2 / 2011

Rundschreiben 2 / 2011 - Nr. 111

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Bundestag der Philatelisten
Schweiz
Tauschtag Germering 20.2.11
Rat des Fachmannes
Mitgliederversammlungen
Einkauf
Verbandspräsident
Zurück
Münzen
Prüfer
E-Zettel
Unsere Sekretärin
Tauschtag Innsbruck
Heimatsammlung
Briefmarkenmesse München 3.3.11
Vereinsvorstand
Nachlass Sudetenland
Gerichtsvollzieher
Marktlage
Farben
Loriot
Groß-Veranstaltung
Termine
Internet

Wichtiger Termin:

kurzfristig konnten wir noch einen Termin für eine kleine Vorweihnachts-Feier bekommen:

Samstag, 03.12.2011 um 18:00 Uhr im
Wirtshaus „Auf der Lände“

Wir haben nur 20 Plätze, also schnell anmelden
 

Vorwort

Angefangen wurde dieses Rundschreiben bereits im März. Dann hatte man andere Sorgen / Prioritäten. Nun pressiert es. Also bringen wir ein Rundschreiben heraus, wie es als unvollendeter Entwurf im Computer steckte.

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Bundestag der Philatelisten

Was macht ein Delegierter auf dem Bundestag der Philatelisten? Tagung? Festabend? Die Kasse prüfen und die Zukunft des Verbandes planen? Nein, zumindest nicht im Jahr 1953. Da ging er in das TABU-CABARET und schickte seinen Sammlerkollegen noch herzliche Grüße auf einer Karte.

RS1102c

So etwas würde heute sicherlich nicht mehr passieren (heute würde man eine SMS schicken).

RS1102e

Sehr gut erhaltener Infla-Beleg. Besonderheit: Das Stempeldatum: 3.12.1923. Am 1.12. war jedoch die Infla-Zeit vorbei. Mögliche Erklärung: Der 3.12. war ein Montag, wenn der Brief vor dem Wochenende in den Kasten geworfen wurde, war er noch korrekt freigemacht.

RS1102d

Ausschnitt aus einem kompletten Brief. Interessant wäre die Frage, wie ein Postleitzahlsammler diesen Beleg einsortieren würde, schließlich sind drei verschiedene Postleitzahlen vom gleichen Ort vermerkt.

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Schweiz

Vor 15 Jahren wurden in der Schweiz 600 Mio Briefmarken im Jahr ver­kauft, heute sind es noch 300 Mio. Die Erlöse durch Philatelisten betragen nur noch 20 Mio Franken im Jahr. Die Entwicklung in Deutsch­land dürfte ähnlich sein.

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Tauschtag Germering 20.2.11

Es war voll, am nächsten Tag berichtete die Zeitung sogar von Überfüllung. Sämtliche Tische waren belegt und überall wurde fleißig gewühlt und gestöbert, begutachtet und gefeilscht. Es waren wohl 30% mehr Besucher als beim letzten Tauschtag im Herbst, oft kann der Germeringer Verein solche Zuwächse an Besucherzahlen nicht mehr verkraften. Egal, in welcher Preisklasse man suchte, mehr als 75 Anbieter hatten das passende Material dabei und es lohnte sich durchaus, die Preise zu vergleichen.

Aber das macht ja einen richtigen Tauschtag aus, dass man als Besucher genügend Auswahlmöglichkeiten hat. Sammlungen und Einzelmarken, Massenware und beste Werte, alles war zu finden. Münz- oder Ansichtskartensammler kamen ebenfalls zum Zuge. Sehr unterschiedlich die Preisgestaltung für Belege, etwa gleiche Ware war zu 10 Cent oder auch für 2 Euro zu finden.

Doch einen Wermutstropfen gab es: Die Bewirtschaftung durch den neuen Caterer. Geplatzte Wiener zu hohen Preisen hätte man ja noch aus purer Not hinnehmen können, doch was da für 2 Euro in einer kleinen Tasse war, hatte mit Kaffee nicht einmal optisch eine Ähnlichkeit, es war schlichtweg grausam.

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Rat des Fachmannes:

Kaufen Sie nie einen Nachlass, den Sie nicht selbst hinterlassen haben.

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Mitgliederversammlungen

Das Frühjahr ist die Saison der Mitgliederversammlungen in den Vereinen. Überall eigentlich die gleichen Probleme: Mitgliederschwund und Überalterung. Nur noch  wenige Mitglieder sind bereit, sich zu engagieren, Preise der Michel-Kataloge sprengen die Vereinskassen.
Doch in manchen Detailpunkten gibt es Unterschiede, die auffallen: Manche Vereine haben hausgemachte Probleme, weil es Grüppchenbildungen gibt, die eine Fraktion mag die andere nicht, man sägt (natürlich im Hintergrund) an Stühlen, Posteninhaber kleben an Ämtern und merken nicht, dass ihre Zeit längst abgelaufen ist.  Und es gibt Vereine, die sich den Anforderungen stellen und Aktivitäten entwickeln und noch einigermaßen positiv gestimmt in die Zukunft schauen. Leider sind letztere sehr knapp geworden, vielleicht ist es die Angst vor Veränderung, die vom Handeln abhält.

Indirekt lassen die Rechenschaftsberichte der Vereine Schlüsse auf die weitere Entwicklung zu, wenn man sich zum Beispiel anschaut, dass ein Verein im Jahr 2010 einen Überschuss von 830 Euro erwirtschaftet hat, ein anderer Verein mit doppelt so vielen Mitgliedern und vergleichbaren Ausgaben unter dem Strich stolz ist, dass er 30 Euro Überschuss erwirtschaftet hat, obwohl seine Mitglieder 10 Euro mehr Jahresbeitrag zahlen müssen. Welcher von diesen beiden Vereinen offensiver in die Zukunft gehen kann, erscheint ja wohl verständlich.

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Einkauf

Es ist eine Binsenweisheit, dass der Vorteil im Einkauf liegt. Doch welche Einkaufsquellen haben wir Sammler, und worin unterscheiden die sich? Und kann man als potentieller Käufer durch eine gewisse Vorauswahl gute Einkaufsquellen finden? Man kann ja einmal versuchen, grobe Einteilungen vorzunehmen:

1. Katalog-Auktionen
2. Internet-Auktion
3. Versandhandel
4. Ladengeschäfte
5. Tauschbörsen
6. Sonstige Bezugsquellen

1. Katalog-Auktionen

Eigentlich noch immer die klassische Einkaufsquelle, zugleich wohl diejenige mit dem größten Wandel im Laufe der Zeit. Ursprünglich mit mit ausgezeichnetem Ruf, sehr stark geprägt von der persönlichen Reputation des Auktionators, waren Auktionsfirmen über jeden Zweifel erhaben. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass viele wichtige Stücke der Philatelie regelrecht geadelt wurden, weil sie durch die Hände bestimmter Auktionatoren gegangen sind.

Leider gibt es diese prägenden Persönlichkeiten nicht mehr. Köhler, Bühler, Krusche, Mohrmann sind Namen, die spontan einfallen. Zwar existieren noch immer einige wohlklingende Namen als Firmen­bezeichnung, doch dahinter stecken sehr häufig irgendwelche GmbHs mit irgendwelchen Gesellschaftern.

Wie bereits gesagt, der Wandel bei den Auktionshäusern war erheblich. Nunmehr versuchen sich Auktionatoren zu spezialisieren, wie Palmer mit dem Bereich Luftfahrt, lassen erheblich in der Qualität nach, so dass man wirklich nur nach Besichtigung und nicht mehr wie früher nach Beschreibung kaufen kann, oder hören ganz auf. Bei manchen Auktionshäusern ist der Anteil der Eigenlose sehr hoch, so dass durchaus der Eindruck entstehen kann, dass hier hauptsächlich eigene Ware versteigert werden soll.

Auktionatoren haben erhebliche Kosten, Kauf von Adressen, Werbung, Lagerung, Personal, Kataloge und deren Versand, das sind nur einige der Positionen, die bezahlt werden müssen. Abzüge von 20% bis 25% jeweils vom Einlieferer und vom Käufer werden einbehalten.
Ein Einkauf bei einer Katalog-Auktionsfirma dürfte sich anbieten, wenn es sich um sehr hochwertiges Material handelt, das anderweitig nicht zu beschaffen wäre. Zum Kauf von Sammlungen, Nachlässen, Posten oder Kartonware muss unbedingt eine persönliche Besichtigung vor Gebots­abgabe erfolgen, sonst kann man schnell finanzielle Einbußen erleiden. Blumige subjektive Umschreibungen sind heute in Auktionskatalogen nicht mehr die Ausnahme, sondern eher die Regel.

2. Internet-Auktion

Theoretisch wäre die Internet-Auktion ideal: einfach, weltweites Angebot, wirklich marktgerechter Preis. Doch die Praxis sieht leider etwas anders aus. Einerseits gibt es einen Kreis durchaus ehrbarer Anbieter und genauso eine ganze Anzahl absolut ehrlicher Käufer. Man findet zusammen und macht für beide Seite gute Geschäfte. Andererseits existiert eine große Anzahl zweifelhafter Anbieter. Einige haben es von vornherein auf windige Geschäfte abgesehen. Genauso sind auf Bieterseite viele zu finden, die es auf Schnäppchen oder Gaunereien abgesehen haben. Am einfachsten ist es, man lässt sich die Ware nicht an die hinterlegte Adresse schicken, sondern bittet um Zusendung an irgend eine andere Anschrift. Anschließend fordert man das Geld zurück, weil ja die Ware nie eingetroffen sei.

Gier wird bestraft. Aktuelles Beispiel: Käufer wittert das große Schnäppchen, „Netzaufdruck, komplett, gestempelt, geprüft“. Er bietet und erhält bei 25 Euro den Zuschlag. Superschnäppchen für 1% vom Katalogwert. Wäre er nicht so auf Profit ausgewesen, dann hätte er sich die komplette Beschreibung durchgelesen, dort stand eindeutig: „geprüft, Stempel falsch“! Nun ärgert sich der Käufer, weil er 25 Euro für Schrott ausgegeben hat, er schimpft auf die unseriösen Anbieter. Selbsteinsicht fehlt.

Hunderte von Anbietern sind schlichtweg Schwachköpfe, die Leute suchen, die noch größere Schwachköpfe sind. Billigste Trümmer aus den 60-igern werden als große Raritäten angeboten, es wird sich schon einen Trottel finden. Offensichtlich gibt es die, sonst würde man das Spielchen nicht jahrelang betreiben.

Also: Internet-Auktionen sind für diejenigen sehr gut geeignet, die sich nicht von Geldgier leiten lassen, die ruhig und kritisch lesen können.

3. Versandhandel

Zwei Gruppen lassen sich grob gesehen einteilen: Auf der einen Seite die großen Häuser und andererseits kleine Anbieter. Die großen Häuser betreiben eine ungeheure Werbung. Landet man einmal in deren Adressendatei, dann wird man mit Werbung regelrecht zugemüllt. Offensichtlich bestehen zwischen einigen Versandhändlern und der organisierten Philatelie engste Verbandelungen, man sponsort, man schaltet Anzeigen, man schreibt Kauf-Empfehlungen.

Ständig gibt es irgendwelche Sonderangebote mit erheblichen Wertsteigerungs-Chancen. Omnibusausgaben zu allen Anlässen, Rubens-Jahr, Fussball-Weltmeisterschaften, Die Welt der Lokomotiven, Adels-Hochzeiten, Wiedervereinigungen, Menschenrechte oder Naturschutz, bei den Themen entwickeln die Briefmarkenhäuser eine ungeheuere Phantasie, selbst Tochtergesellschaften der offiziellen Post mischen kräftig mit. Natürlich wird es die Wertsteigerungen nur in den allerseltensten Fällen geben, früher gab es wenigstens noch 10 % des aufgewendeten Kapitals für solche Sammlungen, heute längst nicht mehr. Die erste Lieferung gibt es quasi geschenkt, bei der zweiten Lieferung wird das passende Album mitgeliefert, aber dann geht es bei den Preisen rund. Auch hierzu ein Beispiel aus dem Münzbereich. Angeboten werden fünf Sondermünzen à zwei Euro im Tausch gegen einen 10-Euro-Schein. Portofrei. Man bestellt. Der Händler hat einen Verlust gemacht, schließlich muss er das Porto bezahlen. Im nachfolgenden Abo kosten alle weiteren 2-Euro-Münzen nur 9,95 plus Porto. Da wäre der Flohmarktanbieter mit seinen 8 Euro Preisforderung oder der Ladenhändler mit seinen 6,60 wesentlich günstiger. Und man würde nebenbei nicht auf die extrem seltenen „Euro-Probe-Sätze“, echtvergoldete 1-Euro-Stücke und anderen Schrott rein­fallen, die unverbindlich zur Ansicht mitversandt werden, und die man bezahlt und behält, weil einem die Rücksendung zu aufwändig ist. Reißerisch werden irgendwelche Prägungen als „Neu-Silber“ beworben. Dass es in Wirklichkeit nur Kupfer-Nickel ist, hat man leicht überlesen. Alles dient einzig und allein dazu, den Kunden in Abos hinein zu treiben und ihm möglichst viel Geld aus den Rippen zu quetschen. Relativ viele Versandhändler sind wegen unseriöser Geschäftspraktiken aufgefallen, ihre Namen sind bekannt, und trotzdem sind sie noch immer im Markt aktiv.

Kleine Versandhändler können eine sehr gute Bezugsquelle sein, sofern man den Händler persönlich kennt. Manche Versandhändler haben sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert, haben hervorragendes Material, das seinen Preis wirklich rechtfertigt. Diese Händler zahlen nicht Unsummen für Werbung, sondern leben von Mundpropaganda und ihrem Ruf. Durch schnellen Warenumsatz halten sich die Kosten für Lagerhaltung in Grenzen und man zahlt einen fairen Preis für exakt die Werte, die man für die Sammlung haben will.

4. Ladengeschäfte

Es waren große Namen der Philatelie, die ihr Ladengeschäft hatten. Man führte die ganze Welt in wohlgefüllten Lagerbüchern, beriet den Kunden persönlich und hatte einen guten Namen. Die letzten dieser Zunft sterben gerade aus. Durch die große Menge an teuren Neuheiten war die Finanzierung von Lagerbeständen einfach nicht mehr möglich, gestiegene Miet- und Personalkosten kamen hinzu. Selbst der kleine Laden mit eingeschränktem Sortiment hat heute schwer zu kämpfen, bescheidene Räumlichkeiten, nicht gerade in Münchens bester Lage, verursachen monatliche Mietkosten von knapp 2.400 Euro. Die gestiegenen Kosten lassen sich nicht auf die Verkaufspreise abwälzen. Folglich ist es für ein Ladengeschäft der alten Form fast unmöglich geworden, weiterhin in gleicher Weise zu existieren.

Was in vielen Fällen geblieben ist, ist der wohlklingende Name über dem Geschäft. Doch in dem Laden sitzt nicht mehr der Herr mit dem in vielen Jahrzehnten erworbenen guten Ruf, sondern irgendeine Person, die den Laden einschließlich Namen gekauft hat.

Der Händler mit seinem kleinen Laden irgendwo an der Ecke oder draußen auf dem Lande kann seinen Kunden bei den Preisen ein ganz anderes Niveau bieten. Sofern man „Stammkunde“ wird, kann und wird der kleine Händler auf die speziellen Wünsche des Kunden eingehen. Zwar hat er nicht die Lagerbücher, die der große Händler hat, doch wird er seinen Kunden das gewünschte Material zu günstigen Preisen besorgen können, wenn man ihm etwas Zeit gibt. Kleine Händler leben vom schnellen Umsatz. Kaufen sie einen Nachlass an, dann muss die Ware schnellstmöglich wieder raus, sonst ist zuviel Kapital gebunden. Zur Aufbereitung fehlt das Personal. Folglich ergeben sich für die Käufer günstige Möglichkeiten.

5. Tauschbörsen

Die alten Tauschbörsen, auf denen tatsächlich in erheblichem Umfang getauscht wurde, gibt es nicht mehr, heute sind es An- und Verkaufsveranstaltungen unter verschiedensten Namen. Große Unterschiede zwischen Briefmarkenmessen, Großtauschtagen oder Tauschtagen sind nicht mehr zu erkennen. Die Anzahl der Anbieter und somit die Angebotsvielfalt machen den Unterschied aus. Diese Veranstaltungen laden zum Stöbern ein. Selbst auf einem kleinen Tauschtag lassen sich Schwarze Einser finden, ebenso Posthorn oder Schweizer Pax-Sätze. Die Preise sind in der Regel Verhandlungssache, außerdem lassen sich die Preise wegen der Vielzahl der Anbieter sehr gut vergleichen. Für Sammler, die sich von ihren Beständen trennen wollen, bietet sich auf den Börsen die Möglichkeit, ihr Material verschiedensten potentiellen Käufern vorzulegen und den bestmöglichen Preis zu erzielen.

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Verbandspräsident:

Der einzige, der mir das Wasser reichen kann, das ist der Kellner.

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RS1102a

Da schickte jemand einen Brief an einen Empfänger in 4242 Laufen. Irgendwann bekam er offensichtlich ein ganzes Postleitzahl-Verzeichnis zurück.

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Münzen

Probe-Sätze

Es mag dahin gestellt bleiben, ob man jeden Auswuchs auf dem Münzmarkt mitmachen muss. Nicht-Euro-Länder geben Euro-Münzen heraus, so zum Beispiel Monaco, San Marino oder Vatikan. Diese Länder dürfen nur in beschränkten Maßen Münzen auf den Markt bringen, folglich gelten sie als knapp und teuer. Doch der Handel weiß sich zu helfen: Kräftig werden irgendwelche Produkte beworben, die auf den ersten Blick  vorgaukeln sollen, dass es sich um echte Raritäten handelt. Besonders beliebt sind „Probe-Sätze“. Niemals hat es auf dem Markt echte Probe-Sätze von Euro-Münzen gegeben. Jeder, der mag, kann diese Blech­dinger herstellen. Die Sonder-Vorzugs-Preise von 29,90 € pro Satz sind rausgeworfenes Geld, der Wiederverkaufswert liegt bei rund 2 Euro, sofern man einen Deppen findet. Die einzige vernünftige Verwendung für diese „Probe-Sätze“ wäre, dass man sie als Unterlegscheiben hernimmt, doch die bekommt man im Baumarkt günstiger.

Edel-Metall

Die Preise für Rohstoffe allgemein sind in den letzten Jahren ganz erheblich gestiegen. Das gilt insbesondere für Gold, Silber und Kupfer. Das freut die Münz-Sammler, denn bei manchem 5-DM-Stück ist der Silberwert heute schon in Größenordnungen, die den Umtauschwert von 2,50 Euro übersteigen. Hier gilt es, die Augen offen zu halten. Die neuen Sonderzehner vom Bund haben gar keinen Silbergehalt mehr, außer man bestellt sie zu horrenden Preisen bei der Versandstelle.

Viel Verkäufer wundern sich jedoch, dass sie von dem Preisanstieg nicht profitieren. Die Erklärung ist ganz einfach: Sie haben viel zu teuer eingekauft. Beispiel: Silbermünze, Silberwert 10 Euro, eingekauft bei den satt­sam bekannten Münzhändlern zum Super-Subscriptionspreis von nur 19,95 €. Silberpreis hat sich verdoppelt, heute werden im Ankauf für die Münze 20 Euro bezahlt. Der Anleger hat nichts verdient.

Er kann sogar froh sein, wenn es überhaupt eine Silbermünze ist. Oftmals verkauft man „Neu-Silber“. Hierbei handelt es sich nicht um Silber, sondern um eine Kupfer-Nickel-Legierung. Wertlos. Gleiches gilt für „echt vergoldet“.

Bei Gold muss man die Ankaufspreise wirklich genau vergleichen. Zwar findet man überall in der Werbung, sogar im Fernsehen, angebliche Höchstpreise, doch gehen die Spannen sehr weit auseinander. Auch Banken bieten nicht gerade den höchsten Preis.
Beachten muss man die Mehrwertsteuer. Nur wenige Goldstücke sind von der Mehrwertsteuer befreit.

Gold-Münze

Derzeit wird in Australien eine Goldmünze gegossen. Durchmesser 1 m, Gewicht eine Tonne, Goldwert rund 500 Millionen. Mal sehen, was das Ding kosten wird....

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Prüfer

Unvermindert heftig wird weiterhin das Thema Prüfer debattiert. Stellungnahmen wurden abgegeben vom BDPh, vom APHV und von Aktionator Rauhut, dem Vorsitzenden des Verbandes der Briefmarkenversteigerer. Die Edel-Philatelisten ergehen sich weiterhin in vagen Andeutungen über bestimmte Prüfer, angeblich sollen sogar eidesstattliche Versicherungen von damaligen BPP-Prüfern abgegeben worden sein. Somit würde sich die Frage stellen, ob diese Person überhaupt noch eine Vergleichssammlung hat, die ja doch einigen Wert haben dürfte ...

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E-Zettel

Selbst bei den schlichten E-Zetteln kann man gelegentlich nette Kleinigkeiten finden, so auch in diesem Falle: Tippfehler beim Ort „Wolfen“

RS1102b

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Unsere Sekretärin

In der Vergangenheit hatte ich schon öfters über unseren guten Geist berichtet. Nun hat die Dame ein neues Problem: Der Gummi von Brief­marken. Der Geschmack stört sie ganz erheblich, besonders schlimm sollen die Marken mit Wartburg, Opel-Rekord und ähnlichen Autos sein, die Bitterstoffe im Gummi wären einfach ekelhaft, speziell in Verbindung mit Kaffee mit Milch (ohne Zucker).

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Tauschtag Innsbruck

Niedergang bei den Tauschtagen? Besucherschwund? Nur allzu oft Realität. Doch es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel im Olympischen Dorf in Innsbruck. Wieso fährt man da gerne hin, aus ganz Süddeutschland, aus Südtirol und, selbstverständlich, aus ganz Österreich?

Beispiel Tauschtag 1. Oktober 2011:

Anbieter fahren vor. Sofort sind zwei Helfer mit Transportwagen da. Selbstverständlich ist die Theke bereits bewirtschaftet, nach zwei Stunden Fahrt tut ein frischer Kaffee gut. Viel Werbung wurde für den Tauschtag betrieben, alle Tische sind belegt, auch die Reserven sind ausgeschöpft.

Die Österreichische Post ist vertreten, ebenso der Verband. Für die Jugend wurde eine Ausstellung aufgebaut, bei einem Suchspiel lassen sich schöne Preise gewinnen. Direkt nebenan ist ein Photograf, hier kann man sich offizielle personalisierte Marken der Österreichischen Post anfertigen lassen. Sehr rührig kümmern sich Frau Thomann und ihr Team um das leibliche Wohl der Gäste, Kuchenbuffet und Speisekarte lassen keine Wünsche offen, und das zu sehr sehr sammlerfreundlichen Preisen.

Der Tauschtag ist ausgezeichnet besucht, wenn es auf anderen Tauschtagen leerer wird, dann wartet bei den Innsbruckern der Höhepunkt des Tages. Hannes Margreiter, ein bekannter Österreichischer Künstler, erscheint. Herr Margreiter hat rund 30 Briefmarken für die Post in Österreich entworfen, auch für Liechtenstein und die UNO ist er tätig, sogar eine Deutsche Briefmarke (Salzachbrücke, MiNr 2345) stammt von ihm. In seiner Begleitung eine sehr ansehnliche junge Dame. Auf einer kleinen Bühne wird der Körper der Dame mit Farbe bemalt (= “Body-Painting“), gegen einen kleinen Obulos für die Jugend dürfen auch Anwesende den Pinsel führen. Das fertige Produkt soll bald eine Sondermarke zieren. Leider ist es aus rechtlichen Gründen hier nicht möglich, Bilder von der Aktion zu veröffentlichen. Doch wenn die Marke erscheint, dann wird sie sicherlich zumindest von den Besuchern des Tauschtages sehr gerne gekauft werden ...

Man sieht also, dass man wirklich noch etwas auf dem Gebiet der angeblich aussterbenden Philatelie erreichen kann, wenn man sich engagiert, Ideen hat und positiv in die Zukunft schaut.

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Heimatsammlung

Uns ist ein erheblicher Bestand an Brucker Belegen in die Hände gefal­len, prachtvolle Stücke aus den letzten 150 Jahren mit vielen Besonderheiten wie Postzustellungsurkunden, „Gebühr-Bezahlt“-Stempeln, Not-Maßnahmen, Infla-Belegen usw. usw. Natürlich haben sich sehr schnell Interessenten für den Posten gefunden.

Sehr unterschiedlich jedoch die Blickwinkel, unter denen sich die Heimatsammler mit der Materie beschäftigen: Einige sammeln die Stempel. Sie wollen möglichst lückenlos die Verwendung der postalischen Stempel belegen, einschließlich Unterscheidungsmerkmalen und besonderen Formen.

Andere Sammler rücken eher den geschichtlichen Aspekt in den Mittelpunkt. Briefe von der Spruchkammer, vom Armenrat der Stadt, Notmaßnahmen aus Briefmarken-Mangel, Werbung im Stempel, Verwendung und später Schwärzung von Nazi-Symbolen, hier findet der geschichtlich orientierte Sammler sein Betätigungsfeld.

Und letztendlich der Sammler, der eher sentimental an das Thema herangeht, er kennt noch so manche Familie, deren Postverkehr er nun in den Händen hält, er freut sich über Ansichtskarten mit Bildern von Gebäuden, die er noch aus seiner Jugend kennt.

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Briefmarkenmesse München 3.3.11

9:45 Uhr Ankunft, überraschend wenig Leute warten auf die Öffnung der Messe, im letzten Jahr hatte es noch Chaos gegeben, weil etliche Besucher vor den Kassenhäuschen anstanden.

Erster Eindruck in der Halle: Mini-Messe. Erheblich weniger Fläche, tatsächlich war die Anzahl von Anbietern / Ausstellern praktisch halbiert. Vier Stände Biener, die Post, einige Auktionatoren, einige wenige Verlage, man war vertreten, doch das Angebot zum Wühlen, Stöbern, Finden und Kaufen war äußerst eingeschränkt. Mit einem normalen Tauschtag kommt die Messe längst nicht mehr mit. So waren z.B. am Tauschtag in Germering mindestens doppelt soviele Anbieter philatelistischen Materials wie auf der Messe.

Die Plätze an den Ständen waren gut besetzt, doch nirgendwo gab es Gedränge oder Schlangen, nicht einmal bei der Post. Das „Forum“ (ein paar Stühle im Eck) war zur Übergabe der neuen Marken gefüllt, doch Interesse an der Präsentation der Produkte des Schwaneberger Verlages hatten nur ganz wenige Personen, beim Vortrag des Herrn Rauhut vom Bund der Briefmarkenversteigerer waren es ein paar Zuhörer mehr.

Die ARGEN hatte man in ein kleines enges Eck gequetscht, versteckt hinter ein paar Ausstellungsrahmen mit Ansichtskarten, die reißerisch als „Ausstellung“ angekündigt waren. Hätten auch nur zwei Interessenten gleichzeitig bei einer der immerhin zehn ARGEN vorgesprochen, hätte der gesamte Bereich wegen Überfüllung geschlossen werden müssen. An einem Mini-Stand befand sich die Arge Tschechien, der LV, der BDPh, die Arbeitsgemeinschaft Münchner Vereine und wohl noch so einiges.

Der Jugend-Bereich war ersatzlos gestrichen, das hatten wir geahnt und vorsichtshalber keinen Messebesuch unserer Jugendgruppe organisiert.

An den Ständen der Fa. Biener (einer hätte dicke gereicht) scheint es irgendwie eine Sicherheitszone zu geben, kommt man den Ständen zu nahe, richten sich sofort etliche Augenpaare auf den potentiellen Ladendieb, obwohl doch auf großen Plakaten mitgeteilt wird, dass sich Ladendiebstahl bei dieser Firma nicht lohnt (andere Firmen haben keine derartigen Plakate).

RS1102f

Fündig werden konnte man bei Belegen, doch statt 20 Cent soll man nun 1-2 Euro zahlen. Zumindest an einem Stand hat man weitestgehend auf Preisauszeichnung verzichtet, man orientierte sich vielleicht am Aussehen des Interessenten oder ähnlichen Kriterien.

Positiv jedoch, dass unendlich viele Gespräche mit Bekannten geführt werden konnten. Prüfungen und Prüfer war eines der Themen, dass Hr. Harting wohl noch immer Chef des BDPh ist, auf welchem Tauschtag man sich wiedersieht, warum an bestimmten Ständen (UNO!) partout nichts los ist. Dass man sich auf der Messe so vorkommt, wie ein Gaffer bei einer Katastrophe.

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Vereinsvorstand

Was machen eigentlich Vereinsvorstände den ganzen Tag? Ein paar Bei­spiele aus der letzten Zeit, aus unserem und befreundeten Vereinen:

Der Betreuer der Jugendgruppe braucht neue Druckerpatronen und einen Zuschuss für die Weihnachtsfeier. Etliche Anfragen zum Wert von Nachlässen und deren Verwertung, meist Fälle, in denen man nur raten kann, auf dem Flohmarkt für 20 Euro zu verkaufen. Zeitung will Termin für ausführlichen Bericht mit Photos. Ein Tauschabend mit Vereinsauktion. Gegen 17:30 kommen die ersten Besucher, 18:00 Uhr offizieller Beginn, 19:13 Uhr werden die Getränke-Bestellungen aufgenommen, 20:10 Uhr werden die Getränke serviert. Es handelt sich nicht um eine HO-Gaststätte in der DDR, sondern um den Pächter einer Stadthalle. Irgendwie muss ein Termin für die Weihnachtsfeier gefunden werden. Die Planung und die Werbung für den Großtauschtag im September 2012 muss begonnen werden. Welches Motiv wäre für einen Sonderstempel geeignet? Welche Kataloge müssen beschafft werden. Terminplanung für 2012 muss gemacht werden. Ein Schüler braucht ganz schnell je eine Briefmarke der europäischen Länder.

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Nachlass Sudetenland

Dem Verein wird ein Nachlass angeboten: Eine Kiste mit Briefmarken, wertvoll, seit der Flucht aus dem Sudetenland ungeöffnet. Geschenkt. Für die Jugend.

Natürlich fährt man hin. Plastik-Korb, darin einige neuwertige dünne E-Bücher, bestückt mit einfacher Bund-Ware aus Abo, dazu einige Schächtelchen mit abgelösten ungepressten Bund-Marken. Ein paar Euro Frankaturware sind enthalten.

Anruf am nächsten Tag: Man habe sich das überlegt, es würde sich doch um eine sehr wertvolle Sammlung handeln und man wolle nun doch einen ordentlichen Betrag haben.

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Gerichtsvollzieher

Beim Gerichtsvollzieher wird Räumungsgut versteigert, u.a. etliche Kartons mit Briefmarken. Ausruf halber Schätzwert. Bis zum Schätzwert drei Bieter, darüber hinaus liefern sich zwei Bieter ein Duell. Der Posten wird zum dreifachen Ausruf zugeschlagen. Er besteht zum allergrößten Teil aus reiner Spekulationsware, meist sehr sauber auf Steckkarten, so zum Beispiel der Nobelpreisträger-Block vom Bund 250 mal, billige Österreich- oder Liechtensteinblocks in ähnlichen Mengen. Bund/ Berlin/ Österreich 80iger Jahre vielfach, wie gesagt, alles sauber auf Steckkarten. Nur: Was soll man mit so einem Posten? Wie verwerten?

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Marktlage

Übliches Material weiter auf Talfahrt, 3,8 kg postfrische Bogenteile Bund nach Fernost verkauft, in Europa war kein Bieter bereit, den Posten zu kaufen. Damalige Nominale einige 100.000 DM, der Erlös heute ein Witz.

Russland-Boom vorbei, ganz schnell sind die Preise für Russland wieder gefallen. China weiterhin einige wenige Jahre / Ausgaben gesucht, selbst der neueste Michel liegt weit unter den Marktpreisen.

Deutsche Nebengebiete wie Altsaar, Besetzungen, Zonen etc. gehen gut, sofern es sich nicht gerade um Massenware handelt. Weiterhin beliebt sind Rand-Besonderheiten wie Farbstreifen, Formnummern, Bogennummern etc. Rollenmarken Heuß und Unfall mit farbigen Nummern findet man äußerst selten.

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Farben

Von vielen Seiten gibt es Gerüchte, dass man (endlich) dem Farb­unwesen an den Kragen gehen will. Es werden zur Zeit durch die Prüfer keine Farben bestimmt, stattdessen gibt es eine Art unverbindliche Klassifizierung durch Augenschein. Vor Urzeiten und seither sehr oft haben wir darauf hingewiesen, dass dunkelschokoladenbräunlich , hell­zitronen­gelblicholiv und ähnliches als Farbbezeichnung schlichtweg Blödsinn ist. Teure Farbführer nützen nicht einmal dazu, Fliesen fürs Bad auszusuchen. Warten wir ab, was aus den Unterscheidungsbuchstaben aab, aac und aad in den Katalogen wird.

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Loriot

Nett sind sie ja, die Zuschlagsmarken mit den Motiven von Loriot. Doch man sollte sich hüten, sie in der Öffentlichkeit zu zeigen, die Rechte an deutschen Briefmarken liegen bei den Gestaltern bzw. deren Erben. Schließlich ist die Briefmarke ja seit der Privatisierung der Post kein hoheitliches / staatliches Produkt mehr, sondern unterliegt dem ganz gewöhnlichen Urheberrecht. Im Internet waren die Loriot-Briefmarken abgebildet, die Tochter als Erbin klagte auf 20.000 € und bekam Recht.

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Groß-Veranstaltung

Am 13. und 14. Oktober 2012 wird sich die Sammlergilde Sankt Gabriel in Fürstenfeldbruck zu ihrer jährlichen Hauptversammlung treffen. Es werden sehr viele Besucher erwartet, praktisch alle Hotelzimmer in Bruck sind ausgebucht. Es wird einen Sonderstempel geben und weitere Aktivitäten sind geplant. Am 14. Oktober 2012 findet unser Großtauschtag in der Martha-Bräu-Halle statt.

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Termine

26.02.12   Tauschtag Stadthalle Germering
28.02.12   unsere Jahreshauptversammlung
27.03.12   Tauschabend mit Auktion
14.10.12   Großtauschtag Martha-Bräu-Halle

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Internet

Internet (Stand 22.11.2011):
65200 Besucher mit 127900 Seitenaufrufen seit 6.3.2004

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