1 / 2017

Rundschreiben 1 / 2017 - Nr. 121

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort

Jubiläumsfeier
Die „Jubiläumsschrift“ und das Stempelbuch
Presse
Lesen!
Netter Beleg
BDPh etc.
Stiftung Warentest
Jahresendfeier
Kleine Meldungen
Markenland Bayern
Vereinsbeitrag

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Vorwort

Zu unserem Vereinsjubiläum und den dazugehörigen Aktivitäten brauchen wir nicht mehr viel schreiben, ausführliche Zeitungsartikel wurden veröffentlicht. Am Festabend wurden die Festschrift und das neue Stempelbuch verteilt, wer die Schriften an diesem Abend nicht erhalten hat, soll sie zusammen mit diesem Rundschreiben erhalten, sofern das mit dem Versand klappt.

Wenngleich beim Lesen dieses Rundschreiben der Eindruck entstehen könnte, dass der Verein nur noch aus Veranstaltungen besteht, so ist dem nicht so. Wir treffen uns noch immer zu Tauschabenden an denen fleißig gewühlt, geschachert und diskutiert wird. Wir wollen ja mit unseren Sammlungen weiterkommen. Und wie weit wir gekommen sind, sieht man leicht an der Festschrift. Die dort und im Stempelbuch abgebildeten Belege und Karten stellen nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus den Sammlungen dar, wir hätten ein vielfaches zeigen können. Und es gibt noch eine ganze Menge anderer Sammlungen, die nicht einmal erwähnt sind, u. a. Zensurpost, Flugpost Reich, Dauerserien-Besonderheiten, besondere Einschreibzettel, Bahnpost und noch vieles mehr. Und alle wären ohne Verein längst nicht so gut.

Übrigens: Zur Jahreshauptversammlung könnt ihr ruhig kommen. Es stehen keine Wahlen an, also braucht ihr keine Angst vor Ämtern haben.

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Jubiläumsfeier

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Im Klosterstüberl trafen wir uns am Samstag, 28.01.2017 zu unserer Geburtstagsfeier. Besonders erfreulich: Es waren drei Gründungsmitglieder gekommen, sie wurden mit Urkunden und einem „Pokal“ geehrt. Dieser wurde sehr gelobt, so manches Mitglied hofft, dass es auch bald die 50 Jahre Mitgliedschaft beisammen hat. 31 Personen waren gekommen, der Fahrdienst war sinnvoll. Man genoss das wirklich gute Essen und überall gab es angeregte Gespräche. Der Dachauer Vorsitzende und seine Gattin fühlten sich schnell aufgenommen und fanden bald heraus, worin sich der Brucker Verein von anderen unterscheidet. Natürlich wurde das eine oder andere Mitglied vermisst, doch zum Kommen konnten wir niemanden zwingen.

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Die drei für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichneten Gründungsmitglieder

Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht, doch irgendwann gab es an einem Tisch Diskussionen über eine alte Ansichtskarte vom Bau der Brucker Rodelbahn, den Blickwinkel und die eventuelle Möglichkeit, dass die Abbildung manipuliert sein könnte. Man will bei besserem Wetter den Standpunkt des Photografen aufsuchen und prüfen, ob man von dort, wie abgebildet, Bruck sehen kann oder doch Emmering. So ganz konnte man also nicht auf philatelistische Themen verzichten.

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Die „Jubiläumsschrift“ und das Stempelbuch

Jürgen und ich haben rechtzeitig angefangen an dem Werk zu arbeiten. Relativ schnell stand das grobe Gerippe. Doch im Laufe der Zeit wurden die Probleme immer größer: Ständig tauchten neue Fragen auf, Änderungen mussten vorgenommen werden. Zeitweise war Jürgen täglich zu Recherchen unterwegs. Mal ging es um die Frage des Postamtes vor dem Fliegerhorst, da konnte eine nette Dame von der Immobilienverwaltung der Sparkasse weiterhelfen, tatsächlich war der Neubau von vornherein als Kombination von Sparkasse und Post geplant, es ging um fehlerhafte Daten bei den Posthaltern, wo Herr Weiss gerne half. Die Verwendungszeiten einzelner Poststempel musste überprüft werden (hier konnte ein älterer Postler in Mammendorf Auskunft geben), Ansichtskarten, Photos und Belege wollten so ausgewählt werden, dass es einen Sinn ergab.

Freute man sich über die Fortschritte, dann gab es wieder irgendwelche Unstimmigkeiten. So musste einer der Briefe aus der Bayern-Zeit wieder entfernt werden, die Bildunterschrift war schlichtweg falsch, die Frankatur muss erst noch geklärt werden. Entwürfe kamen mit etlichen Rotstift-Anmerkungen der drei korrekturlesenden Damen zurück. Doch wir haben es geschafft, wir haben das, was wir wollten: Keine hochwissenschaftlichen Ausarbeitungen zu Spezialthemen, keine vor Selbstlob triefende Darstellung der tollen Vorstandsarbeit, keine Festschrift mit dutzenden Seiten mit Sponsorenanzeigen. Wir haben zwei Schriften, die die Bandbreite des Vereinslebens zeigen.

Alle Vereinsmitglieder bekommen je ein Exemplar der Schriften natürlich kostenlos, anderen Interessierten werden sie für jeweils 8.– € Schutzgebühr verkauft.

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Presse

Am 27.1.2017 war ein sehr ausführlicher Artikel über unseren Verein in der Süddeutschen Zeitung. Abgesehen von einer Anzeige hat man uns eine ganze Seite gewidmet. Worüber wir uns mit dem Redakteur im Interview unterhalten haben hat er in sehr guter Art zu Papier gebracht. Vielleicht lag es daran, dass der Redakteur mit alten Männern gerechnet hatte, die mit der Lupe kleine bunte Bildchen betrachten. Nun traf er jedoch auf Leute, die sich mit schönen Briefen, Poststempeln, Brucker Postgeschichte und Brucker Ansichtskarten beschäftigen. Mancher Beleg und manche Karte fand der Redakteur interessant, und irgendwie kommt das in seinem Artikel rüber. Am 4. Februar standen wir ausführlich im Münchner Merkur / Brucker Tagblatt. Auch dieser Artikel war sehr umfangreich, die anderen Blätter stehen noch an.

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Lesen!

Briefmarkensammler werden betrogen. Man findet massenweise Fälschungen, neue Anbieter wollen jede Menge Aufdruck-Marken aus allen Gebieten verkaufen, Inselpost, Kolonien, Berlin, Notausgaben, meist sogar geprüft. Die Aufdrucke sind Total-Fälschungen und die Prüfzeichen gefälscht oder irgendwelche Phantasie-Prüfstempel. Katalogwerte jeweils tief im 4-stelligen Bereich, angeboten für wenig Geld. Schon haben alle dicke €-Zeichen auf den Augen. Dass der Anbieter irgendwo in Südost-Europa sitzt und bisher kein einziges Stück verkauft hat, das übersieht man, man will das Schnäppchen machen.

Da fragt man sich doch, ob die Leute zu blöd zum Lesen sind. Wie kann man denn bei einem Händler (!) einkaufen, der in seinen Geschäftsbedingungen stehen hat: „Eventuelle Mängel sind (…) kein Reklamationsgrund. Gestempelte Marken können nachträglich entwertet sein und sind ohne Obligo.“ In seiner Werbung steht: „Qualität zu hohen Preisen finden Sie bei mir nicht. Bei mir zählt das wesentliche: Die Briefmarke. Ich löse Sammlungen und Dublettenbestände auf, die ich aus Zeit- und Kostengründen nicht auf Erhaltung überprüfen kann. Sie erhalten bei mir grundsätzlich Marken in unterschiedlichem Zustand, da können Zahnfehler oder andere Mängel schon einmal vorkommen.“

Auf gut Deutsch: Zahnfehler, Risse, Reparaturen, Stempelfälschungen, bei mir bekommen sie alles. Aber kein Reklamationsrecht. Dass dieser Händler eine Tochterfirma eines Briefmarkenhauses ist, das einen recht unterschiedlichen Ruf hat, sei nur am Rande erwähnt.

Und noch ein Beispiel für die freche Abzocke von Sammlern.

Abgebildet ist diese Marke:

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Wie man unschwer erkennen kann handelt es sich um eine gestempelte Mi-Nr. 20 von Berlin. Da Aufdruck und Stempel falsch sind, bleibt als Rest sozusagen noch eine postfrische Marke, die als Mi-Nr 35** angeboten wird. (Das wäre eine 12 Pf-Marke Weltpostverein, aber wer schaut schon in den Katalog …)
Handelt es sich bei dieser Marke um die irrtümliche Beschreibung eines Laien? Nein, es ist ein Händler der schon 10 von diesen Dingern verkauft hat.

Für wie blöd die Schnäppchenjäger gehalten werden, das erkennt man an den vielen Marken der ersten Jahre Bund und Berlin, diese werden derzeit mit einem gefälschten Sonder-Stempel vom Reichsparteitag Nürnberg(!) angeboten. So richtig schön mit Reichsadler. Unter den Anbietern sind auch Händler!
 

Doch nicht nur im Internet lohnt sich das Lesen, auch in Auktionskatalogen finden sich Hinweise auf wohl nicht astreine Marken. So zum Beispiel in Katalog der Firma Schwarzenbach Zürich zur Auktion vom 14./15. Oktober 2016:

Los 536 (Deutsches Reich): „… Laut Einlieferer älterer Michel über € 50.000.–, vieles geprüft und ok (einige Prüfungen sind wohl etwas zweifelhaft).“

Los 632 (Italien): „…etliche Stücke sind kompetent geprüft … anderes ist noch ungeprüft, einige Stempel dürften auch eine strenge Kontrolle nicht passieren …“

Lobenswert jedoch, dass hier auf eventuelle Problemfälle hingewiesen wird, das ist keine Selbstverständlichkeit.

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Netter Beleg

Manni hat am Tauschabend Belege anzubieten, darunter einen Brief aus Fürstenfeldbruck, ich habe ihn gekauft, gerne:

Die Frankatur ist keine Besonderheit, der Stempel einigermaßen lesbar, doch warum wollte ausgerechnet ich diesen Brief? Schaut man sich den Stempel genauer an, dann versteht man mein Interesse:
 

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Am 24.12.1920 stand der DEZ(ember) auf dem Kopf.

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BDPh etc.

Wer sich an Ränkespielen, Verleumdungen und schmutzigen Machenschaften ergötzen möchte, dem sei die Lektüre der „philatelie“, der LV-Nachrichten und der diversen Foren empfohlen. Jeder gegen jeden, kein Geld in den Kassen, aber für Ausflüge nach Taiwan und für Anwälte reichts noch. Dallas, Denver-Clan und FIFA waren einmal, heute gibt es BDPh und J. R. Gambert. Gott sei Dank nicht mehr von unseren Beiträgen.

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Stiftung Warentest

In ihrer neuesten Ausgabe hat sich die Stiftung mit der Verwertung geerbter Briefmarken beschäftigt. Mit einem Album waren sie u. a. im Auktionshaus Schlegel, bei Händlern und in Vereinen. Es lohnt sich wg. dieses Artikels nicht, das Heft zu kaufen, es steht nichts drin, was wir nicht ohnehin schon wüssten.

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Jahresendfeier

Etwas mehr als 20 Leute trafen sich zum traditionellen Jahresausklang. Auch dieses Jahr gab es eine Damengabe (keinen Weihnachtsstern!). Wir hatten einen netten Abend, wenngleich der Besuch hätte zahlreicher sein können.

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Kleine Meldungen

Das Porto bei der Post bleibt dieses Jahr, zumindest in den normalerweise von uns genutzten Bereichen, in gleicher Höhe bestehen. Im Hintergrund sind die Preiserhöhungen jedoch teilweise ganz erheblich, betroffen sind vor allen Dingen Großversender. Ihnen wurden die Rabatte kräftig gekürzt. Ebenso kosten so genannte Zusatzleistungen zum Teil erheblich mehr.
Postfächer waren bisher kostenlos, ab 1. März darf man 19,90 € im Jahr bezahlen. Bei rund 818.000 Postfächern erwartet die Post 16 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen.

Eine 10-Cent-Münze der USA von 1894 ist für knapp 2 Mio Dollar verkauft worden. Von ihr sind nur acht oder neun Exemplare bekannt. Ähnliche Preise dürften für eine Ein-Dollar-Münze von 1804 sowie fünf Cent von 1913 zu erzielen sein.

Von der Brustschildmarke 2 Groschen hat man inzwischen den 36. Plattenfehler entdeckt. Marken ohne Plattenfehler scheinen die seltenen zu sein.

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Markenland Bayern

Es könnte eine Sensation auf philatelistischem Gebiet werden: Bayern als selbständiges Briefmarkengebiet! Es war unsere schlichte Frage, warum Bayern nicht seine kulturelle Eigenständigkeit in einem Europa der Regionen darstellen will. Åland und Färöer, Wales, Jersey, Guernsey, alle bringen eigene Marken heraus, nur nicht Bayern …

Überraschenderweise stand das Thema auf der Agenda der Klausurtagung 2016 einer nicht unbedeutenden Partei in Wildbad Kreuth. Unser Vorschlag wurde sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen und eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Der Vorschlag wird ganz diskret am 1.4.2017 zu den Akten gelegt. Es taten sich unüberbrückbare Probleme auf: Es gab erhebliche personelle Grabenkämpfe, welche Person ein Bayerisches Postministerium leiten soll, der Minister für Finanzen wollte den Bereich unter seine Fittiche nehmen, der Heimatminister (auch so etwas gibt es in Bayern) sah Chancen für sein Haus, etliche derzeit in Brüssel oder irgendwo geparkte Persönlichkeiten machten sich Hoffnungen auf ein Ministeramt, es kam zu keiner Einigung.

Ebenso war der Sitz eines Postministeriums zum Zankapfel geworden. Strukturschwache Gebiete wollten Standort werden, andere wiederum meinten, dass München die Hauptstadt sei und nicht die Oberpfalz.

Und letztendlich hat man sich bei der Auswahl der eventuellen Motive für die Briefmarken nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können, Teile der Partei wollten zum Beispiel Blocks mit ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten (natürlich nicht mit allen), andere wollten mehr Bayerisches Kulturgut wie Lederhose, Laptop und FC Bayern, die Staatskanzlei bestand auf einer großformatigen Dauerserie mit dem amtierenden Ministerpräsidenten. Eine wichtige Dame erklärte, sie könne jedem Kompromiss zustimmen, solange ihr Konterfei jede Marke zieht, so wie der Queen-Kopf bei Großbritannien.

Schade, dass eine wirklich gute und einfach umsetzbare Idee in den Mühlen der Politik gescheitert ist.

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Vereinsbeitrag

Soweit noch nicht geschehen bitte die 20 € in bar beim Kassier einzahlen oder auf unser Konto überweisen.

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