2 / 2006

Rundschreiben 2 / 2006

Inhalt:
Vorwort
Nachträge zum letzten Vereinsrundschreiben
700 Jahre Markt Bruck
Sonder - Feldpostamt
Der Vereins - Philatelist
Länder-Kürzel
Hintergrund-Informationen
Nationalsozialistische Symbole
Neuerscheinungen
Tauschabend mit Auktion 14.3.06
Garmisch
Brucker Ansichtskarten
Sammelgebiete (Fortsetzung)
Zuschriften
Briefporto
Fußball-Weltmeisterschaft
Informationen
Großbritannien (heute) komplett
Rückblick Briefmarkenmesse München
Kuriositäten
Philatelistische Akademie
Unser Verein
Mona Lisa
Statistik
Landesverband
Sommerfest
Termine
 

Sonder-Feldpostamt am 31.3. und 1.4. 2006 im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck
 
Vorwort

Hektische Zeiten. Dutzende Dinge wegen der Fürstenfeldbruck-Marke müssen erledigt werden: Gespräche mit der Stadt, Verkaufsprospekte, Umschläge, Folder, Nachdruck Ansichtskarten, Entwurf Plakate, Pressemitteilungen, Fototermine, Abrechnungen, es geht rund. Maisach meldet sich, zum 1200jährigen Jubiläum will man eine Marke. Entwurf, Gespräch mit Gemeinde, Finanzierung, Auflagenhöhe usw. usw. Überraschend kommt das Feldpostamt im Fliegerhorst hinzu. Vielleicht letztmalig ein Bundeswehrbeleg aus Fürstenfeldbruck. Der LV-Tag steht an. Unterlagen durchsehen, Schreikrämpfe unterdrücken. Anrufe gehen ein, Treffen der Vereinsvorsitzenden wird vereinbart, Briefe und Emails kommen und müssen beantwortet werden. Der Münchner Merkur führt ein Seminar für Pressearbeit durch. Meine arme Ehefrau muss bei der Renovierung der Küche auf Unterstützung verzichten.

Mitten in die "Ruhe" platzt der Anruf von Samuel. Er möchte wissen, ob ich das Rundschreiben fertig hätte. "I´ll do my best!"

Nun, wenn dieses Rundschreiben veröffentlicht wird, dann herrschen wieder normale Zustände. Der Info- und Verkaufsstand am Markt, Restbestände der Marken, das finanzielle Ergebnis, Veröffentlichungen in Zeitungen, es ist gelaufen, man kann nichts mehr ändern. Längst kümmert man sich um Sommerfest, Ausstellung 2007, Anträge zum LV-Tag Ende Mai, Aufräumen des Literatur-Schrankes ......

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Nachträge zum letzten Vereinsrundschreiben:
 

1.

Auf Seite 28 wurde auf Neuerscheinung eines Satzes "autochthone" Hunderassen in Slowenien hingewiesen. Dazu erreicht uns folgende Aktennotiz von Dr. Klaus Athenstaedt:

autochthon (gr.)
ureingeboren 

Das Deutsche Wort,
Deutscher Buchklub 1963

an Ort und Stelle entstanden

Duden, Band 1, 1996

2.

Auf Seite 12 oben hatte ich darauf hingewiesen, dass Päckchen und Pakete bei der Post mehr kosten als bei anderen Anbietern. Offensichtlich hat die Post diese Zeilen gelesen. Zumindest hat sie am 5. April angekündigt, ihre Preise "empfindlich" zu senken.
 
Aber bitte nicht zu früh freuen, die EU verlangt, dass auch in Deutschland Mehrwertsteuer auf Pakete erhoben wird. Es kann unter dem Strich sogar noch teurer werden als bisher.
 

3.

Zum Artikel über das Briefmarkenland "Maluku Selatan" und seinen Erfinder Strolow hat uns Herr Dr. Salzmann einige Marken zur Abbildung übergeben:


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700 Jahre Markt Bruck

Heute, am 22.4.06, will ich versuchen, einen Zwischenbericht zu geben. Alle Vorarbeiten sind (hoffentlich) abgeschlossen. Fakt ist, dass wir von den 2.500 Marken nur noch 380 haben, abzüglich 100 Marken, die in die Klapp-Folder sollen. Die ersten 220 Sendungen sind aus Österreich zurück, die stempeln sogar mit der Hand. 81 Briefe von Vereinsmitglieder habe ich nach Fürstenfeld geschickt ( 6€ Porto! für das Päckchen), meine Exemplare kamen heute an.

Unsere Kosten sind wieder drin. Die Zeitungen haben sehr umfangreich berichtet. Ab 20.4. haben sich etliche Leute im Rathaus gemeldet und wollten dort Marken kaufen. Auf unserer Internetseite sind es plötzlich 36 Besucher am Tag statt der üblichen 24. Oberbürgermeister Kellerer und Herr Huber vom Stadtmarketing fanden unser Engagement sehr gut und laden zu einer Veranstaltung am 10. Mai ein, mit unserer Marke frankiert. Vorab habe ich rund 300 Ansichtskarten von der Druckerei holen können, der Rest soll in den nächsten Tagen folgen. Sie sind nicht nur von den Motiven her interessant, sondern qualitativ hervorragend. Prima Karton, Beschichtung auf der Bildseite. Da war es wirklich vernünftig, etwas mehr auszugeben.

Samuel Fleischhacker ist mit den Nerven fertig, Jürgen Grohmann muss dringend in Urlaub, Reiters brauchen nicht mehr vor meinen Anrufen zittern. Ich selbst muss unbedingt meine Drehzahl runterfahren, schließlich sind es nur noch Kleinigkeiten, die anstehen: Werden die 1.000 nachbestellten (blauen) Marken rechtzeitig vor dem 6. Mai geliefert? Personal für Stand, wo bekomme ich den Schlüssel für den Stand, wie wird das Wetter? Standverpflegung, Plakate, Wechselgeld, Briefkasten? Vereinsprospekte müssen noch kopiert werden, in die 50 Folder müssen noch Hawid-Streifen eingeklebt werden......

Ach, wenn es doch schon 6. Mai 16:30 wäre!

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Sonder - Feldpostamt

Am Dienstag, 28.3. erhielten wir die Information, dass es am 31.3. und 1.4. ein Sonder-Feldpostamt im Fliegerhorst geben wird. Noch in der gleichen Nacht begannen wir mit den Vorarbeiten: Grundsätzliche Entscheidung, ob wir überhaupt etwas machen, erste Entwürfe eines Umschlages. Donnerstag bringt Samuel die fertigen Umschläge. 120 Adressaufkleber müssen auf die Umschläge. 120 DIN A4-Bögen 2x falten, als Einlage in die Umschläge. 120 Umschläge zukleben. Alle Umschläge mit unserem Stempel versehen (Werbung muss sein). Gegen 10 Uhr am Freitag ruft ein Garmischer Sammler meinen Anrufbeantworter an, er steht im Feldpostamt und wartet auf unsere Belege (woher weiß der das?) Am Freitag suchen nachmittags Jürgen und ich das Feldpostamt. Der hilfsbereite Herr Hauptgefreite in der Offiziersschule kann uns auch nicht weiterhelfen. Nach einiger Zeit taucht ein Hauptmann auf, sieht uns und fragt, ob wir die Briefmarkenfreunde Fürstenfeldbruck seien, wir würden schon erwartet. Den Weg zum Postamt kann er uns beschreiben.

Leer ist es im Feldpostamt. Zwei Mitarbeiter. Sehr freundlich. Ich kaufe 120 Briefmarken "50 Jahre Bundeswehr", finde sie sehr passend. Habe jedoch absolut keine Lust, sie anzulecken und auf die Umschläge zu kleben, verschiebe das auf Samstag. Jürgen macht drei Einschreiben wegen des speziellen Labels. Ich auch. Jürgen kauft drei Plusbriefe, davon verschickt er zwei. Ich auch. Von den verschiedenen Zusatz-Stempeln, die vorrätig sind, entscheidet sich Jürgen für einen viereckigen. Ich auch. Es ist gut, wenn man jemanden dabei hat, der von der Materie etwas versteht. Samstag gebe ich meine 120 fertigen Briefe auf. Im Feldpostamt treffe ich Vereinsmitglieder. Es ist Tag der offenen Tür im Fliegerhorst. Nirgendwo steht etwas über die Feldpost, selbst im Prospekt mit Karte der Sehenswürdigkeiten findet sich kein Wort.

Am 5.4. treffen die Belege bei mir ein, nicht einer fehlt (sammeln Postler keine Feldpostbelege?). Wer am nächsten Tauschabend im Verein ist, kann sich freuen.

Übrigens: Zum Jubiläum im Fliegerhorst erschien eine sehr interessante 80-seitige Broschüre "Fürstenfeldbruck, unser Fliegerhorst heute". Reich bebildert wird ein Streifzug durch 50 Jahre Fliegerhorst unternommen. Das Heft wurde kostenlos am Tag der offenen Tür verteilt. Wer interessiert ist, hat vielleicht unter folgender Adresse Glück:

Kommando der 1. Luftwaffendivision
Leiter der Pressestelle
Postfach 1264 LD
82242 Fürstenfeldbruck
 

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Der Vereins - Philatelist

Geht er alle 14 Tage dienstags.....
 

-

ohne Tasche: Sehr verdächtig!

-

ohne Tasche mit Kugelschreiber: Er will sich nur ins Anwesenheitsbuch eintragen, und dann ???

-

mit Tasche: Ist er entweder pfiffig oder geht wirklich in den Verein.

Kommt er alle 14 Tage dienstags......
 

-

fröhlich pfeifend mit Plastiktüte: Er hat Schnäppchen bei Vereins-Auktion gemacht.

-

fröhlich pfeifend ohne Plastiktüte: Er hat gut verkauft und seine schwarze Kasse gefüllt.
 

-

und schleppt Koffer: Er ist netter Mensch, der einem anderen Belegsammler den Weg zum Altpapiercontainer erspart hat.

-

und schleppt Koffer, Karton und Tüte: Er sammelt Freistempel.
 

-

sehr nachdenklich: Er wurde von irgendwem übers Ohr gehauen.

-

strahlend: Er hat irgendwen übers Ohr gehauen.
 

-

und sieht nichts: Er hat Brille verbusselt.

-

und sieht doppelt: Wirt hatte Bier im Angebot.
 

-

mit Taschen voller Kleingeld: Er hat beim Kartenspiel gewonnen.

-

mit leeren Taschen: Er bestreitet, überhaupt Karten gespielt zu haben.
 

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Länder-Kürzel

"Länderkürzel vor dem Ortsnamen, wie zum Beispiel D (Deutschland), F (Frankreich) oder NL (Niederlande), haben auf ausländischen Sendungen ausgedient. Da teilweise Buchstaben- und Zahlenkombinationen als Postleitzahl verwendet werden, können zusätzliche Länderkürzel die maschinelle Bearbeitung stören und zu längeren Laufzeiten führen. Einige ausländische Postunternehmen haben sich bereits ausdrücklich gegen die Verwendung der Kürzel ausgesprochen. Statt dessen schreibt man das Zielland in Großbuchstaben auf Deutsch, Englisch oder Französisch in die letzte Zeile der Anschrift. Der Ort wird ebenfalls in Großbuchstaben und möglichst in der Landessprache geschrieben, zum Beispiel MILANO statt Mailand."

MedienService Deutsche Post AG

Darüber wollen wir nachdenken. Ab und zu schreibe ich einen Brief an meine Freunde auf Kreta. Oder heißt das jetzt KRITI, CRETE, KRHTH? Der Ort wurde in der Regel "CHANIA" geschrieben. Nun soll ich HANIA, XANIA, CANEA oder was schreiben? An Post nach China mag man gar nicht denken, und Brieffreunde in BOSNIEN-HERZEGOWINA (KROATISCHE REPUBLIK) sollte man besser auch nicht haben (oder Langbriefe verwenden). Und was ist mit der "FRÜHERE JUGOSLAWISCHE TEILREPUBLIK MAZEDONIEN"? Die wird sogar bei olympischen Spielen abgekürzt. Die Bürger in unserer französischen Partnerstadt Livry-Gargan suchen schon verzweifelt das "Ü" auf ihrer Tastatur, schließlich sollen sie in Zukunft FÜRSTENFELDBRUCK tippen.

Wie sagte schon meine Oma: "Wer keine Probleme hat, der macht den anderen welche!"

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Hintergrund - Informationen

Als zusätzliche Information zu Pressemitteilungen haben wir nachstehende "Hintergrund-Information" an die Presse gegeben. Wir drucken sie hier ab, weil wir meinen, dass es vielleicht gar nicht schlecht ist, wenn auch einmal die Vereinsmitglieder erfahren, wie der Vorstand seinen Verein sieht:

Philatelistenverein Fürstenfeldbruck e.V.

Derzeit 81 Mitglieder, davon ca. 50% in Fürstenfeldbruck und näherer Umgebung wohnhaft. Frauenanteil 10%.

Erste Zusammenkünfte wohl seit 1954, offizielle Vereinsgründung 10.1.1967. Regelmäßige Treffen jeden 2.+4. Dienstag im Monat 19:00 Uhr im "Wirtshaus auf der Lände", I. Stock

Vereinstreffen haben zwei gleichberechtigte Bestandteile:
 

a)

fachlich: Unterstützung bei Aufbau einer Sammlung, Schutz vor Fehlkäufen, Tausch / Verkauf von Briefmarken (in den letzten Jahren immer weniger), Belegen wie Briefen, Ansichtskarten, Postgeschichtlichen Dokumenten (stark zunehmend). Umfangreiche Bibliothek, Kataloge, Prüfgeräte etc stehen kostenlos zur Verfügung.
 

b)

gesellschaftlich: Stammtisch, Kartenspiel nach Tausch, Diskussionen, jährlich zwei Feste, Ausflüge
 

Im Ergebnis scheinen wir ein attraktiver Verein zu sein, schließlich kommen zum Tauschtag regelmäßig Besucher nicht nur aus dem ganzen Landkreis, sondern z.B. auch aus Ismaning und Regensburg.

Öffentliches Engagement:

Durchführung von etlichen Ausstellungen, Ausrichtung von Verbandstag, Veranlassung etlicher Sonder- bzw. Werbestempel der Post, Veröffentlichung zahlreicher Schriften zur Brucker Stadt- und Postgeschichte. Eine der meistbesuchten Internet-Seiten aller deutschen Philatelistenvereine (www.philatelistenverein-fuerstenfeldbruck.de). Fachlicher Rat an verschiedenste Institutionen wie LKA hinsichtlich Fälschungsbekämpfung, Kommunen und Privatpersonen bei Nachlassbewertungen, Engagement / Ämter in überregionalen Verbänden. Starkes Engagement in Jugendarbeit (Kinderhort).

Probleme:

Drohende Überalterung, Kampf gegen negative Vorurteile: "angestaubte alte Herren, die Tausende von Euro für Briefmarken ausgeben". Völlig falsch, die Masse unserer Geschäfte bewegen sich in Größenordnungen von 10 bis 20 Cent.

Ausstellungen: Fehlende geeignete / bezahlbare Räumlichkeiten in Bruck, so droht eine für 2007 geplante große Ausstellung zur Fürstenfeldbrucker Geschichte der letzten rund 250 Jahre an der Raum-Frage zu scheitern.

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Nationalsozialistische Symbole

In Bayern ticken die Uhren anders. Zwar ist es ein Bundesgesetz, dass das Zurschaustellen von Symbolen des Nationalsozialismus regelt, explizit in Bayern wird es etwas anders ausgelegt. So wurde ein Münchner Briefmarkenhändler verurteilt, weil er einen Satz Dienstmarken des Dritten Reiches im Schaufenster hatte. De Facto wurde er damit Neonazis gleichgestellt. Ein österreichischer Verlags-Besitzer wurde in Bayern verurteilt, weil er Postkarten mit der Abbildung Adolf Hitlers nachgedruckt hat. Regelmäßig wird auf Flohmärkten kontrolliert, ob nicht irgendwo derartige Marken / Belege angeboten werden. Besondere Vorsicht ist auch auf Tauschtagen oder Ausstellungen angeraten.

Selbstverständlich sind in meiner Heimatsammlung Fürstenfeldbruck Dienst-Belege enthalten, die mit Hakenkreuzmarken frankiert sind. Teilweise prangt links noch im Absenderbereich ein großes Parteiemblem. Es ist ein Teil der (philatelistischen) Stadtgeschichte. Diese Belege dürfen in Bayern keinesfalls gezeigt werden, will man sich nicht mit eifrigen Staatsanwälten anlegen. Dass das sehr schnell gehen kann, zeigen folgende Beispiele:

Ein Münchener Rentner musste sich vor dem Amtsgericht verantworten, weil er bei ebay eine Münze des Deutschen Reiches angeboten hat, auf deren Rückseite ein Hakenkreuz geprägt ist. Ebenso wurde ein Modellbauer verurteilt, weil er auf einer Flugschau eine Maschine mit Hakenkreuz fliegen liess. Für einen bestimmten Münchener Staatsanwalt sind das keine zeitgeschichtlichen Dokumente, sondern offensichtlich Zeichen einer bestimmten Gesinnung.

Folgt man der Argumentation dieses Herren, dann ist ein normaler Philatelist Royalist (Bayern-Marken mit Luitpold), Kommunist (DDR-Marken), Nazi (Dienstmarken Deutsches Reich), Faschist (Duce-Marken Italien), Revolutionär (Castro-Marken Kuba), Kriegstreiber (Militärmarken USA), Pazifist (Anti-Kriegsmarken Iran).....

In meinem Bücherschrank steht ein Buch mit Autogramm von Herbert Wehner, das muss ich rechtzeitig verbrennen, sonst hält man mich für einen Sozi, da helfen wohl auch die beiden Münzen und die drei Briefmarken mit der Abbildung des Franz-Josef Strauß nichts mehr.

Dabei sind die gesetzlichen Bestimmungen eindeutig:

Strafgesetzbuch
Besonderer Teil (§§ 80 - 358)

1.

Abschnitt - Friedensverrat, Hochverrat und Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates (§§ 80 - 92b)

3.

Titel - Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates (§§ 84 - 91)

§ 86
Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen

 

(1)

Wer Propagandamittel

 

 

1.

einer vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärten Partei oder einer Partei oder Vereinigung, von der unanfechtbar festgestellt ist, dass sie Ersatzorganisation einer solchen Partei ist,

 

 

2.

einer Vereinigung, die unanfechtbar verboten ist, weil sie sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richtet, oder von der unanfechtbar festgestellt ist, dass sie Ersatzorganisation einer solchen verbotenen Vereinigung ist,

 

 

3.

einer Regierung, Vereinigung oder Einrichtung außerhalb des räumlichen Geltungsbereichs dieses Gesetzes, die für die Zwecke einer der in den Nummern 1 und 2 bezeichneten Parteien oder Vereinigungen tätig ist, oder

 

 

4.

Propagandamittel, die nach ihrem Inhalt dazu bestimmt sind, Bestrebungen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation fortzusetzen, im Inland verbreitet oder zur Verbreitung im Inland oder Ausland herstellt, vorrätig hält, einführt oder ausführt oder in Datenspeichern öffentlich zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

 

(2)

Propagandamittel im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche Schriften (§ 11 Abs. 3), deren Inhalt gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung gerichtet ist.

 

(3)

Absatz 1 gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.

 

(4)

Ist die Schuld gering, so kann das Gericht von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen.

Im Paragrafen 86 (2) wird eindeutig definiert, was Propagandamittel sind. Pauschal kann gesagt werden, dass darunter sämtliche Propaganda-Schriften des Dritten Reiches fallen, ebenso Schriften von Parteien / Gruppierungen, die in der Bundesrepublik verboten wurden. Da die SED nicht verboten wurde, dürfen somit philatelistische Belege gezeigt werden, auch wenn darauf Propaganda gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung aufgedruckt ist.

 

§ 86a
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

 

(1)

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

 

 

1.

im Inland Kennzeichen einer der in § 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Parteien oder Vereinigungen verbreitet oder öffentlich, in einer Versammlung oder in von ihm verbreiteten Schriften (§ 11 Abs. 3) verwendet oder 

 

 

2.

Gegenstände, die derartige Kennzeichen darstellen oder enthalten, zur Verbreitung oder Verwendung im Inland oder Ausland in der in Nummer 1 bezeichneten Art und Weise herstellt, vorrätig hält, einführt oder ausführt.

 

(2)

Kennzeichen im Sinne des Absatzes 1 sind namentlich Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen. Den in Satz 1 genannten Kennzeichen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.

 

(3)

§ 86 Abs. 3 und 4 gilt entsprechend.

Hier im § 86a ist die Gefahr für Philatelisten verborgen, denn was ist mit alten Ansichtskarten vom Brucker Marktplatz (der damals noch anders hieß),  auf denen aus den Fenstern bestimmte Fahnen hängen? Oder Ansichtskarten, die anlässlich von Paraden produziert wurden? Welche Konsequenzen hat das Zeigen eines Dienstbriefes der Partei oder einer Behörde mit Dienst-Briefmarke? Dient die Zurschaustellung auf einer Ausstellung der staatsbürgerlichen Aufklärung oder gibt es dafür bis zu drei Jahren Gefängnis? Ist es ein Ergebnis der (philatelistischen) Forschung oder gibt es dafür eine Geldstrafe? Ist es eine Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder stellt der Richter das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein? Man kann in Bayern Philatelisten nur einen Rat geben: Staatsanwälte von Ausstellungen ausschließen.

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Neuerscheinungen

Tadschikistan
4er-ZD Erster Flug A380

Ägypten
2 SM Erfolg der lokalen Produktion von Trainingsflugzeugen

Brit. Territorium in der Antarktis
4 SM Shackletons Hunde

Georgien
Olympische Sommerspiele Peking 2008

Cook-Inseln
5 SM / Überdruck 29.11.05: Olympische Goldmedaillengewinner

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Tauschabend mit Auktion 14.3.06

Gut besucht. A gibt Katalog zurück und leiht den aus, den B zurückgibt. C sucht Spanienkatalog. D fragt, wie viel er vom letzten Mal schuldig ist. Endlich kann ich die Einlieferungen annehmen, die meisten Einlieferer haben ihre Lose gut vorbereitet, es geht flott. Ausnahme ist E. Es wird gefragt, was man für das Los verlangen kann. Meine Auskunft: Wird von Puchheimer Händler für 1,50 angeboten und bei ebay für 7 Euro. Nach einigem Zögern entscheidet sich E für 5 € Ausruf (das Los bleibt später unverkauft). Aber E hat noch ein zweites Los. Die gleiche Prozedur. F redet dazwischen. G sucht Spanienkatalog. Ich weise ihn darauf hin, dass C den gleichen Katalog sucht.

Zum Beginn der Auktion brauchen die Herren 12,4 Sekunden, bis jeder auf seinem Platz sitzt, die Damen benötigen dazu 43,6 Sekunden. Außer F, der redet dazwischen. Die Auktion läuft flott dank Unterstützung durch Bernhard. Dann kommt der schwierigste Teil: Kassieren und Lose ausgeben, schließlich soll alles korrekt ablaufen. Der 1. Abholer wedelt mit einem 100 €-Schein und fragt, ob wir schon wechseln können, der 2. hat einen 50 €-Schein und der dritte wiederum einen 100ter. F versucht sich vorzudrängeln. Als das nicht klappt, redet er dazwischen und bringt alle durcheinander. Zwischendurch fragt G über die Köpfe hinweg, ob ich wüsste, wo der Spanien-Katalog ist, ich verweise ihn an C. Einer Dame in der Schlange ist langweilig, daraufhin beginnt sie zu untersuchen, ob sich in unserer Kasse exotische Euro-Stücke befinden. Irgendwo von hinten kommen Rufe, dass in meinem Tauschkoffer ein merkwürdiges blaues Licht leuchtet (meine Prüflampe war angegangen). H will schnell mal Privatkram mit mir erledigen. Okay, irgendwie haben wir die Auktion stimmend beendet. Überall sah man die Leute eifrig tauschen, fachsimpeln, wühlen, stöbern.

Ich dagegen packte die Bruck-Marken aus, dazu kamen die vier Stapel mit den Umschlägen. Kaum war alles hergerichtet, wurde der Stand gestürmt. Man ahnt es, F redete dazwischen. G teilt mit, dass er die Marke im Spanien-Katalog gefunden hat. J zählt sich von jedem Stapel 10 Umschläge ab, K findet sie sehr schön und bedient sich an denen, die sich J gerade abgezählt hatte. L findet den Preis für die Umschläge viel zu günstig, vielleicht nahm er deshalb nur je einen. Herr M will schnell noch den letzten Tratsch über den Landesverband loswerden, H fragt, ob ich jetzt Zeit für seinen Privatkram hätte. N kann sich nicht entscheiden: blaue oder gelbe Marke, Ober- oder Unterrand? Er nimmt dann doch einen Mittelstreifen, meines Erachtens ein vernünftiger Kompromiss zwischen Oberrand und Unterrand. O fragt zwischendurch, ob er sich schon mal mein Briefalbum anschauen darf.

Am Schluss sind alle zufrieden: Jeder hat das bekommen, was er wollte. Ich habe eine Menge Marken und Umschläge verkauft, Bernhard konnte rechtzeitig seine Kartenspieler-Runde zusammentrommeln.

Mit dem und mit dem kann ich noch ein paar kurze Worte wechseln, dann räume ich auf, schließe den Schrank ab und gehe hinunter in die Gaststube, wo der gemütliche Teil abläuft. Man ist gerade mit dem Pittabrot fertig. Es ist 22:35 Uhr, in den letzten exakt 5 Stunden hatte ich ein einziges Spezi. Von allen Seiten gibt es Lob, es wäre ein schöner Abend gewesen, man habe eine Menge gefunden, es hätte richtig Spaß gemacht usw. usw. Aber ich, ich würde irgendwie abgeschlafft aussehen, ob ich Probleme hätte? Nein, ich habe wohl nur meine Pflicht getan.

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Garmisch

Der Garmischer Verein "Philatelia" begeht im Jahr 2006/2007 sein 40. Gründungsjubiläum. Aus diesem Anlass will der Verein am 19.11.06 in Garmisch und im Mai 2007 in Farchant eine Rang-3 Ausstellung ausrichten. Er bittet um Exponate unserer Mitglieder.

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Brucker Ansichtskarten

Es existiert eine Vielzahl verschiedenster Ansichtskarten von Fürstenfeld, Bruck und Fürstenfeldbruck. Das hat mehrere Gründe: Wir waren viele Jahre der Ausflugsort für die Münchener Bevölkerung, Fürstenfeldbruck war für mehr als 100 Jahre wichtige Garnisonstadt, die Polizeischule kam hinzu, und nicht zuletzt existierten bis etwa 1935 mehrere große Ansichtskartenverlage in unserer Stadt.

Den hohen Freizeitwert von Fürstenfeldbruck dokumentieren die vielen verschiedenen Ansichten von Rodelbahn, Ludwigshöhe (teilweise als Erholungsheim), des Weiherhauses als Ausflugslokal, der Badehäuser an der Amper sowie Bilder der Brucker Parks. Häufig zu finden ist "Partie an der Amper" aus verschiedensten Blickwinkeln.

Die Garnisonstadt Fürstenfeldbruck findet sich auf vielen Karten der Unteroffizierschule, des Barackenlagers der französischen Kriegsgefangenen mit dem Haupthaus Jägerklause. Hinzu kommen Paraden und Ausmärsche.

Häufig zu finden sind Stadtansichten, meist aufgenommen vom Engelsberg, wobei alte Photografien vom Flugzeug aus relativ selten sind. Beliebtestes Einzelobjekt war eindeutig der Marktplatz. Von oben, von unten, von rechts und von links, alle paar Jahre sowieso und bei wichtigen Anlässen. So lässt sich die sehr wechselhafte Geschichte des Brucker Hauptplatzes lückenlos belegen, einschließlich ständiger baulicher Veränderungen, hier besonders Uhl-Grundstück und Hotel Post.

Zeitgeschichtlich interessant sind Ansichtskarten von einzelnen Strassen. Die Bullach-, Augsburger-, Kolpingstrasse sind auf eigenen Karten abgebildet. So manches Gebäude hat sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert.

Anders sieht es mit der Amperbrücke aus. Von einfacher Holzbrücke bis zum heutigen Zustand ist sie abgebildet, auf alten Fotos wurde sie zum Teil "verschönt". Bemerkenswert auch die erhebliche Veränderung der Gebäude in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, ob Hotel Hartmann, Badehäuser oder Pferdeschwemme.

Das Kloster und die Klosterkirche wurden von allen Seiten aus verschiedensten Perspektiven aufgenommen. Bemerkenswert sind hier Abbildungen eines herrlichen Biergartens.

Zu besonderen Ereignissen erschienen spezielle Karten. Sehr selten sind die Karten zur Landwirtschaftsausstellung 1902, doch auch königlicher Besuch und große Paraden wurden durch Ansichtskarten gewürdigt.

Die alten Photografen haben in sehr starken Massen ihre Aufnahmen "geschönt". Gebäude wurden nachgezeichnet, phantasievoll wurden etliche Objekte in das Bild zugefügt. So fahren Züge durch Gegenden, wo es nie Bahngleise gegeben hat, wurden schöne Parks angelegt, wo es in Wirklichkeit nur Wildnis gab, qualmen große Schornsteine mitten in der Stadt. Diese "Verschönerungen" muss man symbolhaft sehen, Eisenbahnen und Schornsteine waren damals Zeichen des technischen Fortschritts. Es sollte gezeigt werden, dass Fürstenfeldbruck eine moderne Ortschaft ist.

In ähnlicher Weise haben Künstler Brucker Ansichten verschönt. Der bekannteste war wohl Keller-Reutlingen, er fügte den Ansichten oftmals Idyllen hinzu, so Kinder, Blumenwiesen und Schafe.

Von den Brucker Ansichtskartenverlagen verlieren sich die Spuren in den 30iger Jahren. Ziehrer, Wonderer waren wohl die bekanntesten Verlage. Ihre Bedeutung reichte weit über den Brucker Raum hinaus.

Das Preisgefüge bei Brucker Ansichtskarten folgt keiner klar erkennbaren Linie. Seltene und gut erhaltene Karten kann man für 2 € erwerben, die gleiche Karte wird von anderen Anbietern für 15 € als günstig offeriert. Vor einigen Jahren waren es mehrere Brucker Sammler, die dafür sorgten, dass unsere Karten teurer waren als vergleichbares Material anderer Orte, heute bewilligen bei Onlineauktionen immer die gleichen vier Bieter Preise, die weit über dem liegen, was angemessen ist. Viele der Karten, bei denen man sich gegenseitig hochgesteigert hat, hätte man im Verein zum halben Preis bekommen. Natürlich finden sich schnell Trittbrettfahrer ein, die für schlichte Massenkarten aus den 60iger Jahren unverschämte 5 € verlangen. Man kann nur den Rat geben, auf solche Angebote zu verzichten und stattdessen geduldig zu suchen.

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Sammelgebiete
(Fortsetzung)

Postwege

Nicht immer ist und war direkter Postverkehr zwischen Absender und Empfänger möglich. Kriegsereignisse, Blockaden oder andere politische Gründe konnten Umwege oder besondere Versendungsformen erforderlich machen. Am bekanntesten ist wohl der Postverkehr per Ballon aus dem belagerten Paris. In manche Gegenden gab es keine direkte Verbindung, so dass Post nur über oftmals komplizierte Wege geleitet werden konnte.

Erstflugbelege

In den 50iger Jahren begannen die Fluggesellschaften, ein weltweites Netz von Flugverbindungen aufzubauen. Zum jeweiligen Erstflug konnten Belege versandt werden. Seinerzeit ein Sammelgebiet, das einen Hauch der großen weiten Welt vermittelte. Heute werden diese Belege als Massenware angeboten. Vielleicht ist gerade dieser Preisverfall ein Grund, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Schöne Briefe

Bei der Durchsicht von Posten findet man gelegentlich Briefe, die eigentlich keine Besonderheit sind, trotzdem wegen ihrer Schönheit ins Auge fallen. Schrift, Platzierung der Marke, Stempel, alles harmoniert. Noch seltener findet man diese Harmonie auf kleinformatigen (Damen-)Briefen. Wer weniger Augenmerk auf "Wert" als auf Schönheit legt, findet hier ein herrliches Betätigungsfeld.

Fremde Post

In sehr vielen Gebieten existieren besondere Einrichtungen, die ihr eigenes Postsystem haben, das auf dem fremden Territorium gültig ist. Amerikanische Streitkräfte haben ihr eigenes APO-System, Briten verschicken in Deutschland ihre Post mit britischen Marken zum Sondertarif mit entsprechendem Stempel. In der Schweiz haben internationale Ämter ihre eigenen Briefmarken. Der Europarat in Strassburg verwendet für seine Post eigene Ausgaben. Dies sind nur einige wenige Beispiele. Es ist nicht einfach, Bedarfspost zu finden. Die gemachten Ersttagsbriefe sind jedoch Massenware, die man vernachlässigen kann.

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Zuschriften

... ich finde Euren Webauftritt sehr interessant und gehöre zu den 9120, die sich hin und wieder mal eine kurze Pause gönnen, um mal über den eigenen Bereich hinauszuschauen. Weiter so!
Mit den besten Grüßen aus dem "ausländischen" Frankfurt

Heinrich Mimberg, Redakteur der Vereinsmitteilungen des
Verein für Briefmarkenkunde 1878 e.V. Frankfurt am Main

Lieber Lippo, liebe Leser des Vereinsorgans
mit viel Freude lese ich jedes Mal euer Rundschreiben und bin von der Vielfalt wie der schwungvollen Schreibweise des Chefredakteurs immer wieder auf Neue angetan. Dazu gratuliere ich euch sehr.

Toni Poettinger, Präsident "PHILATELIA" e.V., Garmisch

"Ihr Vereinsrundschreiben ist absolute Spitze, Ihren Fleiß muss ich wirklich loben."

Herbert Kuhn

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Briefporto

Eigentlich sollte man meinen, dass ein normaler Brief bei der Gelben Post 55 Cent Porto kostet. Es geht offensichtlich auch für 44 Cent: Über Tochtergesellschaften bietet die Post Großkunden einen Preisnachlass von 20% an. Voraussetzung: Briefe müssen vorsortiert sein.

Mit diesem Nachlass will sich die Post Großkunden für die Zeit nach dem Fall des Postmonopols sichern.

Wettbewerber haben die Regulierungsbehörde eingeschaltet, man betrachtet die angebotenen Preise als Dumping um den Marktzugang anderer Anbieter von Postdienstleistungen zu erschweren.

Es ist schon bemerkenswert, wenn die Post auf der einen Seite ihr Monopol mit Zähnen und Klauen verteidigt, auf der anderen Seite jedoch durch ihre eigenen Tochtergesellschaften genau dieses Monopol selbst unterläuft.

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Fußball-Weltmeisterschaft

Hurra, das erste (!) offizielle (!) Briefmarkenheftchen zur Fußball-Weltmeisterschaft ist erschienen.  Bestellen kann man es zum Vorzugspreis von nur  5,90 € (statt 6,95 €) bei der "Deutschen Ausgabestelle für die offiziellen FIFA Briefmarkenheftchen". Es enthält nicht nur einen Zusammendruck mit vier aktuellen Sondermarken von Deutschland, sondern auch Faksimiles von zwei über 70 Jahre alten italienischen Sondermarken!

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Informationen

Unsere Rundschreiben erscheinen in der Regel 3x im Jahr, da versuche ich, die eine oder andere Information zu geben, die einem so über den Weg läuft. Eilige Dinge erfahren die Mitglieder an den Tauschabenden. Doch es gibt Situationen, wo man noch viel schneller sein muss. Bestes Beispiel hierfür ist das Thema Sonder-Feldpostamt im Fliegerhorst. Dass es eines geben wird, stand weder in der Zeitung noch in irgendwelchen Programmen. Am Dienstag gegen 16 Uhr erhielt ich die erste Information, ein Sammler aus Norddeutschland wollte wissen, ob wir irgendwelche Aktionen aus diesem Anlass planen. Abends wurden die Mitglieder am Tauschabend informiert. Jedoch erst am Mittwoch verdichteten sich die Aussagen, wenngleich es noch immer unterschiedliche Angaben gab, an welchen Tagen (Samstag/Sonntag, Freitag/Samstag) das Postamt geöffnet sein wird. 

Wie soll ich nun unsere interessierten Mitglieder informieren? Ein paar anrufen? Dann muss ich damit rechnen, dass andere böse werden, weil sie, verständlicherweise, auch informiert werden wollen. Das Problem ist irgendwie nicht lösbar. Ich kann wirklich nur jedem, der Internet-Zugang hat, raten auf unsere Seite "Aktuelles" zu schauen, dort findet man sehr zeitnah aktuelle Nachrichten. So konnte man sich zum Beispiel schon am ersten Tag der Briefmarkenmesse über erste Eindrücke informieren.

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Großbritannien (heute) komplett
Oder: Wo bleibt im MICHEL das Markenland Gröde-Appelland?

Was ist eigentlich ein MICHEL-Land? Nehmen wir einmal Großbritannien:
Unstrittig gibt es die Regionen Nordirland, Schottland und Wales mit eigenen teilautonomen Regierungen. England hat zwar keine eigene teilautonome Regierung, ist aber sicher auch als ‚Region’ zu verstehen.

Gerne werden auch die Kanalinseln Jersey, Guernsey und Alderney (Sark, Herm, Jethou und Brechou gehören auch dazu!) und die Insel Man von Großbritannien-Fans gesammelt. Diese sind aber als Crown Dependencies, also als mit der Krone unmittelbar verbundenen Gebiete keine Teile des Vereinigten Königreiches und damit auch genauso wenig EU-Mitglieder wie etwa die Schweiz.

Nicht so bekannt, aber noch heute Großbritannien absolut zugehörig sind die United Kingdom Overseas Territories, die Überseegebiete des Vereinigten Königreichs:

Anguilla in der Karibik (Antillen)
(Markenausgaben 1952 – 1980 auch als St. Christopher-Nevis-Anguilla),
mit den Inseln Anguilla 91 km² und Sombrero 5 km², 11430 Einwohner,
britische Kolonie seit 1650,
innere Autonomie seit 1980

Bermuda im nordwestlichen Atlantik,
53 km², insges. 360 Inseln, davon 20 bewohnt, 65545 Einwohner,
britische Kolonie seit 1684,
innere Autonomie seit 1968

British Virgin Islands, Britische Jungferninseln, in der Karibik (Antillen),
153 km², 40 Inseln: u. a. Tortula 54,4 km², Anegada 38,8 km²,
Virgin Gorda 21,4 km², Jost van Dyke 9,1 km², 21000 Einwohner
britisch seit 1672,
Kolonie seit 1872 (bis 1956 Teil von Leward Islands)

British Indian Ocean Territory / BIOT, Britisches Territorium im Indischen Ozean
Chagos Archipelago (Tschagos-Inseln), 54400 km², davon ca. 60 km² Landfläche, unbewohnt,
1966 wurde die gesamte Bevölkerung (Ilois, auch Chagossians genannt) nach Mauritius übersiedelt,
amerikanische Militärbasis mit ca. 1500 britischen und US-Militärpersonal und 2000 Zivilisten auf der Insel Diego Garcia

Falkland Islands / Islas Malvinas, Falklandinseln, im südwestlichen Atlantik
12173 km², East u. West Falkland sowie rd. 200 kleinere Inseln, ohne Süd-Georgien,
2913 Einwohner und ca. 1500 britisches Truppenkontingent,
britisch seit 1833,
Kolonie seit 1837,
beansprucht von Argentinien, Ursache für den Falklandkrieg 1982.

Gibraltar, am spanischen Mittelmeer,
6,5 km², 27025 Einwohner,
britisch seit 1713,
Kolonie seit 1830

Cayman Islands, Kaimaninseln, im karibischen Meer (südl. von Kuba),
259 km², Grand Cayman, Cayman Brac, Little Cayman
britisch seit 1670,
innere Autonomie seit 1962

Montserrat in der Karibik (Antillen),
102 km², 1182 Einwohner,
im Juni 1997 wurde die Hälfte der Bevölkerung nach Vulkanausbruch evakuiert,
britisch seit 1632,
innere Autonomie seit 1960

Pitcairn Islands Group, Pitcairninseln, im südlichen Pazifik
35,5 km², Pitcairn und die unbewohnten Inseln Henderson, Ducie und Oeno,
47 Einwohner, größtenteils Nachfahren der Meuterer von der Bounty und deren tahitianischen Frauen,
britische Siedlung seit 1790, 1808 wiederentdeckt, 1831 Evakuierung nach Tahiti und Rückkehr der 65 Überlebenden nach Pitcairn, 1856 erneute Evakuierung auf die zu Australien gehörende Norfolkinsel, 1858 teilweise Rückkehr von 16 Emigranten und 1864 von 4 weiteren Familien,
Kolonie seit 1838

St. Helena, im südöstlichen Atlantik,
4647 Einwohner,
St. Helena 122 km², 7460 Einwohner,
Ascension 88 km², ca. 1100 Einwohner,
Tristan da Cunha 98 km², ca. 300 Einwohner mit
Gough Island (bemannte Wetterstation), und den unbewohnten Inseln
Inaccessible Island 10 km², Nightingale Island 2,6 km²,
Middle Island 0,2 km² und Stoltenhoff Island 0,2 km²,
britisch seit 1673,
Kolonie seit 1834
 

South Georgia and the South Sandwich Islands, Süd Georgien und Süd-Sandwich-Inseln
(Markenausgaben früher auch als South Georgia, Falkland Islands Dependencies),
im südlichen Atlantik (vgl. auch Britisches Territorium in der Antarktis),
South Georgia 3592 km², unbewohnt, besetzt von Argentinien im Falklandkrieg 1982,
2001 wurde die britische Militärgarnison durch eine kleine biologische Forschungsstation der British Antarctic Survey auf Bird Island ersetzt,
South Sandwich Islands 311 km², unbewohnt, 1976 – 1982 eine kleine argentinische Siedlung Teniente Esquivel,
beansprucht von Argentinien

Turks and Caicos Islands, Turks- und Caicosinseln, im nordwestlichen Atlantik nördlich von Haiti,
430 km², 20014 Einwohner,
über 30 Inseln, bewohnt: Grand Turk, Salt Cay, South Caicos, Grand Caicos, North Caicos, Providentiales, Pine Cay, Parrot Cay
britisch seit 1670,
innere Autonomie seit 1962

British Antarctic Territory / BAT, Britisches Territorium in der Antarktis
(Markenausgaben früher auch als Falkland Islands Dependencies),
umfasst den Sektor vom 20. bis 50. Längengrad bis zum 50. Breitengrad und
vom 50. bis 80. Längengrad bis zum 60. Breitengrad, beansprucht 1908.
Gleichzeitig wird dieses Gebiet vom 25. bis 74. Längengrad bis zum 60. Breitengrad von Argentinien,
vom 53. bis 90. Längengrad bis zum 60. Breitengrad von Chile,
vom 28. bis 53. Längengrad bis zum 60. Breitengrad von Brasilien beansprucht.
Diese Ansprüche sind aber nur ‚historisch’ zu sehen, denn sie sind völkerrechtlich nicht anerkannt und zudem durch den 1961 geschlossenen Antarktisvertrag ‚auf Eis gelegt’.
Großbritannien unterhält 2 Dauer- und zusätzlich 1 Sommerstation mit 192 Bewohnern im Sommer (= Januar) und 39 im Winter (= Juli), Argentinien 6 Dauer- und 8 Sommerstationen mit 302 Bewohnern im Sommer und 165 im Winter, Chile 4 Dauer- und 5 Sommerstationen mit 352 Bewohnern im Sommer und 1129 im Winter, Brasilien 1 Dauer- und keine Sommerstation mit 80 Bewohnern im Sommer und 12 im Winter.

Land oder nicht Land, das ist hier die Frage!

Völkerrechtlich gleichen die Insel Man und die Kanalinseln wohl mehr den Fürstentümern Andorra, Lichtenstein und Monaco. Die United Kingdom Overseas Territories aber sind wegen ihrer unmittelbaren Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich kleinen Regionen Großbritanniens vergleichbar, auch wenn Sie Relikte der Kolonialgeschichte sind, die heute ohne ihren Status keine Überlebenschance hätten und deshalb teilweise nicht einmal die innere Autonomie beanspruchen. Damit müssten sie im MICHEL-Katalog eigentlich nach Schottland, Wales und Nordirland zu finden sein? Aber nein, dort sind sie als viel bedeutenderes eingeordnet: Als „eigenständige“ Markenländer!

Betrachten wir das MICHEL-Markenland Pitcairn. Die 47 Einwohner, wohl besser gesagt, die Insel an sich, „erwirtschaften“ jährlich 253.000 US$, überwiegend durch Briefmarken und Tourismus und erhalten zusätzlich 1,1 Mio. US$ Subventionen von Großbritannien und der EU. Zwar erfreute sich Pitcairn ab 1914 regen Besuchs durch Schiffe (ca. 1 mal pro Woche), lag es doch nach Eröffnung des Panamakanals auf der Schifffahrtsroute nach Neuseeland, aber nach dem Zweiten Weltkrieg setzte erneut eine Isolation ein, fehlen doch Hafen und Flugplatz. So kommt heute nur vier- bis sechsmal pro Jahr ein Containerschiff mit lebenswichtigen Gütern und Post, gelegentlich vielleicht einmal ein Kreuzfahrtschiff, das von den Pitcairnern dann besucht wird, denn die Anlandung der Touristen ist meist zu risikoreich. Pitcairn ist ein steil aus dem Meer ragender vulkanischer Monolith, der – für die Südsee selten - nicht einmal von einem Korallenriff umgeben ist. Weltbekannt wurde die Insel 2002, als 7 der 12 der männlichen Erwachsenen (= 58 %) im Verdacht standen, Kinder vergewaltigt zu haben. Die Verteidigung sah in der vielfachen Nötigung und Vergewaltigung, die z. T. schon Jahrzehnte zurück lag, die Ursache in einer Sexualmoral, die durch die  Abgeschiedenheit der Insel entstand. Am 25.10.2004 wurden 4 Angeklagte zu 4 – 6 Jahren, 2 weitere zu gemeinnützigen Tätigkeiten verurteilt. Nach dem Scheitern der Berufung Mitte Mai 2005 bleibt den Verurteilten nur noch die Beschwerde beim Privy Council in London, dem höchsten Appellationsgericht für Überseeterritorien über die Frage, ob die einstigen „Meuterer der Bounty“ überhaupt britischer Gerichtsbarkeit unterliegen. Der Mythos der Meuterei und die Abgeschiedenheit sind das Spektakulärste, das die Insel zu bieten hat: 500 km westlich liegen die Gambier Inseln, 2000 km östlich die Osterinsel. Helft also Pitcairn und kauft die reichlich vorhandenen Marken (17.11.2004 Mi Nr. 668!), denn jede Marke spart EU-Subventionen!

Eine der „größten“ Regionen Großbritanniens ist das United Kingdom Overseas Territory St. Helena. Von Jamestown nach Georgetown sind es 1297 km, von Jamestown nach Edinburgh 2442 km. Aber das täuscht, denn außer diesen Orten gibt es - nichts - besser gesagt, nur Wasser. Das wenige Land besteht aus den drei MICHEL-Markenländern St. Helena (25.5.2004 Mi-Nr. 906!), Ascension (27.5.2005 Mi-Nr. 952!) und Tristan da Cunha (18.4.2005 Mi-Nr. 854!). Letztere Insel ist zwar gegenüber Pitcairn mit ca. 300 Einwohnern (aus 8 Familienclans, 5 Familien stammen von Siedlern, 3 von Schiffbrüchigen ab) geradezu überbevölkert, dafür liegt sie noch abgelegener. 3238 km sind es nach Brasilien, 2779 km zum Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Auch Tristan da Cunha ist ein steil aus dem Meer ragender Vulkan mit nur einem kleinen, vom letzten Hurrikan schwer beschädigten Fischereihafen und keinem Flughafen. Es gibt aber zumindest eine kleine Straße mit einer Weggabelung in Edinburgh of the Seven Seas, deren „Verkehr“ ab und an vom Policeman and Conservation Officer Conrad Glass geregelt wird und es gibt natürlich ein Postamt unter Leitung von Postmaster Ian Lavarello (Head of Post and Telecommunications Department). Postbeförderung heißt für Ian Lavarello eine Postboje mit der Barkasse ‚Sandy Point Express’ von und zu vorbeifahrenden Schiffen zu bringen, denn das reguläre Postschiff ‚RMS St. Helena’ steuert nur einmal im Jahr Tristan da Cunha an, so wie vor kurzem vom 30.1. bis 20.2.2006 ab Kapstadt. Der weitere Einsatz der ‚RMS St. Helena’ ist aber bereits fraglich. Die Insel ist auf jedes vorbeikommende Versorgungs- und Kreuzfahrtschiff angewiesen und würdigt diese ausführlich in der Inselzeitung Tristan Times, so z.B. die Besuche durch ‚MS Prisendam II’, ‚MV Edinburgh’ und ‚MV Europa’ Anfang 2006. Wovon lebt man auf einer so kleinen Insel? Langustenfischerei, Kartoffelanbau und natürlich Briefmarken bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 225 EURO im Monat. Allein der Unterhalt der ‚RMS St. Helena’ kostet Millionen jährlich. Also auch hier die Bitte, der United Kingdom Overseas Territoriy St. Helena durch fleißige Briefmarkenkäufe zu helfen. Kennen unsere fleißigen CEPT-Sammler schon die neuen „Europa-Marken“ von St. Helena?

Noch interessanter die – außer von Militär und Forschern – unbewohnten MICHEL-Markenländer British Indian Ocean Territory (18.10.2005 Mi-Nr. 391), British Antarctic Territory (9.12.2004 Mi-Nr. 386) und South Georgia and the South Sandwich Islands (26.9.2005 Mi-Nr. 410). Hat Pitcairn fast 15 Markenausgaben pro Einwohner, muss man hier wohl abschätzen, wie viele Ausgaben pro Pinguin anstehen!? Das Post Office von South Georgia wird nicht etwa von Walrössern geleitet, sondern vom Government House auf den Falkland Islands, British Antarctic Territory wahrscheinlich auch. Vergessen wir aber nicht, dass die früher eigenständigen Markenländer (1944) Graham Land, South Orkneys und South Shetlands leider schon 1946 in die Falkland Islands Dependencies aufgingen.

Fazit

Was könnte Deutschland daraus lernen? Ganz einfach, uns fehlen Überseegebiete zur Steigerung unserer (Briefmarken-)Produktivität. Wir sollten daher schleunigst – mangels anderer Gebiete - unsere Ost- und Nordfriesischen Inseln – und natürlich auch Helgoland, Fehmarn, Poel, Hiddensee, Rügen und Usedom nicht zu vergessen – zu Nordsee- bzw. Ostseeterritorien erklären und dort fleißig Inselausgaben produzieren. Wie schön wäre es, im MICHEL-Katalog Nordeuropa (ja nicht im Deutschland-Katalog wegen all der ernsthaften Deutschland-Sammler!) dann die Markenländer Hooge, Nordmarsch-Langeneß, Oland, Gröde-Appelland, Habel, Nordstrandischmoor, Südfall ... zu finden. Vielleicht könnten wir die landwirtschaftliche EU-Förderung zumindest auf den Halligen aus den Briefmarkenerlösen finanzieren.

Bleibt fern aller Ironie für den Sammler die Frage, warum die Kataloge – nicht nur MICHEL – die United Kingdom Overseas Territories als eigenständige Markenländer und nicht als Teile Großbritanniens behandeln. Vielleicht sieht die Mehrheit der Sammler die Markenausgaben dieser „Länder“ eher als obscure Nebenerscheinungen der Philatelie an, die – vorsichtig ausgedrückt - nicht ganz so sammelwürdig sind? Hält damit MICHEL das eigentlich sammelwürdige Großbritannien sauber? Wenn das der Hintergrund ist, sollte er vielleicht die weniger würdigen Sammelgebiete besonders kennzeichnen, z.B. so: % British Antarctic Territory % (% als Symbol für den Reißwolf)!

Samuel Fleischhacker

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Rückblick Briefmarkenmesse München

Möglicherweise hat beim Handel ein Umdenken eingesetzt. Es gab zwar noch immer Händler, die einfachste Belege für 1 €/Stück anbieten, die aus alter 20 Pf-Belege-Zeit übrig geblieben sind. Andererseits gab es mehrere Stände, an denen wahre Beleg-Fundgruben zu 50 Cent pro Stück zum Stöbern einluden. Vielleicht hat man eingesehen, dass der Bogen überspannt wurde. Übrigens scheint der Nachlass von Gunter Schön auf den Markt gekommen zu sein, an einem Stand wurden seine Belege für 1 € verkauft.

Am 2. Tag war der Andrang gering, dagegen war es am letzten Tag voll, was daran gelegen haben könnte, dass am gleichen Tag nebenan die "Numismatika" eröffnete. Manch Münzsammler war wohl auf einen Besuch bei den Philatelisten.

Der Stand des LV bot Gelegenheit zu vielfältigen Gesprächen und persönlichen Kontakten. Leider hatte man "vergessen", das Glücksrad mitzubringen, so dass aus der Verlosung (und Adress-Sammlung) nichts wurde. Trotzdem war man, speziell im Jugendbereich, sehr engagiert. Dass wir bereits am Abend des 1. Tages unsere Nachlese mit Photos zur Messe veröffentlicht haben, nach zwei Monaten vom LV derartiges nicht zu erwarten ist, sei nur am Rande erwähnt.

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Kuriositäten

Wie wohl inzwischen allgemein bekannt, beschäftige ich mich intensiv mit anti -ernsthafter Philatelie.

Auf Ausstellungs-Medaillen werde ich wohl verzichten müssen, aber Spaß macht’s schon. Ein paar Neuzugänge nachfolgend:

Halbkreisstempel

Versuchsabschlag eines neuartigen Halbkreisstempels der Deutschen Bundespost. Wird als "Düsseldorfer Schwärzung" in nächsten Michel-Spezial Band 2 aufgenommen.

Schrift

Im letzten Rundschreiben hatten wir einen Brief abgebildet, bei dem sich der Schreiber ganz besondere Mühe bei der Beschriftung gegeben hatte. Dass es auch anders geht, zeigt dieser Brief an den seinerzeitigen Ministerpräsidenten von Hessen, Holger Börner:

Philatelie bildet

Wieder einmal wird bestätigt, dass Philatelisten mehr wissen: Caesar wurde gar nicht von Brutus erstochen! Nein, er überlebte den Angriff, ging nach Germanien ins Exil und lebte noch um 1920 als Professor in Karlsruhe, wie die Absenderangabe auf einem Beleg eindeutig beweist:

Opium

Für nachstehenden Beleg gibt es eigentlich nur zwei Erklärungen:
 

a)

Es war Kommunist Lenin, der behauptete, dass Religion Opium für das Volk sei. Als Konsequenz richteten die Nationalsozialisten in Berlin eine Opium-Stelle ein
 

b)

Nazis waren drogensüchtig

 
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Philatelistische Akademie

Engagierte Philatelisten unter Führung von Michael Adler haben bei der Philatelistischen Akademie durchgegriffen und die Leitung, die sich durch extreme Untätigkeit auszeichnete, ausgewechselt. Unter dem neuen Verantwortlichen, Erhard Ansorge, wurde hart gearbeitet und die Institution zu neuem Leben erweckt. Ab sofort können wieder Kurse belegt werden, eine Mitgliedschaft in Landesverband / BDPh ist nicht erforderlich. Nachstehend ein Ausschnitt aus dem aktuellen Prospekt:

Die Philatelistische Akademie Bayern e.V. will fachliches Wissen über Briefmarken und postalische Belege sowie über das Sammeln derselben vermitteln. Es sollen Anregungen und Anleitungen gegeben werden, wie das lehrreiche und entspannende Hobby „Briefmarkensammeln" zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung gestaltet, und der Sammler zum Philatelisten weitergebildet werden kann.

Der Fernkurs und die Lehrbriefe

Es hat sich aus Erfahrung gezeigt, dass es bei einer großen Anzahl von Sammlern und auch Philatelisten notwendig ist, das allgemeine Grundwissen zu vergrößern.

  • Es wird ein Grundkurs mit 8 Lehrbriefen angeboten. Er dauert. 12 Monate. Der Grundkurs soll in die Philatelie einführen und Grundwissen vermitteln, also Wissen, das man braucht. Nur wer das Einmaleins beherrscht, wird sich der Mathematik zuwendenkönnen. In den Lehrbriefen wird das philatelistische Einmaleins angeboten.
  • Die Lehrbriefe behandeln u.a. die Geschichte der Philatelie, die Briefmarke und ihre Beschaffenheit, ihre Entstehung und Herstellung, ihre Behandlung, eine kleine Stempelkunde und Ausführungen über Fälschungen und Reparaturen.
  • Die Lehrbriefe sind von erfahrenen Philatelisten erarbeitet worden. Es wurde auf gute Verständlichkeit und Lesbarkeit besonderer Wert gelegt.
  • Der Kursteilnehmer erhält in festgelegten Abständen von 8 Wochen Lehrbriefe zugesandt. Er kann sie durcharbeiten, wann er Zeit und Lust dazu hat.
  • Im Verlauf des Kurses werden Fragebogen übersandt. Die Beantwortung dieser Fragen aus dem Lehrstoff zeigt, ob der Inhalt der Lehrbriefe verstanden wurde und umgesetzt werden kann. So kann jeder selbst seinen Wissensstand kontrollieren.
  • Am Ende des Kurses wird ein Wochenendseminar angeboten, bei dem noch einmal alle Punkte angesprochen werden sollen und können. Mit Fragen und Antworten findet ein Abschlussgespräch statt.
  • Der erfolgreiche Abschluss des „Grundkurses für Philatelie" wird von der Akademie mit einem Diplom bestätigt.

Aufbaukurse

Die Akademie bietet weiterführende Fernkurse an, in denen Spezialwissen, z.B. für die Bereiche Stempelkunde, Ganzsachen, die verschiedenen Arten von Sammlungen (Länder - Motiv – Luftpost - u.a.) sowie auch postgeschichtliche Sammlungen vermittelt werden soll. Solche Aufbaukurse werden selektiv mit zeitlicher Verzögerung angeboten.

Wer kann am Fernkurs teilnehmen?

  • An den Fernkursen der Akademie können sich Personen ab dem 16. Lebensjahr beteiligen.
  • Die Interessenten müssen nicht Mitglied des Bundes Deutscher Philatelisten oder einer anderen Organisation sein. Jeder kann teilnehmen.

Wer kann das Kursziel erreichen?

Eine Frage, die sich jeder stellt, der ernsthaftes Interesse an einem solchen Fernkurs hat.

  • Das Kursziel kann jeder erreichen, der Interesse und Ausdauer für die Philatelie mitbringt. Examensängste sind unbegründet.
  • Zugegeben, der Lehrstoff ist umfangreich. Aber - er ist mit Sicherheit nicht, so schwer verständlich, dass er nicht von alt und jung ohne Schwierigkeit verarbeitet werden könnte. Hinzu kommt, dass die Materie ausschließlich auf der Grundlage eines Hobbies aufbaut, an dem man Interesse hat.
  • Bedenken Sie, es ist ein Grundkurs, der Grundwissen vermitteln soll. Erwarten Sie daher keine eingehenden Ausführungen über Spezialgebiete.
  • Arbeiten Sie mit! Lesen Sie die Lehrbriefe! Füllen Sie die Fragebogen aus! Das ist alles, was von Ihnen verlangt wird. Wenn Sie dies nicht wollen, dann belegen Sie bitte den Fernkurs nicht.

Welche Kosten sind mit einem solchen Fernkurs verbunden?

  • Die Kursgebühren schließen Teilnehmergebühren, Lehrbriefe, Fragebogen und deren Korrektur ein.
  • Die Gebühren betragen 120 Euro.
  • Die Kosten des Abschlussseminars muss jeder Teilnehmer selbst tragen. Neben den Fahrtkosten entstehen Kosten für Übernachtung und Verpflegung (von Samstag mittag bis Sonntag nachmittag). Alle anderen Kosten, z.B. für Referenten und Seminarlehrer, sind in den Gebühren enthalten.

Falls sich jemand für die Lehrgänge interessiert (was wir sehr hoffen) möge er sich bitte an uns wenden, wir überlegen derzeit, ob wir nicht unseren Mitgliedern einen Zuschuss zu den Kursgebühren geben sollten.

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Unser Verein

Ein Philatelistenverein ist eine „Ansammlung kleingeistiger Flohmarkttandler". Andere behaupten, wir wären angestaubte alte Herren. Hier zwei Beispiele für die Realität:

 
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Mona Lisa

Mona Lisa erschien 1952 zum ersten Mal, inzwischen ist sie 54 Jahre alt. Sie war sehr beliebt, weil man mit ihr Adressen prüfen konnte. Mona Lisa wurde sehr oft gestempelt, aber manchmal nicht richtig, deshalb muss sie von einem Herrn Schlegel ganz genau untersucht werden. Ist er zufrieden, dann bekommt sie eine Art Tätowierung auf die Rückseite. Deshalb ist es sehr wichtig, sofort auf ihre Rückseite zu sehen, wenn man Mona Lisa mal trifft. Mona Lisa hat strahlend weiße Zähne. Den Franzosen hat Mona Lisa so gut gefallen, dass man sie in Paris in ein Museum gehängt hat. In Deutschland ist das ganz anders, da darf sie auf Ausstellungen nicht gezeigt werden. Die Juroren meinen, sie sei zu jung dafür.

Schulaufsatz eines Jungphilatelisten, Thema: Mona Lisa

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Statistik

Von 1994 bis 2004 haben wir 20,5% unserer Mitglieder verloren. Das ist eine erschreckende Zahl. Aber unter den 68 Vereinen, von denen wir die Vergleichsdaten haben, geht es uns noch recht gut, immerhin haben 30 Vereine mehr als 1/4 der Mitglieder verloren, in 10 Vereinen hat sich die Zahl der Mitglieder sogar halbiert. Besonders getroffen hat es hier Motiv-Gruppen und firmenverbundene Vereine wie Siemens, BSW und ähnliche. Wenn wir bisher mit einem (starken) blauen Auge davon gekommen sind, sollte das nicht Grund der Zufriedenheit sein. Eure Nachbarn sammeln Briefmarken, bringt sie einfach mal mit.

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Landesverband

Es ist klar, für die folgenden Zeilen wird es wieder Kritik geben, wir würden ja ganz passable Rundschreiben machen, aber wir sollen doch endlich aufhören, am Landesverband rumzunörgeln. Trotzdem: Der LV-Tag findet Ende Mai statt. Die Einladung ist eingetroffen. Wie jedes Jahr, so hat der Landesverband wiederum einen satten Verlust erwirtschaftet, über 5.000 €. Das Vermögen beträgt nur noch 40.000 €. Im Jahr 2002 hatte man noch 69.000 € auf dem Konto.

Der Herr 1. Vorsitzende Ludwig Gambert hat im Jahr 2005 Reisekostenabrechnungen über  5.482 Euro zusätzlich für die Jahre 2002, 2003 und 2004 eingereicht, obwohl er damals auch schon ordentlich Spesen fabriziert hatte. Zwar meinen die Kassenprüfer und der Kassier, dass diese Beträge nach so langer Zeit nicht mehr auf Richtigkeit überprüft werden können, aber das juckt den Präsidenten herzlich wenig. Rein formal mag er im Recht sein. Aber Kassier und Kassenprüfer sollten eine Chance zur Überprüfung haben.

In den offiziellen Unterlagen steht er als Verantwortlicher für die "Direktmitglieder". Er hat vergessen, in den letzten zwei Jahren die Beiträge zu kassieren. Das ist ein netter 4-stelliger Betrag, der fehlt.

Wir alle kennen den "Tag der Briefmarke". Da geht immer etwas mit Belegverkauf und Einnahmen. Der Landesverband Südwest verbuchte immerhin 13.770 Euro als Einnahmen, ist doch eine nette Summe, oder? Der Landesverband Bayern kam auf stolze 77 € und schämt sich nicht einmal.

Ein Regionalbeirat aus Nord-Bayern beklagt, dass zu einem Treffen der Vereinsvorsitzenden leider niemand vom Vorstand kam, der Regionalbeirat von München fragt süffisant, was er denn in den Vereinen erzählen soll, wenn er keine Informationen von oben bekommt. Unser Regionalbeirat, zuständig für Dachau, Germering und Fürstenfeldbruck war mit seinen drei Vereinen so sehr beschäftigt, dass er nicht einmal in der Lage war, einen Rechenschaftsbericht zu schreiben. Was soll er auch reinschreiben? Dass er seit rund 13 Monaten nicht mehr gesehen wurde? Der Spaß Regionalbeiräte hat im letzten Jahr übrigens nur rund 5.500 € gekostet.

Interessant, dass eines bei der Einladung fehlt: Der Entwurf der neuen Satzung. Der LV-Tag hatte beschlossen, dass eine Satzungskommission einen Entwurf ausarbeiten soll. Aber was schert es den Vorstand, was die Mitgliederversammlung beschließt! Schließlich hat man ja auch schon in der Vergangenheit Kritik und Hinweise der Kassenprüfer großzügig übergangen.

Am 12.4. fand in München ein Treffen von rund 35 Vereinsverantwortlichen statt. Etliche "Baustellen" wurden angesprochen. Viele Vereinsvorsitzende waren erstaunt, was beim LV los ist. Man war sich einig: die gesamte Truppe gehört aus dem Amt gejagt. Aber was nützt es, wenn sich in München die Leute einig sind, und sich anderenorts Seilschaften formieren...

Am 22.4. traf ein Schreiben der Ehrenvorsitzenden /-Mitglieder des Landesverbandes Adler und Schumacher ein. Sie meinen, dass es so nicht weitergehen kann. Das rede ich schon seit vielen Jahren.

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Sommerfest

Nach den aufregenden Wochen haben wir uns eine kleine Auszeit verdient, oder? Am 1.Juli ist ab 18:30 Uhr der Biergarten für uns reserviert. Kinder, Enkel, Freunde, alle sind herzlich willkommen.

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Termine
 

Samstag, 6. Mai 2006
10:00 - ca. 16:00 Uhr

Verkaufs-/Werbestand unseres Vereins
am Marktplatz vor Altem Rathaus

Dienstag, 13. Juni 2006:

Vereinsinterne Auktion

Samstag, 1.7.2006
ab 18:30 Uhr:

Sommerfest im Biergarten „Auf der Lände“

Internet:

13980 Besucher seit dem 6. März 2004

 
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