1 / 2014

Rundschreiben 1 / 2014 - Nr. 116

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Nachporto
Krim
Portofreiheit
Mitgliederversammlung
Kaufhaus-Ware
Böse Buben
Aktie des kleinen Mannes
Termine
Analphabeten
Internetmarke für den Kühlschrank?
Marktlage
Internet

Vorwort

Jürgen hat gefragt, ob das Rundschreiben noch vor Weihnachten fertig wird. Damit er endlich aufhört derartigen Druck auszuüben, habe ich es halt fertig gemacht. Ist auch besser so, schliesslich stehen einige Termine an.

zurück nach oben

Nachporto

„Porto zahlt Empfänger“, so heißt es normalerweise. In diesem Falle geht die Absenderin davon aus, dass der Empfänger gerne und aus Liebe das Nachporto von 15 Pf. bezahlt.
 

RS1401a

Interessanter ist jedoch der Nachsatz, dass nämlich der Empfänger beim nächsten mal nicht mehr zahlen wird. Hier stellen sich einige Fragen: Ist die Liebe erloschen? Oder hat die Ehefrau des Empfängers die Anmerkung geschrieben? Haben sich hier Dramen abgespielt? Wir werden es wohl nie erfahren.

zurück nach oben

Krim

Derzeit ist der Postverkehr mit der Krim eingestellt, es gibt wohl organisatorische Mängel.

zurück nach oben

Portofreiheit

Jedem ist bekannt, dass teilweise Post portofrei befördert wurde, so zum Beispiel Blindensendungen, Feldpost oder die Post von Kriegsgefangenen. Doch auch andere Institutionen konnten ihre Post ohne Freimachung aufgeben. Ein derartiger Brief fand sich in einer Wühlkiste:

RS1401b

Die Inschrift im Briefstempel lautet: „Dienststelle Krankenkasse beim Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete“.

Selbst nach dem Krieg sind Dienststellen vom Porto befreit gewesen, nachfolgend zwei Beispiele:

RS1401c

RS1401d

Nach dem Krieg genehmigten sich die Alliierten Portofreiheit, hier ein Beleg der Amerikaner in Berlin mit Aufgabestempel:

RS1401e

Nicht jeden Beleg ohne Marke sollte man also wegwerfen ohne vorher einen genauen Blick darauf geworfen zu haben.

zurück nach oben

Mitgliederversammlung

Die diesjährige Mitgliederversammlung war relativ schnell erledigt: Der Kassierer war zur Kur, der Schriftführer nicht da, Neuwahlen standen nicht an. Kurz gefasst ergab sich folgende Lage: Im letzten Jahr fand unsere Ausstellung von Brucker Briefen und Ansichtskarten im Foyer des Rathauses sehr großen Anklang, besonderen Dank nochmals an Herrn Niembs, er hatte sehr kurzfristig mehrere Rahmen zusammen gestellt. Chaotisch verlief der Verkauf unserer Briefmarken vom Kloster, plötzlich war der Stadt der Aufwand des Verkaufes in der Stadt-Information und im Kloster zu groß, die Interessenten rannten anfangs völlig planlos durch die Gegend. Beim dreitägigen Stand auf dem Altstadtfest mit Sonderpostamt waren wir am Vormittag des zweiten Tages ausverkauft, wir haben eine ordentliche Stückzahl nachdrucken lassen, schließlich hatten wir ja auch etliche schriftliche Bestellungen. Der Verkauf erfolgte in Alberts Laden bis zum totalen Ausverkauf. In der Vereinskasse blieb ein netter Betrag übrig.

Sommerfest und Jahresabschluss-Feier waren gut besucht und wurden ordentlich bezuschusst. Das diesjährige Sommerfest ist am 19.7. um 18:00 Uhr im Biergarten auf der Lände.

Die Mitgliederentwicklung ist äußerst unerfreulich, hauptsächlich begründet durch das hohe Alter und entsprechenden gesundheitlichen Problemen der Sammler.


Dank Sparsamkeit und guter Kassenlage wird es auch 2015 keine Beitragserhöhung geben.

Der Verein hat etliche Sachspenden erhalten, sie werden am 8. Juli 2014 zugunsten der Vereinskasse versteigert.

zurück nach oben

Kaufhaus-Ware

Man kennt sie, die Verkaufsstände für Briefmarken und Zubehör in den Kaufhäusern. Bunte Ware auf Steckkarten oder „Wertkartons mit wertvollen Beilagen“, Fundgruben und alles zum Schnäppchenpreis.

In einem Posten fanden sich eine ganze Menge von diesen Schnäppchen. Ein Beispiel: Der Block 47 vom Bund.

RS1401f

Ihn gab es für schlappe 6,50 Euro, immerhin 361 % vom damaligen Michelwert von 1,80 Euro. Der Hinweis, dass dieser Block im Katalog völlig unterbewertet sei ist wunderbar verkaufsfördernd, stimmt jedoch überhaupt nicht, er wird für Cent-Beträge gehandelt.

Die Behauptung der völligen Unterbewertung war auf etlichen Verkaufs-Steckkarten zu finden, nämlich immer dann, wenn der Verkaufspreis höher als der Katalogwert war. Also: Vorsicht beim Einkauf.

zurück nach oben

Böse Buben

In den Medien wurde ausführlich über einen Briefmarken-Händler aus Franken berichtet, der einem befreundeten Händler Marken vom Bund und von Liechtenstein vor 1960 gestohlen haben soll. Schaden wohl um die 120.000 €.

Naja, die Staatsanwaltschaft wird es schon aufklären. Z. B. warum es ein Händler nicht merkt, wenn über Jahre Marken von nicht gerade geringem Wert verschwinden.
Das alles könnte eine Randnotiz der Geschichte sein, wenn nicht wiederum ein völlig schaler Beigeschmack bei der Angelegenheit entstehen würde: Gegen den Händler, gegen den nun ermittelt wird, lief bereits vor einigen Jahren ein Ermittlungsverfahren, er soll in größerem Stil Aufdrucke verfälscht haben. Das Verfahren wurde gegen eine Geldbusse eingestellt, der Händler galt somit als unschuldig. Er konnte weiterhin auf Briefmarkenmessen mit seinem Stand vertreten sein und mit seiner Mitgliedschaft im Händlerverband APHV werben... Erst mit den neuerlichen Ermittlungen hat man die Reißleine gezogen und ihn von der Briefmarkenmesse in Essen ausgeschlossen.

Und wie bei jedem Vorkommnis im Bereiche der Philatelie das gleiche Spiel: Die hohen Herren haben natürlich Bescheid gewusst. Haben ihn vielleicht noch auf Messen freundlich gegrüßt und hinter vorgehaltener Hand ganz im Vertrauen darauf hingewiesen, dass der Händler nicht ganz koscher ist. Und das war es. Genau so, wie wir es von ihnen kennen, wenn mal wieder herauskommt, dass ein Prüfer nicht sauber gearbeitet hat, wenn völlig überraschend aus dem BPP Prüfer ohne jegliche Begründung verschwinden.

Die hohen Herren regen sich darüber auf, dass in anderen Foren bereits tagelang Ross und Reiter genannt wurden, während im eigenen Lager die inzwischen übliche Ruhe herrschte (wenn man sich nicht gerade mal wieder kräftig unter der Gürtellinie beharkt).

zurück nach oben

Aktie des kleinen Mannes

Ja, so wurde viele Jahre Werbung betrieben. Mit Briefmarken kann man reich werden. Das stimmt, sofern man die richtigen Briefmarken hat. Otto Normalsammler hat abgelöste Kiloware und im Abo bezogene Massenware. Das sind nicht die richtigen Briefmarken. Am 17.06.14 ist eine richtige Briefmarke verkauft worden, die British Guiana magenta, MiNr. 1c. Sie brachte bei Sotheby rund sieben Millionen Euro. Damit wurden die Erwartungen längst nicht erfüllt, man hatte mit dem doppelten Betrag gerechnet.

Der Käufer ist (noch) unbekannt. Ich war es nicht. Das hat mehrere Gründe: Die Marke ist sehr hässlich und mit allerletzter Sicherheit ist die Echtheit nicht bewiesen. Sie ist wohl nicht einmal „geschlegelt“, ohne BPP-Prüfzeichen soll man laut BDPh und Michel keine besseren Marken kaufen. Auf Deutsch gesagt entspricht die Marke nicht meinen Qualitätsanforderungen, daher habe ich nicht zugeschlagen, auch nicht zum halben Schätzpreis. Bei Eisenhammer wäre sie in die Rücklosliste gekommen und Manni hätte sie vielleicht genommen, aber das ist ein anderes Thema.

zurück nach oben

Termine:

8.7.2014            

Auktion von Spenden zugunsten Vereinskasse

19.7.2014            

18:00 Uhr

 Sommerfest auf der Lände

22.7.2014            

Tauschabend

 

12.8.2014            

Tauschabend

Achtung: Eventuell ist im August das Wirtshaus „Auf der Lände“ geschlossen. Derzeit sind noch keine näheren Informationen dazu vorhanden.

26.8.2014            

Tauschabend

9.9.2014            

Tauschabend

 

23.9.2014            

Tauschabend

 

14.10.2014            

Tauschabend

 

28.10.2014            

Tauschabend

 

11.11.2014            

Tauschabend

 

25.11.2014            

Tauschabend

 

9.12.2014            

Tauschabend

 

23.12.2014            

Tauschabend

 

zurück nach oben

Analphabeten

Wenn man sich mit der frühen Philatelie beschäftigt, dann wundert man sich, dass es aus manchen Gebieten nur relativ wenige Belege gibt. Das Phänomen kennen wir auch aus Bayern, hier scheint es viel mehr Belege aus Nord-Bayern als aus Oberbayern zu geben. Unsere Vermutung ging dahin, dass es eventuell im Süden wesentlich mehr Analphabeten gab als im Norden, doch es war bisher eine reine Vermutung.

Dank einer alten Quelle, nämlich der „Freiburger Zeitung“ vom 23. August 1882 haben wir zumindest für die Österreichischen Gebiete eine genaue Aufstellung der Analphabeten unterschieden nach männlichen und weibli­chen Personen. Noch nicht schulpflichtige Kinder sind nicht berücksich­tigt. Als Beispiel Galizien: Die gesamte Einwohnerzahl betrug im Jahr 1880 5.958.907 Personen, davon (ohne Berücksichtigung noch nicht schulpflichtiger Kinder) 3.787.298 Analphabeten.

Analphabeten

männl.

weibl.

 

Niederösterreich

72.271

98.918

 

Oberösterreich

28.788

29.853

 

Salzburg

8.308

8.385

 

Steiermark

131.378

181.560

 

Kärnten

52.320

67.468

 

Krain

88.327

96.232

 

Triest und Gebiet

14.465

22.624

 

Görz und Gradisca

43.791

49.719

 

Istrien

88.273

92.583

 

Tirol

32.177

41.431

 

Vorarlberg

1.524

1.653

 

Böhmen

151.905

248.487

 

Mähren

73.927

115.797

 

Schlesien

24.338

32.016

 

Galizien

1.792.559

1.994.379

 

Bukowina

199.009

213.658

 

Dalmatien

166.214

186.047

 

 gesamt:

2.967.541

3.461.170

          6.428.711

[Die Vorarlberger erscheinen mir zu intelligent und über 20.000 haben sich verkrümelt, überwiegend Frauen.                                              

 S.F.]

zurück nach oben

Internetmarke für den Kühlschrank?

BDPh, APHV, MICHEL und sicher noch andere weisen auf die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen PORTOKASSE und INTERNET­MARKE der Deutschen Post hin, die am 2.6.2014 geändert wurde:

§ 2 Vertragsschluss und -abwicklung
(3) Erworbene Internetmarken verlieren mit Ablauf des dritten auf den Kauf folgenden Jahres ihre Gültigkeit. Das maßgebliche Kaufdatum (Monat/Jahr) ist auf der Internetmarke abgedruckt. Eine Erstattung des Portos nach Ablauf der Gültigkeit ist ausgeschlossen.

Ursache soll die auch die notwendig gewordene Umsetzung einer neuen EU-Verbraucherschutz-Richtlinie in Deutschland sein. Was in dieser steht, ist allerdings nirgend angegeben. Dass sie nach drei Jahren nicht mehr verzehrfähig sei, ist kaum anzunehmen, ob sie dann noch klebt, ist schon eher fraglich. Liegt aber dann an den gekauften Etiketten.

Aber keine Angst für uns Sammler! Es nicht die MarkeIndividuell gemeint,

RS1401g

sondern die mit einem von 200 auswählbaren Motiven selbst auf dem hei­mischen Drucker ausdruckbare Internetmarke:

RS1401h

In den Erläuterungen unter www.deutschepost.de hat sich aber noch nicht herumgesprochen, dass 0,55 Ct nicht mehr für einen Brief reichen.

Wer also diese 200 verschiedenen Motive schon im Album hat, kann sie nun auch noch nach Haltbarkeitsdatum sammeln. Tipp: Wer Druckfehler sammelt, sollte seinen alten Drucker aus dem Keller holen.

Samuel Fleischhacker

zurück nach oben

Marktlage

Kiloware liegt wie Blei. Selbst postversiegelte Kilos der norwegischen Post, die seinerzeit bis zu 170 DM gekostet haben, will heute niemand mehr. Neueres Material mit sehr vielen Sondermarken und Blocks auf Briefstücken: beinahe unverkäuflich.

Gebiete wie Besetzungsausgaben, Zonen oder Zusammendrucke Reich sind sehr beliebt. Qualitativ gutes Material ist gar nicht häufig.

Bei Plattenfehlern herrschen recht chaotische Zustände: Etliche „Kataloge“ existieren zu diesem Thema, hinzu kommen noch viele Aufstellungen im Internet. Die Differenz zwischen Wertangaben und tatsächlichem Handelswert sind riesig. Nur unter Mikroskop erkennbare Rasterfehler konkurrieren mit sehr gut sichtbaren Fehlern, es hapert an klaren Abgrenzungen. Ganz charakteristisches Beispiel ist die 10-Pf-Marke von Burgen und Schlössern, nimmt man alle Quellen zusammen, dann kommt man leicht auf 50 (angebliche) Plattenfehler. Und alle haben einen hohen Katalogwert.

Sporthilfe, Wohlfahrtsverbände und Philatelistenvereinigungen haben Markenheftchen verkauft in denen postgültige Marken enthalten waren. Dafür wurde ordentliches Geld verlangt. Geblutet haben die Sammler. Aktuelles Auktions-Ergebnis: Ganze 5,50 € für gut 100 Heftchen. Nicht pro Stück, sondern alle Heftchen zusammen.

Schmuck-FDC und Ersttagsblätter werden im Ankauf nur noch als Beilage zu anderem Material genommen. Mit Glück erhält man 30 Euro pro Umzugskarton.

zurück nach oben

Internet

RS1401i

Internet (Stand 02.07.2014):
76.205 Besucher mit
140.445 Seitenaufrufen seit 6.3.2004
 

zurück nach oben