Sex, Rock´n Roll, Alkoholiker. Herr Ron Wood, Gitarrist der Rolling Stones, hat ein sehr bewegtes Leben geführt. Nun ist er auch noch Briefmarkensammler geworden, es soll eine regelrechte Sucht geworden sein. Immerhin soll er sogar Assistenten eingestellt haben, die Fachgeschäfte abklappern, das berichtet zumindest die "Welt-Kompakt" Anfang Januar.
 
Schade, dass Ron Wood Brite ist, Tauschtag mit der Queen ist bestimmt nicht so nett wie im Philatelistenverein Fürstenfeldbruck
 
Na, das wäre doch etwas: Ein Rockstar als Vorsitzender des Landesverbandes oder als Mitglied im Consilium Philatelicum ...

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Ausgabeprogramm 2006

Das diesjährige Ausgabeprogramm des Bundesfinanzministerium gibt wieder mal reichlich Anlass zum Nachdenken und Nachrechnen. Mit den Januarausgaben sind es insgesamt fünfundfünfzig Sondermarken sowie. diverse Markenheftchen und selbstklebende Marken, sechs Dauerserienergänzungsmarken. Diese addieren sich zu stattlichen 79,-€ (einfach!!!). Hinzu kommen noch Sonderganzsachen und allerlei Schnickschnack. Motivsammler werden allerdings ihre Freude an diesem Ausgabeprogramm haben. Daher zur Information:
 

1. Tag

Motiv / Anlass

Marken

Nominale

Zuschlag

Gesamt

09. 02.

Für den Sport

1

45

20

65

 

 

3

55

25

240

 

 

1

145

55

200

 

850 Jahre Michaelskirche in Schwäbisch Hall

1

55

 

55

 

50. Jahrestag zur Gründung des  Friesenrates

1

90

 

90

02. 03.

Dienst am Nächsten

1

55

 

55

 

1200 Jahre Ingolstadt

1

55

 

55

 

225 Jahre Geb. K. Friedrich Schinkel

1

55

 

55

 

DS Sonnenhut

1

65

 

65

13. 04.

Deutsche Malerei

1

145

 

145

 

Serie Post: Frühling

1

55

 

55

 

500 Jahre Universität Viadrina
    (Frankfurt / Oder)

1

55

 

55

 

DS Edelweiß

1

220

 

220

04. 05.

Europamarken

1

55

 

55

 

Weltkulturerbe UNESCO

1

55

 

55

 

dazu Set (Heftchen)

10

55

 

550

 

100. Geb. Gerd Bucerius

1

85

 

 

 

Fußball-WM 2006
    (Blockausgabe)

1
2

45
55

20
25

65
160

 

 

1

145

55

200

08. 06.

Für die Jugend

1

45

20

65

 

 

3

55

25

240

 

 

1

145

55

200

 

200. Geb. Joh. Aug. Röbling

1

145

 

145

 

     dazu selbstklebende Marke

1

145

 

145

 

100. Geb. Stefan Andres

1

55

 

55

13. 07.

Bilder aus dtsch. Städten

1

55

 

55

 

Serie Post: Sommer

1

55

 

55

 

400. Geb. Rembrandt
    (Gemeinschaftsausgabe mit NL)

1

70

 

70

 

100 Jahr einheitl. Deutsche Kfz-Kennzeichen

1

45

 

45

10. 08.

Archäologie in Deutschland

1

220

 

220

 

Bilder aus Deutschland (Blockausg.)

1

55

 

55

 

Leuchttürme: Neuland; Hohe Weg

1

45

 

45

 

 

1

55

 

55

07. 09.

Für uns Kinder

1

55

 

55

 

650 Jahre Städtehanse
    (Gemeinschaftsausgabe mit S)

1

70

 

70

 

Hauptmann von Köpenick

1

55

 

55

 

DS Tränendes Herz

1

100

 

100

05. 10.

Für die Wohlfahrt

1

45

20

65

 

 

2

55

25

160

 

 

1

145

55

200

 

    dazu Set (Heftchen)

10

55

25

800

 

    dazu Selbstklebende Marke

1

55

25

80

 

Serie Post: Herbst

1

55

 

55

 

Maxiset: Vier Jahreszeiten

20

55

 

1100

 

Tag der Briefmarke

1

55

 

55

 

100. Geb. Hannah Arendt

1

145

 

145

09. 11.

Weihnachten

1

45

20

65

 

 

1

55

25

80

 

Aufrechte Demokraten

1

45

 

45

 

100. Geb. Joseph Kardinal Höffner

1

90

 

90

 

50 Jahre Nobelpreis an W. Forßmann

1

55

 

55

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Ein Paket

Ein Sammler, 78 Jahre, möchte ein Paket mit Briefmarken absenden. Ein Auto hat er nicht und er wohnt auf einem Hügel am Rand einer Großstadt. Das Paket wiegt 20kg. Das Postamt im Ortsteil hat schon vor Jahren geschlossen. In einem Kiosk gibt es eine Annahmestelle von HERMES. Leider ist dort nur gelegentlich offen. Ende vom Lied: Mit einer Sackkarre fährt er das Paket mehr als drei Kilometer zum nächsten Postamt. Am nächsten Morgen um 8:50 Uhr wird das Paket in einer 500 km entfernten Kleinstadt in Bayern ausgeliefert. Dank DHL, früher Post, heute weltweit größtes Logistik-Unternehmen. Es scheint jedoch, dass man im weltumspannenden Netz die ersten Kilometer vergessen hat. Das ist wie ein System, bei dem man jeden Menschen auf der Welt anrufen kann, vorher aber erst einmal drei Kilometer zum nächsten Telefon laufen muss.

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Tierisch

 

aus: Die Briefmarke, Oktober 2005

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Fundsachen / Schnipsel

Für Fürstenfeldbruck sucht eine "Oberland-Post" Briefträger.
 
Eine Gemeindeverwaltung im Landkreis hat philatelistischen Nachlaß geerbt: Vier Einsteckbücher mit ein paar DDR- und Motivmarken, zusammen rund 10 €. Dazu 10 Super-Sammelblätter der Post mit Münze und Bogen. Einkaufspreis je 19.80.
 
Sondermarken sollen in Zukunft (vielleicht) wieder länger als 10 Tage bei der Post vorrätig sein.
 
Die Schweiz hat sich entschieden, keine personifizierten Briefmarken zu produzieren.
 
Finnland hat Automatenmarken abgeschafft.
 
In Slowenien ist Satz/Block "autochthone Hunderassen" erschienen, was immer das sein mag, es klingt interessant.

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Sammelgebiete

Im letzten Rundschreiben hatten wir begonnen, einige mögliche Sammelgebiete vorzustellen. Das wollen wir in loser und ungeordneter Form fortsetzen:

Thematische Sammlung

Sammeln, stöbern, forschen. Eine Thematische Sammlung bietet weitreichende Möglichkeiten, letztendlich nur begrenzt durch die finanziellen Mittel. Eine klare Gliederung dient dazu, ein Ausufern des Gebietes zu vermeiden. Beispiel: "Eine philatelistische Reise entlang der Donau". Briefmarken und Belege von Orten entlang der Donau sind leicht zu finden, billige Briefmarken zeigen die Donaubrücken, Staudämme, Donau-Schiffe, Flora und Fauna, Land und Leute, kulinarische Spezialitäten, die Darstellung des Flusses als Ader quer durch Europa lässt sich philatelistisch aufbereiten. Dank geringem finanziellem Aufwand besteht keine Gefahr, hohe Verluste zu erleiden.

Dienstmarken Deutsches Reich

In komprimierter Form lässt sich die (postalische) Geschichte des Deutschen Reiches anhand der Dienstmarken belegen. Die 177 Katalognummern bieten ein weites Betätigungsfeld. Wer Plattenfehler sucht, kann ebenso fündig werden wie der Sammler von Portostufen oder besonderen Verwendungsformen. Finanziell hält sich das Gebiet in Grenzen, wobei das Suchen und Finden von einwandfreier Qualität und besonderen Frankaturstufen lohnenswert sein kann.

Monaco

Über Jahrzehnte hat Monaco den Staatshaushalt aus den Einnahmen des Briefmarkenverkaufes bestritten. Oldtimer, Flugzeuge, Tiere, Sport, eben alles, was sich leicht bei Bildchensammlern absetzen ließ, wurde auf den Markt geworfen. Oftmals als Kurzsätze zu Spottpreisen, die restlichen Marken des Satzes konnte man ja für teures Geld beim Händler kaufen. Ankündigungskartons, Ministerblocks und ähnliches rundeten das Bild ab.
 
Es gibt jedoch auch das alte Monaco bis etwa 1938. Das sind einerseits französische Marken mit monegassischem Stempel und ab 1885 eigene Ausgaben. Hier lässt sich eine Sammlung aufbauen.

Schweden

Motivlich und technisch sind die schwedischen Marken hervorragend gestaltet. Die Natur spielt bei den Ausgaben eine wichtige Rolle, ebenso Brauchtum und, natürlich, die Nobelpreisträger. Bei den Dauerserien findet sich häufig die königliche Familie.
 
Schwedische Briefmarken werden in der Regel als Heftchen verkauft, wobei die Außenränder geschnitten sind. Interessant sind daher Zusammendruck-Kombinationen sowie waagerechte Paare, letztere sind gestempelt sowie auf Brief nicht gerade häufig zu finden, was sich in teils recht hohen Katalognotierungen niederschlägt. Alt-Schweden ist nicht sehr kompliziert, jedoch sollte man wissen, von welchen Marken es offizielle Nachdrucke gegeben hat. Komplett wird man wohl bei Schweden nicht werden, schließlich ist die Fehlfarbe der Nr. 1 nur ein einziges Mal bekannt und eine der teuersten Briefmarken überhaupt.

Zusammendrucke Bund

Ein vielleicht noch schlummerndes Gebiet. Die Zusammendrucke sind meist kaum teurer als die Einzelmarken, obwohl sie wesentlich seltener zu finden sind. Heuß mit Werbefeld auf Brief? Kehrdrucke berühmte Deutsche bedarfsgerecht? Gelegentlich wird man fündig. Sicherlich ein interessantes Gebiet, das alle Möglichkeiten eröffnet.

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Winke für angehende Sammler

Reinige die Marken von allem anhaftenden Papier
 
Schneide die Zähnung nicht ab
 
Sei vorsichtig beim Kaufen und Tauschen von Marken, sei aber auch selbst ehrlich anderen gegenüber.
 
Schneide nicht den Wertstempel aus Briefumschlägen, Postkarten, Kartenbriefen u. dergl. aus, sammle diese Stücke in ganzem Zustande, da sie so wertvoller sind

Gefunden in Schaubek-Album ca. 1900

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Nochmals: Bruck-Briefmarke

Wir wollen die Auflage der Brucker Briefmarke möglichst punktgenau kalkulieren. Wir bitten daher, möglichst bald Eure Mengenwünsche aufzugeben !
 
Unsere Preisliste nur für unsere Vereinsmitglieder:
 
Randstück 1,50 pro Marke, ab 10. Exemplar je 1,70 pro Marke *
 
Bogen mit 20 Marken:  30.-- €  (max. 2 Bögen je Mitglied) *
 
Für diese Regelung bitten wir um Verständnis, aber wir wollen möglichst verhindern, dass unserem offiziellen Verkauf in der Öffentlichkeit Konkurrenz gemacht wird.
 
*)
Der Versand von allfälligen Belegen nach Österreich zur Abstempelung erfolgt für unsere Vereinsmitglieder kostenlos.

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Persönliche Nachricht:
 

Hallo Martin,
 
wir alle vermissen Dich ! Raff Dich auf und schau zu, dass Du schnell wieder gesund wirst.
 

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Wir trauern um:
 

Wir verlieren mit Klaus Ederer nicht nur einen profunden Kenner seiner Sammelgebiete, sondern auch einen Menschen, der mit seiner netten Art viel zum geselligen Teil des Vereinslebens beigetragen hat.
 
Wir werden Klaus vermissen.

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Termine:

26. Februar Tauschtag Germering Stadthalle
 
2.-4. März Briefmarkenmesse MOC
 
27.-28. Mai LV-Tag Marktredwitz
 
Vereinsauktionen: März, Juni, September
            zusätzlich: November zugunsten Feier
 
Homepage: 12.000 Besucher bis 24.1.06

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