1 / 2015

Rundschreiben 1 / 2015 - Nr. 118

Inhaltsverzeichnis:
Pitcairn
Briefporto
Sammler
Sammeln im Verein
British Guyana
Gummi-Problematik
Angebote
Maschinenproben
Danke!
Briefmarken-Einkauf
Jahreshauptversammlung
Zeitgeschichte
Nochmals Vereinsbeitrag
Internet

W I C H T I G !

RS1501a

Unser Sommerfest findet bereits am 4. Juli 2015 um
18:00 Uhr im Biergarten auf der Lände statt.
Mitglieder und Angehörige sind herzlich willkommen.

Pitcairn

Dieses Archipel im Pazifik sollte man kennen, schließlich war es das erste Land auf der Erde, welches das Frauenwahlrecht eingeführt hat (bereits 1838). Wem das egal ist, der kennt es sicherlich aus dem Film „Meuterei auf der Bounty“, die Meuterer unter Christian Fletcher haben sich hier vor der engli­schen Flotte versteckt. Homo-Ehe ist übrigens erlaubt, doch bisher gibt es keine Homos.

Nun hat die Insel einige Probleme: es sind nur noch knapp 50 Einwohner, davon sitzen auch noch sieben wegen Kindesmissbrauch im Gefängnis. Man sucht händeringend Neuansiedler, Grundstück wird zur Verfügung gestellt. Vielleicht sollte man sich dort tatsächlich ansiedeln. Beispielsweise als Posthalter und Hermes-Shop-Betreiber. Bei 50 Einwohnern ist der Arbeitsaufwand relativ bescheiden, außerdem dürfte die Konkurrenz nicht sonderlich groß sein, denn die nächsten Ortschaften liegen 5.000 km (Neuseeland) bzw. 5.700 km (Südamerika) entfernt. Die Kombination mit einem Hermes-Shop wäre sinnvoll, schließlich gibt es auch auf Pitcairn Internet-Anschluss und somit Möglichkeiten, bei Ebay einzukaufen.

Den Touristen kann man natürlich Briefmarken verkaufen, zur Frankierung von Ansichtskarten sowie Souvenir-Kollektionen, im Jahre 2012 haben immerhin 870 Touristen die Insel besucht.

zurück nach oben

Briefporto

In der Vergangenheit musste sich die Post das Briefporto von der Regu­lierungsbehörde genehmigen lassen. Es bestand aus den nachgewiesenen Kosten und einem (geringen) Gewinnaufschlag. Die vorletzte Portoerhöhung brachte soviel Mehrertrag, wie den Aktionären als zusätzliche Dividende ausgeschüttet wurde.

Diese Regelung soll nun entfallen, die Post kann das Briefporto in Höhen festlegen, wie es dem Gewinn anderer europäischer Postanstalten entspricht. Wir werden also mit sehr kräftigen Portoerhöhungen rechnen müssen.

zurück nach oben

Sammler

Zur Zeit gibt es wieder viele wilde Diskussionen in der organisierten Philatelie. Viele Ausgaben wurden von der „Stiftung Philatelie“ getragen, sie hat ein Stiftungsvermögen von 18 Mio €. Doch die Zinseinnahmen sind stark gesunken. Zuschüsse zu Großereignissen, zum BdPh, zur Philatelie, alles muss gekürzt werden. Man hatte sich an ein sattes und sorgenloses Leben gewöhnt, hohe Einnahmen von Mitgliedern flossen, es war eitel Sonnenschein.

Ohne die Zuschüsse der Stiftung und bei ganz gewaltig geschmolzenen Mit­gliederzahlen steht man nun ganz schlecht da. Phantasievoll wie immer bleibt die Forderung nach kräftiger Erhöhung der Mitgliedsbeiträge (wobei sich die Landesverbände bei dieser Gelegenheit zusätzlich gerne bedienen würden), wir können wirklich glücklich sein, rechtzeitig den Absprung aus der Strudel geschafft zu haben. Uns geht es also gar nichts mehr an, ob die nun auf 25 Euro oder 50 Euro Abführung erhöhen. Doch erschütternd ist, mit welcher Offenheit über die Vereine geredet und geschrieben wird. Scheinbar sind in den Vereinen nur Bildchensammler in Hinterhofkneipen, Vereine bieten ohne­hin nichts. Sie sind Melkkühe. Ungefähr so kann man die Behauptungen zusammenfassen.

Mir könnte bei soviel Arroganz der der Hals schwellen. Ja, die haben ja wirklich Recht. Kleine Vereinsmitglieder treffen sich nicht im Salon der Philatelie in Monaco mit Hubschraubertransfer und Galadiner mit dem Fürsten. Kleine Vereinsmitglieder fliegen nicht zu irgend einem Treffen in Seoul um sich dort bei der Übergabe eines Schecks für die Jugendarbeit medienwirksam fotografieren zu lassen. Wir werden nicht an den nächsten Treffen in London, New York oder sonstwo teilnehmen.

Kleine Vereinsmitglieder haben ihre Freude an den Dingen, die sie sammeln, kleine Vereinsmitglieder forschen in ihren Spezialgebieten, kleine Vereinsmitglieder haben Wissen und Erfahrung und geben die gerne weiter. Kleinen Vereinsmitglieder geht es um das Sammeln an sich und nicht um die Protzerei mit Mischfrankaturen der ersten Ausgaben von Hamburg mit mehr als 50.000 Euro Wert als Eintrittskarte für (erhofften) Zugang zur „großen Philatelie“.

Übertragen auf den Deutschen Sportbund würde es heißen, dass nur Mitglieder interessieren, die mehr als 1.000.000 € jährliche Preisgelder verdienen oder Sponsorengelder mitbringen, ersatzweise würden vielleicht auch 5 Olympische Goldmedaillen in seriösen Sportarten zählen. Alles andere ist nur Zahlvieh.
Wie gesagt, wir können froh sein, dass wir da nicht mehr zugehören.

zurück nach oben

Sammeln im Verein

Lässt man die knapp 40 Jahre Revue passieren, die ich nun im Verein bin, dann hat sich sehr viel beim Sammeln geändert. Vieles ging irgendwie schleichend, doch letztendlich sind etliche Veränderungen erkennbar. So kamen wir früher alle mit dicken schweren Taschen, darin Tauschalben. Heute werden sie nur noch auf Bestellung mitgebracht. Jede einzelne Marke wurde früher genau nach Michel-Wert getauscht, heute geht es eher um ganze Alben. Bargeschäfte waren früher die Ausnahme, heute sind sie die Regel. Früher wollte man seine Schätze auf Ausstellungen zeigen, heute zeigt man sie gelegentlich am Tauschabend.

Früher ging es darum, Katalog-Nummern abzuhaken und das Vordruckalbum zu füllen. Heute dagegen interessieren wesentlich mehr die Besonderheiten, die außergewöhnlichen Stücke. Wir waren früher fast alle Spekulanten, haben bestimmte Ausgaben vielfach gehortet in Erwartung grosser Preissteigerungen. Heute wissen wir, dass die Auflagen viel zu hoch waren um jemals im Wert zu steigen. Etliche hoch gepriesene Sammelgebiete wie Maximumkarten, Ersttagsblätter oder Ersttagsbriefe mussten wir haben (und werden sie heute nicht mehr los). Wir brauchten jedes Jahr neue Kataloge, schließlich wollten wir wissen, um welchen Michel-Wert unsere Sammlung gestiegen war. Heute reicht uns zum Sortieren und Abhaken der alte Katalog. Man hatte sein Abo bei der Versandstelle, möglichst mehrfach, die Neuheiten wurden am Ausgabetag gekauft und auf der Post gleich ordentlich gestempelt

Doch wir waren lernfähig. Heute zählt wesentlich mehr die Qualität, der lesbare Stempel. Wir suchen Besonderheiten wie Ränder, Druckerzeichen oder Formnummern. Bei den Belegen wird nach besonderen Versendungsformen oder Protostufen gesucht, Schönheiten der Belege spielen eine Rolle und nicht mehr die schlichte Stückzahl.

Und bei der Frage nach dem Wert? Hier hört man immer öfter Äußerungen wie „Interessiert mich nicht, sollen sich irgend wann einmal meine Erben mit beschäftigen“.

Es sind im Laufe der Jahre herrliche und interessante Sammlungen bei den Vereinsmitgliedern entstanden, und der Verein hat geholfen.

zurück nach oben

British Guyana

Dieses sehr sehr umstrittene Stück (Echtheitswahrscheinlichkeit sicherlich weit unter 50%) war ja überall in der Presse und im Fernsehen, wenngleich sie doch längst nicht soviel gebracht hat, wie erwartet. Interessant jedoch, dass sich jetzt der Käufer in die Öffentlichkeit begeben hat. Es handelt sich um einen Schuh-Designer aus New York. Wir können also davon ausgehen, dass unsere Damen durch ihre Schuhkäufe das Ding mitfinanziert haben.

zurück nach oben

Gummi-Problematik

Manchmal lauert die Gefahr in den alltäglichen Dingen. Zum Beispiel in der Gummierung von Briefmarken. Unsere Altvorderen interessierten sich nicht für die Frage, ob der Gummi vollständig und frei von Fingerabdrücken war. „Postfrisch“ ist eine Erfindung von Geschäftemachern aus den 50igern. Die alten Sammler freuten sich über eventuell vorhandene Gummierung, so konnten sie die Marken einfacher in ihre Vordruckalben kleben. War kein Gummi mehr vorhanden, dann nahm man halt Mehlkleister.


Nach Erfindung der Klebefalze wurden die hergenommen, um die Marken in das Album zu kleben, niemand störte sich daran.


Und heute? Da wird um die Gummierung ein riesiges Theater gemacht. Die Frage, ob eine Gummiriffelung waagerecht oder senkrecht ist entscheidet über den Wert von Briefmarken. Postfrische Marken werden selbstklebend verkauft und mit rückseitiger Trägerfolie in die Alben gesteckt, damit ja nichts dem Gummi passieren kann. Angebliche Hilfsorganisationen regen sich über angebliche Kinderarbeit in Gummiplantagen auf, nur weil wir bei den heutigen Massenauflagen Unmengen an Gummi brauchen. Umweltschützer sehen ganze Gummibaumregenwaldgebiete in akuter Gefahr, amerikanische Konzerne forschen intensiv nicht mehr an Impfstoffen gegen Ebola sondern an genmanipulierten Gummibäumen, man will direkt selbstklebendes Gummi gewinnen (und patentieren lassen). Die Israelische Regierung plant einen tota­len Boykott von Gummi, sofern es sich um Gummi Arabicum handelt.
Eine Initiative in Brüssel fordert ein einheitliches Gummi in der gesamten EU, ein Rechtsgutachten über Gummiparagraphen wurde bereits eingeholt. Alle gummierten Briefmarken sollen selbstverständlich mit Warnhinweisen versehen werden (z.B. „Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren“ oder „Übermäßiges Ablecken kann die Wirkung Ihres Kaugummis beeinträchtigen“). Das Arbeitsamt schult bereits ehemalige GEMA-Außendienstler um, sie sollen in Zukunft in den Haushalten kontrollieren, ob jemand illegal einen Gummibaum hat. Hilfe von der Opposition haben wir nicht zu erwarten: Eine Partei mit Wur­zeln in Bayern hat zu dem Thema jede Woche eine andere Meinung, die Grünen sind geteilter Meinung wegen Umwelt (Fundis) und wegen Arbeitsplätzen (Realos), die Linke ist dagegen und AfD besteht auf deutschem Gummi.


Mir geht das ganze Theater wahnsinnig auf den Geist. Also habe ich für mich persönlich meine Konsequenzen gezogen: Ich beschränke mich auf gestempelte Marken und löse Gummi im lauwarmen Wasser ab. Basta.

zurück nach oben

Angebote

Ernsthaft (!) hat ein Sammler (seit Anfang 60iger Jahre, kein Vereinsmitglied) seine Sammlung zur Begutachtung und zum Verkauf vorgelegt: Sehr wertvolle Belege mit Sonderstempeln zu diversen Besuchen der Queen. Gerade wegen des anstehenden erneuten Besuches müsste daran großes Interesse beste­hen, oder wäre es besser, die Belege einem entsprechenden britischen Museum zu geben? Weiterhin ein absolutes Unikat (einmalig auf der Welt): Ein Brief mit der Bismarck-Marke, Mi-Nr. 463 sowie dem Hering Mi-Nr. 412 sauber gestempelt mit Sonderstempel Queen-Besuch. Absolute Weltrarität, Preisvorstellung 5-stellig. Habe ihm die Adresse der DBZ zur eventuellen Ver­öffentlichung bzw. vom BDPh-Forum gegeben. Für die großen Raritäten sind die sicherlich ansprechbar.

zurück nach oben

Maschinenproben

RS1501b

Vor dem Druck von Briefmarken müssen die Druckmaschinen eingerichtet werden. Farbzylinder müssen justiert werden, die Anlage muss einen Probelauf machen. Maschinenproben werden hergestellt. Vielleicht vergleichbar ist das ganze Vorgehen mit den Fernseh-Testbildern, die es früher gab. Probedrucke mit dem Motiv der geplanten Ausgabe wären in der Testphase problematisch, da alle Vorgänge streng nachweispflichtig wären, Missbrauch soll vorgebeugt werden.

Hier zwei Maschinenproben der Schweizer Post aus dem November 1957:
Eine nette Ergänzung zur Sammlung, aber sicherlich kein Grund, große Summen auszugeben.

zurück nach oben

Danke!

RS1501c



Die meisten kennen die Firma Hilmer mit seiner gewaltigen Belegeauswahl im Münchner Hauptbahnhof. Nach dem Tode von Herrn Hilmer war der Laden lange Zeit zu, im Januar dieses Jahres hat die Firma Gärtner den Laden übernommen.

Zur Neueröffnung waren auch einige Vereine aus der Gegend eingeladen, unsere Delegation bestand aus Loni (Ansichtskartenreferentin des Vereines) und Ralf (Belegespezialist). Ihnen wurde eine große Kiste mit Literatur überreicht, wirklich gute Literatur (und nicht alte Auktionskataloge). Herzlichen Dank Herrn Gärtner für die Spende und herzlichen Dank an Loni und Ralf für das Schleppen.

(Photo mit freundlicher Genehmigung der Fa. Gärtner)
 

zurück nach oben

Briefmarken-Einkauf

Kaufen Sie noch auf der Post? Wie altmodisch! Heutzutage klaut man Brief­marken. Zum Beispiel in Frankreich, wo man die gesamte Menge einer neu gedruckten Marke direkt ab Werk gestohlen hat, Nominale rund 20 Mio Euro. Oder in Norddeutschland, hier werden jede Menge Briefmarken-Automaten geklaut, Nominale zum Selbstherstellen. Oder bundesweit, hier häufen sich sehr stark die Einbrüche in Postfilialen und schwupps, schon sind die Marken weg. Die Polizei rätselt, wer soviel Nominalware gebrauchen kann. Mein Tipp: Schaut mal bei der Bundeswehr vorbei, die haben schon lange kein Geld mehr für Briefmarken.

zurück nach oben

Jahreshauptversammlung

Dieses Jahr waren wir wieder sehr schnell (rund 20 Minuten): Mitgliederzahl sinkend, Finanzen gut, Kassenführung ohne Beanstandungen. Geplant: Sommerfest sowie an einem Tauschabend im Herbst Reduzierung unseres Bestandes an Resten früherer Aktionen (Ansichtskarten, Briefmarken, Belege).

zurück nach oben

Zeitgeschichte

Weihnachten 1947 wurde ein Paket in ein Internierungslager gesandt, die Gebühr von zwei Mark wurde durch Briefmarken bezahlt. Schöner zeitgeschichtlicher Beleg.

RS1501d

RS1501e








Rückseite:


Wie schon oft gesagt: Schaut Euch die Rück­seite von Belegen an! Ralf fand auf der Rück­seite einer ganz gewöhnlichen Einladungskarte doch einiges zum Schmunzeln:

Lustbarkeitssteuer, eigentlich gar keine schlechte Idee. Wenn man so hört oder liest, was bekannte Persönlichkeiten so treiben, dann müssten die eigentlich riesige Summen zahlen. Dagegen wäre das Steueraufkommen an unseren Vereinsabenden eher bescheiden.

zurück nach oben

Nochmals Vereinsbeitrag

Soweit noch nicht geschehen bitte die 20€ in bar beim Kassierer einzahlen oder auf unser Konto überweisen:
Philatelistenverein Fürstenfeldbruck e.V.
IBAN: DE17700530700008106312
BIC: BYLADEM1FFB

zurück nach oben

Internet

RS1501f

Internet (Stand 25.6.2015):
80.321 Besucher mit
144.723 Seitenaufrufen seit 6.3.2004

zurück nach oben