3 / 2005

Rundschreiben 3 / 2005

Inhalt:
Vorwort
Zeit der Käufer
Marshall-Inseln
Briefmarken und ihre Versicherung
Michel-Kataloge
Sammelgebiete
Sie besitzen zwei wertvolle Briefmarken ...
Beispielhafte Kooperation
Unterbringung Sammlung
Ausstellung Gröbenzell
Die Phasen des Sammelns
Erhöhung der Mehrwertsteuer
Sammelgewohnheiten
Streiflichter von der Post
Ehrbare Leute?
Ausstellung
Ausstellung (zum Zweiten)
Landesverband
Mitgliederentwicklung
Brucker Bauernregel
Rückblick Sommerfest
Rückblick Sommerfest (zum Zweiten)
Porto
Vereinsbeitrag
Internet (9120 Besucher seit 6.3.2004)
Tauschtag
Sonder-Auktion am 8.11.2005
Weihnachtsfeier
 

Impressionen

vom

Sommerfest

2005
 

 
VORWORT

Es ist wirklich sehr einfach, ein Rundschreiben zu machen: Man setzt sich hin und schreibt eins. Irgend eine Idee für ein Thema hatte man ohnehin im Hinterkopf, der Rest wird sich finden. Nun, es hat sich noch eine ganze Menge gefunden. So viel, dass dieses Rundschreiben schon wieder droht, viel zu umfangreich zu werden, und dass irgendwie die Line droht, auf der Strecke zu bleiben.
So bleibt zu hoffen, dass jeder Leser wenigstens irgendwo ein paar Anregungen findet.

Drei Reaktionen gab es auf das letzte Rundschreiben: a) "das vorletzte war besser" b) "Prima, ich muss Dich für die Mühe loben, die Du Dir immer machst" c) "Allein Euer Rundschreiben ist ein Grund, monatlich Eure Internetseite zu besuchen" So viele Reaktionen hatten wir noch nie, manchmal glaube ich, dass es doch mehr als einen Leser gibt.

Auch wenn es nicht immer so aussieht, manchmal hat die Vorstandschaft viel zu tun. Die Lage erforderte eine Vorstandsitzung. 22 Punkte auf der Tagesordnung waren abzuhaken. Knapp drei Stunden haben wir dafür gebraucht. Es wäre schneller gegangen, wenn nicht die Herren Vorstandskollegen ihrem Vorsitzenden widersprechen würden, eigene Vorschläge einbringen, Bedenken wegen der Finanzen hätten. Mit vier Personen hätte die Sitzung wahrscheinlich vier Stunden gedauert, mit fünfen fünf Stunden...

Derzeit ist der Krankenstand im Verein recht hoch. Wir vom "harten Kern" wünschen Euch baldige Genesung, wir haben Tauschmaterial für Euch, Ihr fehlt uns am Tauschabend und Ihr fehlt beim gemütlichen Teil. Also schaut zu, dass Ihr endlich wieder auf die Beine kommt.

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Zeit der Käufer

Es spielt keine Rolle, wer uns die nächsten Jahre regiert, man wird in erheblichem Umfang an die Geldbeutel der Bevölkerung gehen. Die zusätzlichen Belastungen werden direkt und indirekt fürchterlich werden, denn steigende Steuern bei gleichbleibenden bzw. sinkenden Einkommen führen dazu, dass man sich wesentlich stärker finanziell einschränken muss. Rentensteigerungen wird es für längere Zeiten nicht mehr geben, und wir werden alle kräftig beim Gesundheitswesen draufzahlen dürfen.

Man kann davon ausgehen, dass beim allergrößten Anteil der Bevölkerung die Reserven und Einsparmöglichkeiten inzwischen erschöpft sind, es geht jetzt an die Substanz. Konsequenz: Man ist gezwungen, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen z.B. durch Schwarzarbeit oder Nebenjobs, und man wird notgedrungen Wertgegenstände versilbern müssen.

Jetzt schlägt die Stunde der Käufer. Die besten philatelistischen Sammlungen wurden während der Wirtschaftskrise/Inflation sowie in den Notzeiten direkt nach dem Krieg zusammengekauft. Ganz leise könnte man die Frage nach der Moral stellen, ob es wirklich ein moralisch einwandfreies Verhalten ist, wenn man Personen in Not für einen geringen Betrag (oder ein Stück Butter) wertvolle Sammlungen abnimmt, aber niemand hat später den Käufern irgendwelche derartigen Vorwürfe gemacht. Im Gegenteil, sie wurden für ihre Weitsicht, ihr Engagement und ihre hervorragenden Sammlungen gelobt und geehrt.

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Marshall-Inseln

Die Marshall-Inseln im Pazifik mit ihren 55.000 Einwohnern haben ein ernstes Problem: Sie werden vom 1.8.2005 vom Postverkehr abgeschnitten sein. Der bestehende Vertrag zur Postbeförderung wurde seitens der "Asia Pacific Airlines" mangels Rentabilität gekündigt. Die Marshall-Inseln haben um dringende Hilfe der USA gebeten.

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Briefmarken und ihre Versicherung

In Briefmarkensammlungen können erhebliche Werte stecken. Sollte etwas passieren, dann braucht man sich keine Sorgen machen, schließlich ist man ja gut versichert, das hat zumindest der Versicherungsvertreter gesagt. Nun, diese Aussage ist im Schadensfall nichts wert, es zählen die Versicherungsbedingungen. Hier kann nicht auf die jeweiligen Besonderheiten der rund 100 deutschen Versicherer eingegangen werden, doch kann es durchaus sinnvoll sein, einmal gezielt die Passagen über "Wertgegenstände" und über "Sammlungen" sowie über "Briefmarken" in den Versicherungsbedingungen unter die Lupe zu nehmen.

Eine Hausratversicherung schützt gegen Schäden bei Feuer (offene Flamme, nicht Schwelbrand), Einbruchdiebstahl, Wasserschaden ("bestimmungswidrig aus Rohrleitungen ausgetreten", also nicht Überschwemmung oder offenes Fenster bei Regen).

Es gibt eine Spezial-Form der Hausratversicherung, die praktisch alle Schäden abdeckt, egal ob der güldene Ring in einen Gully fällt, der Dame des Hauses der Pelzmantel besprüht wird oder die blaue Mauritius beim Lüften aus dem Fenster weht. Eine derartige Versicherung ist gar nicht teuer, wird jedoch nur für Leute angeboten, die Wertgegenstände für mehr als rund 800.000 € besitzen. Das dürfte auf die Masse der Philatelisten nicht zutreffen, die meisten haben eine ganz normale Hausratversicherung.

In der Regel hat man eine bestimmte Versicherungssumme abgeschlossen. "Wertgegenstände" sind üblicherweise mit 20% dieser Versicherungssumme mitversichert. Die Definition, was Wertgegenstände sind, findet sich im Kleingedruckten, normalerweise sind das Antiquitäten (=Möbel, die älter als 100 Jahre sind), wertvolle Teppiche, die nicht dem täglichen Gebrauch dienen (z.B. Gobelins), Gemälde und Sammlungen.
Mit dem Wort "Sammlungen" könnten Briefmarkensammlungen gemeint sein. Der Versicherungsvertreter wird den Vorschlag machen, gegen Zuschlag die Entschädigungsgrenze für Wertsachen von 20% auf einen höheren Satz auszustocken, möglich sind 25% oder 30%. Ganz gewiefte Vertreter erhöhen die Versicherungssumme von den üblichen 650 € pro qm Wohnfläche auf einen höheren Betrag. Um das an einem Beispiel einer Wohnung mit 100qm zu verdeutlichen: Übliche Versicherungssumme 100qm x 650€ = 65.000€ Versicherungssumme, davon 20% Entschädigungsgrenze für Wertsachen = 13.000€


Die Aufstockung auf 25% bzw. 30% hebt diese Grenze auf 16.250€ bzw. 19.500 €. Der gewiefte Vertreter wird den Kunden davon überzeugen, dass eine Anhebung der Versicherungssumme auf z.B. 150.000€ absolut sinnvoll sei, schließlich habe man einen wertvollen Hausrat usw. usw., und die Entschädigungsgrenze für Wertsachen wird auf 30% angehoben, die Sammlung sei ja sehr schön und wertvoll. Im Ernstfall würde es für die Sammlung also 30% von 130.000€, also 39.000€ geben, das wäre doch eine ordentliche Summe.

Irrtum! Und zwar aus mehreren Gründen:

1. Es macht in der Regel keinen Sinn, mehr zu versichern als die geforderten 650€ pro qm Wohnfläche, wichtig ist an dieser Stelle das Wort "Unterversicherungsverzicht". Das bedeutet, wenn man diese Versicherungssumme einhält, wird im Schadensfall nicht wegen zu geringer Versicherungssumme gekürzt. Da sich in der allergrößten Zahl der Schadensfälle der Schaden auf einzelne Räume begrenzt, und nicht gleich die ganze Habe vernichtet wird, wird also jeder Schaden tatsächlich in voller Höhe bis zur Versicherungssumme ersetzt.

2. Der Wert eines Hausrates wird gerne viel zu hoch angesetzt. Natürlich hat man im Laufe der Jahre eine Menge Geld in die Wohnung gesteckt, aber der Hausrat ist halt nicht mehr neu, und viele Dinge kann keine Versicherung mit Geld ersetzen, seien es Photos, Erinnerungsstücke, die alte Schallplattensammlung oder was auch immer. Überlegenswert ist ein anderer Denkansatz: Versicherungssumme geteilt durch zwei. Reicht dieser Betrag aus, um eine Wohnung neu einzurichten? Die andere Hälfte bräuchte man, um die Schränke mit Kleidung, Geschirr und anderem Hausrat zu füllen, und Gardinen braucht man auch. Andersrum gesagt: Hätte ich mir mit meiner Frau einen Hausstand einrichten können, wenn ich zur Hochzeit die Versicherungssumme als Geschenk bekommen hätte?

3. Der Versicherungsvertreter hätte in den Versicherungsbedingungen ein paar Absätze weiter unten schauen sollen. Dort steht in der Regel ein Passus mit Einschränkungen für bestimmte Bereiche, dazu zählen bei den meisten Gesellschaften Bargeld, Schmuck, Goldmünzen und Briefmarken. Hier gelten bei fast allen Gesellschaften absolute Grenzen, so für Bargeld 5.000€ und für Briefmarken 20.000€ als Maximum. Zwar ist eine Erhöhung dieser Grenzen bei den meisten Gesellschaften möglich, allerdings nur dann, wenn zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Alarmanlagen oder Panzerschränke vorhanden sind. Selbst die nützen im Ernstfall nichts, wenn sie nicht den jeweiligen Zulassungskriterien der Versicherer entsprechen.

Im obigen Beispiel mit dem cleveren Vertreter wären im Ernstfall die Briefmarken nicht mit 39.000€ versichert gewesen, sondern mit maximal 20.000€, die Aufstockung der Versicherungssumme hätte also außer einer wesentlich höheren Versicherungsprämie nichts gebracht.

Im Schadensfall ist es notwendig, Nachweise über Werte zu haben. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man für jede Versicherungsgesellschaft im Schadensfall plötzlich nicht mehr umworbener Kunde ist, sondern potentieller Versicherungsbetrüger. Also braucht man Belege, die man natürlich nicht mehr hat. Was nun? Von allen wichtigen Werten der Briefmarkensammlung sollte man Bilder haben. Ebenso können Fehllisten oder Bestandslisten sehr hilfreich sein. Wer glaubhaft machen kann, dass er Posthornsatz oder Währungsgeschädigtenblock besaß, dem wird man glauben, dass er auch die billigen Werte besaß. Dass die Nachweise räumlich getrennt von der Sammlung aufbewahrt werden müssen, versteht sich von selbst, denn klaut der Einbrecher nicht nur die Briefmarken sondern auch den Laptop mit der Bestandsliste, hat man ein großes Problem.

Übrigens: In der Regel sind bei Hausratversicherungen Schäden an Dingen ausgeschlossen, die einem nicht gehören. Der im Verein ausgeliehene Katalog oder das Album, das Ihnen ein Sammlerfreund mitgegeben hat, sind nicht versichert.

Zusammenfassung / Empfehlungen:

1. In den Versicherungsbedingungen die Stichworte Wertgegenstände, Sammlungen und Briefmarken suchen und feststellen, welche Entschädigungsgrenzen gelten.

2. Bei höherem Versicherungsbedarf genau prüfen, welche besonderen Bedingungen der Absicherung gelten (Panzerschrank, Alarmanlage)

3. Kritisch überprüfen, ob die Versicherungssumme angemessen ist.

4. Nachweise führen

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Michel-Kataloge

Es gärt seit Jahren im Verhältnis der Sammler zum Michel-Verlag. Jede fruchtbare Diskussion bringt Klarheit und fließt in die neuen Kataloge ein. Allerdings hat die Schärfe der Debatten in letzter Zeit zugenommen. Früher regte man sich über einzelne Fragen auf, es wurde darüber ausführlich diskutiert, welche Abgrenzung zwischen Block und Kleinbogen gelten soll, warum manche 10er-Kleinbögen katalogisiert werden, und andere nicht. Die Einteilung ist heute noch immer unklar, denn die "Kleinbögen?" Tag der Briefmarke.... sind weiterhin katalogisiert, unterscheiden sich jedoch nicht von irgend welchen anderen 10er-Bögen. Erinnert sei an die ganzen Debatten über die Katalogisierung von Automatenmarken. Und natürlich die ständige Diskussion über die Michel-Preise. Da werden die Kataloge von Brutto- auf Nettobewertungen umgestellt, und keiner schert sich drum. Mit der Umstellung auf Euro-Währung wurden alle Notierungen angepasst. Statt üblicher 30% sollten wir den Händlern plötzlich 80% vom Katalogwert bezahlen. Das interessierte nur die Händler, nicht die Sammler. Inzwischen hat wirklich jeder gemerkt, dass Bund postfrisch unverkäuflich ist. Der Michel wirbt mit den erhöhten Katalognotierungen für Bundesrepublik, speziell ab 1980

Man redet darüber, es werden Leserbriefe in philatelistischen Publikationen über Händler-Lastigkeit der Michelredaktion geschrieben, man beruhigt sich wieder.

Seit etwa zwei Jahren gibt es jedoch Entwicklungen, die nachhaltigen Einfluss auf die gesamte Kataloglandschaft haben können. Zum ersten Mal muss die Leitung des Michel-Verlages öffentlich bei allen Gelegenheiten sich einer breiten Diskussion stellen, und sie steht auf einem sehr defensiven Posten, dutzende Verteidigungsreden mit schwachen Argumenten, und nicht wenige Kenner der Materie sehen bereits das Ende der Michel-Kataloge, wenn nicht sehr schnell eine Änderung der Geschäftspolitik greift. Oder ist jemand tatsächlich bereit, in vier Jahren 324 € für zwei Bände Deutschland Spezial zu zahlen? Das werden sie nämlich kosten, wenn die Preise weiter so steigen wie bisher.

Greifen wir einige Details aus der Argumentation heraus:

Der Verlag behauptet, dass die Michel-Kataloge mit einem Preis pro Seite sehr günstig im Vergleich zum Wettbewerb sind.
Nun, es kommt darauf an, was man vergleicht. Ein Philex oder ein DNK kosten pro Seite etwa die Hälfte vom Michel-Junior. Interessanter jedoch ein Vergleich der Michel-Kataloge untereinander, da zeigt sich, dass die Seitenpreise sehr unterschiedlich sind. Es kosten aus dem aktuellen Programm:
 

 

Preis

Seiten

Abbildungen

Preis

 

 

 

Farbe

S/w

pro Seite

pro 1000
Abbildungen

bereinigt

Junior

14,80

800

6.000

 

0,02

2,47

1,85

Süd-Amerika

64,00

1824

 

26.000

0,04

2,46

2,46

CEPT

34,80

416

4.000

 

0,08

8,70

6,53

UNO Spezial

34,80

336

1.700

 

0,10

20,47

15,35

Russland

54,00

256

1.200

 

0,21

45,00

33,75

D Spezial 1

54,00

960

3.000

1.500

0,06

12,00

9,82

D Spezial 2

54,00

1248

5.500

2.500

0,04

6,75

5,49

Österr. Spez.

32,00

448

3.000

 

0,07

10,67

8,00

Schweiz Spez.

32,00

480

3.500

 

0,07

9,14

6,86

 
Eine Seite Michel-Junior kostet 2 Cent, eine Seite CEPT ist mit 8 Cent immerhin 4x so teuer, den Rekord hält der Russland-Spezial mit 21 Cent pro Seite. Der neue Deutschland Spezial Band 1 kostet 50% mehr als der Deutschland Spezial Band 2 Damit dürfte das Argument der Druckkosten wegen der Farbabbildungen zweitrangig sein, Der neue Süd-Amerika mit seinen schwarz-weiß Abbildungen kostet pro Seite den gleichen Preis wie der Spezial Band 2, obwohl bei diesem rund 2/3 der Abbildungen in Farbe sind.

Der Verlag behauptet, dass das Einscannen der Abbildungen erhebliche Kosten verursacht. Logischerweise muss demnach ein Katalog mit vielen Abbildungen teurer sein als ein Katalog mit wenigen Abbildungen. Rechnet man den Katalogpreis auf die Abbildungen um, dann sind hier keine Beweise für die Behauptung des Verlages zu finden, pro 1000 Abbildungen kostet der Junior mit 2,47 Euro praktisch den gleichen Betrag wie der Süd-Amerika mit 2,46 Euro, der CEPT kostet mehr als das 3-fache, wiederum der teuerste Katalog ist der Russland mit 45 Euro pro 1000 Abbildungen. Die Argumentation des Verlages stimmt also nicht.
Die Druckkosten von farbigen Abbildungen sollen, laut Schwaneberger Verlag, um 1/3 höher sein als für schwarz-weiße Abbildungen. Berücksichtigt man dieses Argument und bereinigt die Daten, erhält man pro 1000 Abbildungen Vergleichsgrößen, was sie in schwarz-weiß gekostet hätten.

Über die Qualität der Michel-Kataloge haben wir in den letzen Rundschreiben genug geschrieben, erinnert sei an die vielen Fehler im CEPT-Katalog wie falsche Wertangabe, falsche Daten der Ausgabe etc. Auf meiner Fehlliste (Michel Junior 1995, Seite 590) steht noch immer Katalognummer 1406 B (!) der Bundesrepublik, ich habe zwar eine 1406 C, aber die gibt es laut Katalog gar nicht.

Auf die Frage, wie der Verlag die Preissteigerung für den Spezial von 300% in fünf Jahren erklärt, antwortet der Verlag ausweichend wie ein Politiker: Vor 40 Jahren hätte der Spezial bezogen auf das Einkommen des durchschnittlichen Arbeitnehmers das gleiche gekostet wie heute. Die Antwort ist schlichtweg geeignet, im Wahlkampf Wähler zu verdummen, aber hat nichts mit der Wahrheit zu tun, schließlich muss der Käufer heute zwei Bände kaufen, also das Doppelte bezahlen, und eine Erklärung, warum sich der Preis in 5 Jahren verdreifacht hat, wird damit nicht gegeben. Oder hat sich das Gehalt oder die Rente in den letzten fünf Jahren verdreifacht? Dass der Katalog ständig überarbeitet wird, das ist kein Argument für an Wucher grenzende Preissteigerungen, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, alle möglichen Geräte werden ständig überarbeitet und werden größtenteils sogar billiger, warum nicht der Michel? Außerdem sagt die Michel-Redaktion selbst, dass die Überarbeitung in weiten Bereichen durch ehrenamtliche Mitarbeiter erfolgt

Der Verlag behandelt die Verkaufszahlen der Kataloge als Betriebsgeheimnis, mit den Verkaufszahlen der aktuellen Kataloge ist man sehr zufrieden. Das klingt wie das Pfeifen im Walde. Man argumentiert, der Sammler kauft den Katalog, weil er ihn haben will, der Preis würde dabei eine untergeordnete Rolle spielen. Denkste, Schwaneberger Verlag. Ich will meine Kataloge haben, da stimme ich zu. Aber der Preis spielt für mich, und nicht nur für mich, eben doch eine Rolle, eine wichtige sogar. Also habe ich seit Dezember 2003 keinen Michel-Katalog mehr gekauft, an einen Philex z.B. kann man sich sehr schnell gewöhnen.

Gewiss, man soll sich jedes Jahr einen neuen Katalog kaufen, die Gründe dafür finden sich in der Werbung für die neuen Kataloge. Da wird reißerisch mit Argumenten geworben, die gar keine sind. Mal verweist man auf einige Tausend neu aufgenommene Marken (dabei waren nur rund 100 neu erscheinen), derzeit wirbt man mit stark angehobenen Katalognotierungen für die Jahre ab 1980 sowie der Aufnahme der Hepburn-Marke. Beide Argumente sind vielleicht für Gelegenheitssammler ein Kaufanreiz, der möchte eventuell eine Abbildung der Hepburn-Marke sehen (und dafür einen Katalog für mehr als 50 Euro kaufen), oder er

möchte ganz glücklich feststellen, dass seine Aboware aus den 80igern um ein paar Cent im Katalog gestiegen ist (und sich hinterher darüber aufregen, dass er statt 25 nur noch 20% vom Katalogwert bekommt), soll er sich den Katalog kaufen, wer sich etwas ernsthafter mit der Materie auseinandersetzt, wird auf einen Kauf verzichten. Oder er kauft doch, weil er ganz begierig ist zu erfahren, welche Fliegenschiss-Marken neu zu irgendwelchen Mondpreisen aufgenommen wurden. Die Sammler von Plattenfehlern mögen verzeihen, doch kann man davon ausgehen, dass diese Gruppe nicht auf überteuerte Michel-Kataloge angewiesen ist, sondern andere Informationsquellen hat.

Mehrfach spricht der Verlag in Hinblick auf seine Preisgestaltung von strategischen Gründen. Also hat man einen großen Plan, nach dem man handelt, um ein fernes Ziel zu erreichen. Ist vernünftig, kann man nichts gegen sagen. Aus strategischen Gründen hat Daimler sich an Mitsubishi beteiligt und BMW an Rover, wie das geendet hat, dürfte allgemein bekannt sein. Aus strategischen Gründen sind bisher die meisten Firmen vom Markt verschwunden. Strategie wird immer dann angeführt, wenn einem Unternehmen vernünftige Gründe fehlen. Adieu Michel?

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Sammelgebiete

Augenscheinlich beschäftigen sich viele Vereinsmitglieder "nebenbei" mit zusätzlichen Sammelgebieten. In loser Reihenfolge wollen wir ein paar Bemerkungen zu einzelnen Bereichen veröffentlichen. Natürlich ohne Anspruch auf Vollzähligkeit und ohne viele Details, das würde den Rahmen unserer Rundschreiben sprengen. Vielleicht können wir jedoch den einen oder anderen Hinweis geben:

SPANIEN

Auf den ersten Blick sind in Spanien eine Vielzahl von Marken erschienen. Da jedoch die Nominale relativ gering war, und die Auflagezahlen hoch, ist genügend Material günstig zu beschaffen. Motivlich stark vertreten sind Darstellungen von Bauwerken der spanischen Geschichte, ebenso gibt es relativ viele kirchliche Motive. Erhebliche Schwierigkeiten machen die Ausgaben zwischen den Weltkriegen, in dieser Zeit fand der spanische Bürgerkrieg statt, echte Bedarfspost aus dieser Zeit ist zugleich auch postgeschichtlicher Beleg. In teils erheblicher Menge ist postfrisches Material dieser Periode vorhanden, dagegen sind gestempelte Marken selbst für vielfachen Katalogwert nicht zu beschaffen. Der Sammler, der sich mit dieser Materie auskennt, kann erhebliche Gewinne machen.

JAPAN

Ab etwa 1945 ist Japan ein motivlich interessantes Gebiet, von dem Material günstig beschafft werden kann. Sehr problematisch ist Alt-Japan, hier existieren ungeheure Mengen an Fälschungen, zum Teil in hervorragender Qualität. Spezialisten sollten zumindest die Stempel lesen können und Stempelorte in den geschichtlichen Kontext bringen können. Japan verfolgte eine sehr aggressive Politik und besetzte große Teile Asiens und Ozeaniens. Ob ein Beleg in Tokio oder in besetzten Gebieten aufgegeben wurde, macht preislich einen erheblichen Unterschied aus. Wer zumindest Grundzüge der japanischen Sprache versteht, kann teures Material günstig kaufen. Im Ankauf zahlen Japaner Preise, die weit über die Handelswerte hier bei uns hinausgehen.

GROSSBRITANNIEN

Das Mutterland der Briefmarke ist für Briefmarkensammler tot. Bis etwa 1980 ließ sich das Gebiet noch, zumindest gestempelt, sammeln. Dann entdeckte die britische Post den Kommerz. Hunderte Marken zu einzelnen Anlässen (Jahrtausendwechsel), dutzende Neu- und Nachauflagen bei den Dauerserien, hohe Nennwerte, Zusammendrucke und Parallelausgaben haben den Sammlermarkt vergrault. Waren bei den alten Dauerserien die Unterschiede bei Wasserzeichen und Aufdrucken noch erkennbar, so sind bei der Queen-Dauerserie inzwischen sogar Insider überfordert. Am Markt ist Großbritannien nicht mehr handelbar.

THURN & TAXIS

Das Sammelgebiet ist nur für Investoren interessant. Philatelistisch ist die Beschäftigung mit dem Thema sehr langweilig, denn das gesamte Material ist in der Literatur erfasst, x-mal geprüft, Neuentdeckungen sehr unwahrscheinlich. Ordentliches Material kommt nur selten auf den Markt und kostet entsprechende Summen. Es bleibt im Prinzip nur ein Weg: Sparen, abwarten bis ein guter Nachlass auf den Markt kommt und den ganzen Bestand kaufen. Und den nächsten Bestand auch. Dann das Material neu gruppieren und auf der nächsten Rang 1 Ausstellung wertsteigernde Goldmedaille abholen. Das kostet zwar einiges an Bargeld, entspricht jedoch mustergültig der offiziellen Verbands-Philatelie.

FRANKREICH

Das Sammelgebiet lässt sich sehr einfach in Abschnitte einteilen, zusätzlicher markanter Punkt ist die Währungsreform am 1.1.1960 Die Zahl der von Frankreich verausgabten Marken ist nicht sonderlich groß, auf umsatzfördernden Firlefanz wurde seitens der franz. Post weitgehend verzichtet. Eine Sammlung gestempelter Marken kann problemlos angelegt werden, wobei die Jagd nach gestempelten Marken aus der Zeit der deutschen Besetzung nicht ganz einfach ist. Zwar ist der Katalogwert dieser Ausgaben gering, jedoch sind sie in Tauschalben selten zu finden. Gleiches gilt übrigens für die vorausentwerteten Marken.

Alt-Frankreich nach deutschem Katalog stellt kein Problem dar. Die nähere Beschäftigung mit dem Gebiet zeigt schnell, dass ein Michel-Katalog völlig ungeeignet für den Aufbau einer Sammlung ist. Im Michel umfasst die Dauerserie mit der Säerin nur einige wenige Katalognummern, in Frankreich gibt es dazu ganze Spezialkataloge. Der Wissende erkennt den Unterschied zwischen 20 Cent Katalogwert und 5.000 €. Ähnlich verhält es sich mit den ersten Ausgaben von Frankreich, auch hier gibt es viele Besonderheiten. Dazu kommt, dass es, ähnlich wie in Bayern, Nummernstempel gab, die zum Teil sehr teuer bezahlt werden, speziell die von Auslandspostämtern oder Militärmissionen. Wer sich intensiver mit diesem Gebiet beschäftigt, hat außerordentliche Chancen, gute Stücke zum Schnäppchenpreis zu bekommen.

PHILATELISTISCHE HEIMATGESCHICHTE

Das Sammelgebiet der Heimatgeschichte droht immer auszuufern, daher ist es notwendig, Grenzen festzulegen und Teilbereiche exakt zu definieren. Nehmen wir Fürstenfeldbruck als Beispiel: Die erste simple Frage: Nur die reine Stadt oder auch die Ortschaften, die im Laufe der Jahre eingemeindet wurden oder der gesamte Landkreis? Beispiel Flugplatz: Zum größten Teil gehört er geographisch zu Maisach, postalisch über lange Zeit ebenso, anschließend postalisch, politisch und wirtschaftlich den USA, später zu Bruck. Beginnt die Brucker Postgeschichte für eine Heimatsammlung mit der Geschichte der Posthalterei Weiss, den Vorphila-Belegen (Bischofsbriefe, Fuhrmannsbriefe) oder der Verwendung der ersten Briefmarken? Gehören Ansichtskarten, Photos und andere Belege wie Urkunden, Fahrkarten, Notgeld in eine Sammlung, weil erst durch sie der Kontext zur jeweiligen Zeit hergestellt wird?

Und wo verlaufen die Grenzen zwischen Poststempeln, Notmaßnahmen, Einschreibzetteln, Bahnpoststempeln etc? Welche Aussagekraft haben Freistempel? Oftmals sind die Postleitzahlen für Postfächer nur durch Freistempel zu belegen.

Man sieht anhand dieser sehr unvollständigen Aufzählung, dass ein roter Faden für eine Heimatsammlung notwendig ist, will man sich nicht verzetteln.

GRIECHENLAND

Die Ausgabepolitik ist sehr zurückhaltend, die Anzahl der Ausgaben und die Nominale sind gering. Auf Spielereien wie Kleinbögen, Zusammendruckbögen, Parallelausgaben etc wird weitgehend verzichtet. Dauerserien erscheinen in Heftchen, Bögen und Rollen, die Verwendung der Rollenmarken im Postverkehr überwiegt bei weitem. Obwohl die Katalognotierung für die Rollenmarken und die vierseitig gezähnten Marken praktisch gleich ist, sind die Bogenmarken aus der Bedarfspost kaum zu bekommen. Die Durchsicht von Alben auf Tauschtagen kann lohnenswert sein.

Die Differenz zwischen Katalogpreis und Handelswert bei Griechenland ist erheblich, was daran liegen dürfte, dass bei uns durch den Postverkehr eher die hohen Werte auftauchen, die kleinen Nennwerte jedoch im Inland verwendet werden. Bessere und seltenere Stücke von Griechenland bringen auf Auktionen hervorragende Preise.

Für tiefergehende Beschäftigung mit dem Sammelgebiet bieten die Jahre bis etwa 1945 weitreichende Möglichkeiten. Die Postverbindungen zwischen den Inseln, die Dokumentation der sich häufig ändernden politischen Verhältnisse, die diversen Besetzungen bieten interessante Sammelgebiete für ernsthafte Philatelisten. Dringend gewarnt werden muss jedoch vor den vielen, teils hervorragend gemachten, Fälschungen aller Art, so konnte man bei Händlern die teuren Inselpost-Marken aus der Zeit der deutschen Besetzung Kretas wunschgemäß mit kopfstehenden Aufdrucken, verstümmelten Aufdrucken oder wie auch immer gewünscht kurzfristig anfertigen lassen. Fachwissen ist unverzichtbar, bevor für bessere Stücke Geld ausgegeben wird.

Kompliziert wird es bei der ersten Dauerserie Griechenlands, den Hermes-Köpfen. Verschiedenste Auflagen und Druckorte bieten ein weites Betätigungsfeld. Griechische Briefmarkenkataloge (sie sind in der Regel mehrsprachig) bieten dem Sammler die Möglichkeit, gegenüber dem normalen Sammler einen Wissensvorteil zu erlangen.

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Sie besitzen zwei wertvolle Briefmarken....

Abhängig davon, welcher Typ Sammler man ist, ist es völlig unterschiedlich, was mit diesen beiden Marken passiert:

Der christdemokratische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Sein Vereinskollege besitzt keine. Er behält eine und schenkt seinem armen Vereinskollegen die andere. Danach bereut er es.

Der sozialistische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Sein Vereinskollege besitzt keine. Der Vereinsvorsitzende nimmt ihm eine ab und gibt diese seinem Vereinskollegen. Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um ihren Vereinskollegen beim Sammeln zu helfen.

Der sozialdemokratische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Sein Vereinskollege besitzt keine. Er fühlt sich schuldig, weil er erfolgreich sammelt. Er wählt Leute in den Vorstand, die wegen seiner wertvollen Briefmarken einen höheren Beitrag von Ihm verlangen. Das zwingt ihn, einem Vereinskollegen eine der Briefmarken zu verkaufen, um den Beitrag bezahlen zu können. Der Vorstand, den er gewählt hat, nimmt dieses Geld und kauft eine teure Briefmarke und gibt diese seinem Vereinskollegen. Er fühlt sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für ihn.

Der freidemokratische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Sein Vereinskollege besitzt keine. Na und?

Der kommunistische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Sein Vereinskollege besitzt keine. Die Regierung beschlagnahmt die beiden wertvollen Briefmarken und bietet sie zum Verkauf an. Er steht dann dafür stundenlang an. Sie ist mittlerweile aber ganz fleckig geworden und eine Ecke fehlt.

Der von der EU Bürokratie heimgesuchte Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Die EU nimmt ihm beide ab, verbrennt eine Marke, damit der Verkaufspreis der Marken stabil bleibt und bezahlt ihm eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der anderen. Zwei Jahre später wird die verbrannte Marke in einem renommierten Auktionshaus versteigert.

Der katholische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Seit er weiß, dass eine der beiden Marken in Marktl am Inn abgestempelt wurde, geht er oft nachts im Dunkeln zum Bücherschrank und schaut auf sein Album. Vielleicht sieht man doch schon ein bisschen Heiligenschein darüber.

Der wissenschaftliche Philatelist:
Er hat zwei wertvolle Marken. Er untersucht spektroskopisch die Farbe, chemisch die Gummierung, mikroskopisch das Papier, prüft das Wasserzeichen, lässt sich drei Gutachten erstellen und ist zufrieden. Er weiß nun endgültig, dass sie doch nichts wert sind.

Der amerikanische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er verkauft eine und least sie zurück. Er gründet dafür eine Aktiengesellschaft. Er zeigt die beiden wertvollen Briefmarken laufend auf Ausstellungen. Er wundert sich, als eine dabei verschwindet. Er gibt eine Presseerklärung heraus, in der er erklärt, er hätte seine Kosten um 50% gesenkt. Seine Aktien steigen sprunghaft.

Der französische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er streikt, weil er drei wertvolle Briefmarken haben will. Dann geht er Mittagessen. Das Leben ist schön.

Der japanische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Mittels modernster Technik werden sie auf ein Zehntel Ihrer Größe verkleinert, dafür aber zwanzig Mal vervielfältigt. Er ist glücklich.

Der chinesische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken und bringt sie ins Parteibüro. Er hofft, dass sie im Haus des Volkes ausgestellt werden. Der Parteisekretär freut sich sehr über den Genossen und gibt die Marken sofort zum Altpapier, denn jeder noch so kleine Beitrag sichert das Erscheinen der nächsten Parteizeitung.

Der deutsche Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Leider fordern die wertvollen Briefmarken jetzt 13 Wochen Urlaub im Jahr für Ausstellungen sowie eine Sozialversicherung. Daraufhin droht er ihnen, seine Sammeltätigkeit ins Ausland zu verlagern.

Der italienische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken, aber er weiß nicht, wo sie sind. Während er sie sucht, sieht er eine schöne Frau und lädt sie ins Café ein. Das Leben ist schön.

Der russische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er zählt jedoch fünf. Er trinkt noch mehr Wodka. Er zählt erneut und kommt nunmehr auf 15 wertvolle Marken. Hoch erfreut zählt er gleich noch mal und jetzt sind es nur zwölf wertvolle Briefmarken. Enttäuscht lässt er das Zählen sein und öffnet die nächste Flasche Wodka. Die Mafia kommt vorbei und nimmt das Album - wie viele wertvolle Briefmarken auch immer drin sein mögen - mit. Lenin sei Dank! Sie haben die letzten zwei Flaschen Wodka im Kühlschrank übersehen.

Der arabische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken ohne Bildnis, aber mit wunderschönen Koranversen. Fünfmal am Tag legt er das Album vor sich und seinem Gebetsteppich, achtet, dass beide exakt nach Mekka ausgerichtet sind, dankt Allah für diese schönen Marken und bittet ihn, sie doch endlich in Israel zur Auktion einliefern zu dürfen, da dort mehr geboten wird.

Der englische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken mit dem Bildnis von Königin Elisabeth II. Jeden Sonntag öffnet er das Album, betrachtet erfürchtig die beiden Marken, erhebt sich und singt: God save the Queen.

Der Schweizer Sammler:
Sein Unternehmen verfügt über 5.000 wertvolle Briefmarken, von denen ihm aber keine einzige gehört. Er betreut die Marken nur für andere. Wenn die wertvollen Briefmarken mit hohem Erlös versteigert werden, erzählt er es niemandem. Vor allem nicht, was davon bei ihm hängen geblieben ist.

Der Berliner Sammler:
Jeden Sonntagnachmittag holt er sein Album hervor, rückt seine beiden wertvollen Briefmarken mit dem Bildnis von Kaiser Wilhelm im Album akkurat gerade, springt auf, schlägt die Haken zusammen, spricht einen Toast auf Preußens Glorie – und räumt das Album wieder auf.

Der bayerische Sammler:
Er hat zwei wertvolle Briefmarken mit Rauten als Wasserzeichen. Jeden Sonntag nimmt er die Marken aus dem Album, hält sie gegen das Licht und betrachtet verzückt die Rauten. Eigentlich müssten die Wasserzeichen nur noch weiß-blau sein.

Der Münchner Sammler:
Jeden Nachmittag holt er sein Album hervor, betrachtet die beiden wertvollen Marken mit dem Bildnis von Prinzregent Luitpold – mei, dös war’n no Zeiten – ramt’s Album wieder auf, holt seinen Gehstock, spaziert zu seinem Wirtshaus, setzt sich unter die Kastanien im Biergarten, schaut verträumt den weißblaua Himmel o, lässt sich von der Resi a Maß bringen, und no a Maß ...

Der ostfriesische Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Um diese im Wohnzimmer zu präsentieren, kauft er drei edle Vitrinen mit Goldbeschlägen und gibt dafür die beiden Briefmarken in Zahlung.

Der Brucker Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken und legt sich jeden zweiten Dienstag im Monat sein Album mit den beiden wertvollen Briefmarken zurecht. Dann sucht er überall nach Kleingeld und steckt es in seinen Geldbeutel. Dann schiebt er noch seine Schafskopfkarten ein. Dann rennt er los. Unterwegs überlegt er, ob er nicht etwas vergessen hat. Erleichtert stellt er fest, dass er die Schafkopfkarten doch dabei hat.

Der Maisacher Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er betrachtet sie genau, dann wirft er sie weg, weil keine Lokomotiven abgebildet sind.

Der ängstliche Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Aus Angst vor dem Finanzamt überschreibt er eine seiner Frau und bezahlt mit der anderen seinen Steuerberater für diesen Tipp.

Der organisierte Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er verkauft eine Marke, um Vereins- und Verbandsbeitrag, Prüfgebühr, Ausstellerpass und Rahmengebühr, graphische Gestaltung des Blattes, Beschriftungstexter, Porto und Versicherung bezahlen zu können, um die andere Marke auf einer Ausstellung präsentieren zu können. Er bekommt dafür nach Streit mit dem Juror eine Blechmedaille im Rang 3.

Der Michel-Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er leiht sie dem Michel-Verlag. Die veröffentlichen zwei Spezialkataloge zu je 64 Euro mit farbigen Abbildungen. Der Sammler verkauft seine Marken, damit er sich die Kataloge leisten kann.

Der publizierende Sammler:
Er besitzt zwei wertvolle Briefmarken. Er schreibt zwei Handbücher. Für die wird er mit dem Ehrenpreis des Landesverbandes, dem Pulitzer-Preis und den Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Er verkauft eine Marke, damit er zu den Preisverleihungen fahren kann.

 Fleischhacker / Lippoldes

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Beispielhafte Kooperation

Österreich ist sehr rührig, was die Belange von Philatelisten angeht. Ein Beispiel dafür ist eine Zeitschrift, in etwa vergleichbar der "philatelie", Herausgegeben wird sie von der Post und vom Verband der österreichischen Philatelisten. Sie wird an alle Abonnenten der Österreichischen Post kostenlos abgegeben, ebenso erhalten sie die Mitglieder des Philatelistenverbandes kostenlos. Man kann sie jedoch auch am Kiosk kaufen oder per Abonnement beziehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine Zeitschrift für das gesamte philatelistische Spektrum, wesentlich größere Auflage als mehrere nebeneinander erscheinende Publikationen, dadurch besseres Anzeigenaufkommen und geringere Produktionskosten. Sehr gutes Argument für Vereinsmitgliedschaften, denn der Abo-Preis für die Zeitschrift ist höher als der Beitrag für einen Verein. Wäre bei uns nachahmenswert.

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Unterbringung Sammlung

Immer wieder stehen Sammler vor dem Problem, wie ihre Schätze kostengünstig und zugleich übersichtlich untergebracht werden können. Letztendlich sind Vordruckalben zu teuer und die Flexibilität bleibt auf der Strecke. Einige Vorschläge zur Lösung:

1. Sammlung postfrisch und gestempelt
 

 
Hier am Beispiel CEPT-Mitläufer: Einsteckbuch mit 10 Streifen, oberster Streifen wird freigelassen, da es sonst Schwierigkeiten mit großformatigen Marken in der obersten Zeile geben kann. Acht Zeilen werden für postfrische und gestempelte Marken genutzt. Die unterste Zeile bleibt ursprünglich frei, hier können Besonderheiten (in der
Abbildung zwei Randstücke) untergebracht werden.
Vorteile: kostengünstige Lösung, Sammlungslücken sofort erkennbar, jede Marke hat ihren Platz.
 
2. Sammlung gestempelt
 

 
Hier am Beispiel Italien: Verwendet wurden Blanko-Blätter mit 7 Streifen. Sie haben den Vorteil, dass es keine Überlappungen auch bei größeren Sondermarken gibt. Die letzte Zeile wurde für Besonderheiten wie Zusammendrucke etc freigelassen. Fehlende Marken fallen durch Lücke auf.
 
3. Sammlung gestempelt mit Belegen
 

 
Hier am Beispiel Deutsches Reich: Verwendet wurden Blankoseiten mit acht Streifen, für alle Marken gem. Michel-Spezial wurden kleine Etiketten verwandt, die es vor einigen Jahren für alle Vereinsmitglieder kostenlos gab. Es wurde die letzte Zeile freigelassen, um an den richtigen Stellen weitere Besonderheiten wie Plattenfehler einsortieren zu können, ohne gleich in Platzprobleme zu geraten. Sammlungslücken sind dank Etiketten mit exakter Katalog-Nummer beschriftet.
Bestückt wurden nur die rechten Seiten, auf den linken Seiten besteht die Möglichkeit, zugehörige Belege unterzubringen.
 
Das klappt natürlich nur solange, wie die Anzahl der Belege relativ gering ist.
 
4. Sammlung Belege
 

 
Wie bereits in einem früheren Rundschreiben ausführlich dargestellt werden DIN A4-Kartons verwandt, aus praktischen Erwägungen heraus im Querformat, dadurch ist es möglich, C5-Belege und Langbriefe unproblematisch unterzubringen. Die Aufbewahrung erfolgt in dokumentenechten Klarsichthüllen, die mit Öffnung nach unten in Leitz-Ordnern abgeheftet werden. Dadurch wird Vergilben der Kartons vermieden. Selbst größere Belegsammlungen lassen sich so einfach und kostengünstig beschriften und unterbringen.

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Ausstellung Gröbenzell

Die Sammlergruppe in Gröbenzell hat eine Ausstellung durchgeführt, die wir mit Rahmen und einigen Exponaten unterstützt haben. Man ist in Gröbenzell noch in der Phase vor einer Vereinsgründung und man hat sich herzlich für unsere Unterstützung bedankt.

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Die Phasen des Sammelns

Phase 1

Schachteln, Tüten, Kartons, Schreibtisch-Schubladen, alles ist voll mit Marken und Belegen. Hinzu kommen etliche Einsteckbücher mit unsortiertem Material. Kein Wunder, wenn man Kisten und Kartons auf Auktionen oder Flohmärkten kauft und wenn man fleißig im Verein tauscht. Das Chaos ist gewaltig. Wie groß es ist, merkt man dann, wenn man umzieht, oder wenn man irgend etwas sucht, und bei der Gelegenheit etwas ganz anderes findet.

Phase 2

Es wird vorsortiert. Für jedes wichtige Land eine Zigarrenkiste. Man braucht viele Zigarrenkisten. Und Klarsichthüllen. Alle Bund-Sondermarken erst einmal in eine Klarsichthülle, Dauerserie in die nächste. Blocks, Bögen, Zusammendrucke, alles bekommt eine Klarsichthülle. Belege kommen in getrennte Schubladen im Schrank: Bund, Ausland, Sammlung. Das Chaos wird kleiner, doch die Schubladen füllen sich und die Zigarrenkisten sind schnell voll. Klarsichthüllen rutschen ständig und kommen einem entgegen, wenn man den Schrank aufmacht.

Phase 3

Man knöpft sich ein Gebiet vor, weil die Zigarrenkiste übervoll ist. Alles Material wird auf dem Schreibtisch ausgebreitet und in einen alten Katalog sortiert. Der Katalog wird dick wie eine Klorolle und kann nur noch mit einem Einweckgummi zusammengehalten werden. Aber die Zigarrenkiste ist leer und man hat Platz für Nachschub. Nachdem man ein zweites und drittes Gebiet in den Katalog sortiert hat, werden die Probleme mit dem Umfang des Kataloges immer größer, aber man hat ja noch einen zweiten alten Katalog, oder man nimmt den aktuellen. Bei den Schubladen mit den Belegen sortiert man gut und böse. Die Belege, die für die eigene Sammlung uninteressant sind, kommen in einen Karton zur Mitnahme zum Tauschtag. Mit der Hoffnung, dass man möglichst viele los wird, was auch zutrifft, jedoch die Menge kaum reduziert.

Phase 4

Weitere Marken sollten eigentlich in den Katalog sortiert werden, das geht jedoch wegen Überfüllung nicht mehr. Also wird ein Gebiet an die endgültigen Plätze sortiert. Fehlende kommen in die Sammlung, Dubletten bis zu 10x in das Tauschalbum, "besseres" Tauschmaterial auf Steckkarten, der gesamte Rest in eine große Tüte zum Verramschen. Kaum ist man mit der umfangreichen Arbeit fertig, findet man einen weiteren Beutel mit Marken dieses Gebietes.

Phase 5

Die Bestands-/Fehllisten werden aktualisiert, man erfreut sich an der Sammlung.

Phase 6

Leider ist man längst nicht alle Überbestände losgeworden, man konnte den Schnäppchen auf Auktionen nicht widerstehen, man ist günstig an einen schönen Bestand gekommen. Das ganze Theater geht von vorne los.

Es soll jedoch Sammler geben, die fast alle Phasen auslassen, die sich ein Stück für ihre Sammlung kaufen, es sofort an der richtigen Stelle einordnen und das Album zuklappen. Und dann gibt es noch diejenigen, die nur die Phase 1 kennen: Kaufen und im Keller einlagern, für die Zeit nach der Pensionierung.

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Erhöhung der Mehrwert-Steuer

Es wird beabsichtigt, die Mehrwert-Steuer um 2% von 16% auf 18% zu erhöhen. Schon in diesem Satz zeigt sich, dass entweder sehr sorglos mit der Wahrheit umgegangen wird, oder wir absichtlich verdummt werden, denn ein Anstieg von 16% auf 18% entspricht einer Erhöhung um 12,5% Soviel zur profanen Mathematik. Welche Auswirkungen sind bei Briefmarken zu erwarten? Dazu einige Beispiele:

1. Kauf von Briefmarken auf der Post

Netto erzielte die Post bei einem Verkauf von Briefmarken für 1.000€ Nominale einen Betrag von 882,07 (=1000:1,16), in Zukunft werden das nur noch 847,46 (=1.000:1,18) sein. Der Rückgang der Einnahmen der Post beträgt somit 36,61€, das entspricht 4,15% (=36,61*100/882,07). Damit die Post weiterhin netto den alten Betrag, nämlich die 882,07€ netto in der Kasse hat, muss sie in Zukunft von ihren Kunden 1.040,84€ (=882,07*1,18) verlangen. Bezogen auf die bisherigen 1.000€ also knapp 4,1% mehr. Das betrifft alle Unternehmen, Waren, Dienstleistungen, die dem normalen Steuersatz unterliegen. Ob die Anbieter bei ihrer knappen Kalkulation einen Rückgang der Erlöse von über 4% verkraften werden, muss bezweifelt werden, eher ist mit kräftigen Preiserhöhungen zu rechnen. Lassen die sich im Markt nicht durchsetzen, werden weitere Unternehmen vom Markt verschwinden.

2. Kauf von Briefmarken auf Auktion

Man kauft ein Los mit einem Zuschlag von 1.000€, die Dienstleistung des Auktionators schlägt mit 30% Aufgeld und Nebenkosten zu Buche. Plus 16% Mehrwertsteuer. Endpreis des Loses: 1.348€ (=1000 plus 300*1,16) In Zukunft sind 1.354€ (=1000 plus 300*1,18) zu zahlen, also 6€ mehr, das sind bezogen auf die bisherigen 1.348€ etwa 0,445% mehr, die Auswirkungen sind also längst nicht so gravierend wie bei Kauf auf der Post.

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Sammelgewohnheiten

In dem Informationsblatt für Abonnenten der Finnischen Post 5 / 2004 findet sich eine kleine Notiz, welche die sehr unterschiedlichen Sammelgewohnheiten beleuchtet: Bei finnischen Abonnenten stellen Frauen die Mehrheit, bei ausländischen Abonnenten sind es nur 12% weibliche Kunden. Der Altersgruppe 25 - 54 Jahre gehören 56% der finnischen Kunden an, dagegen sind 66% der ausländischen Kunden älter als 55.

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Streiflichter von der Post

Ein Subunternehmer der Post wurde verurteilt, weil er 53 Tonnen (!) Post nicht zugestellt hat. Er hat sie stattdessen als Altpapier verkauft. Die Post lehnt jede Verantwortung für den Subunternehmer ab.

Am Starnberger See wurden überraschend zwei Postagenturen geschlossen. Angeblich kam es zu Unregelmäßigkeiten. Die Post lehnt jede Verantwortung für die Agenturen ab.

Entschieden hat die Post dementiert, dass es in Zukunft keine Samstags-Zustellung mehr geben soll, weil das Postaufkommen an Samstagen ohnehin nur gering sei. Fragt sich nur, wo das Gerücht herkam.

Die größten drei deutschen Zeitschriftenverlage wollen in Zukunft auch ganz normale Post zustellen, eine entsprechendes Unternehmen wurde gegründet.

Die PIN AG hat in Frankfurt ein weiteres Briefverteilzentrum eröffnet, man rechnet damit, dass in spätestens zwei Jahren die gesamte Republik versorgt werden kann.

In etlichen Orten hat die Post einen Probebetrieb von neuen Postagenturen gestartet. Sie sollen die Grund-Versorgung der Bevölkerung sicherstellen und nur einfachsten Service bieten, Zusatzleistungen wie Einschreiben etc werden in diesen Agenturen nicht angeboten. Statt Versicherungen, Strom, Bankprodukten usw. soll es Briefmarken geben. Gute Idee.

Der Gewinn der Gelben Post hat sich im ersten Halbjahr 2005 erheblich vermindert, unter anderem wird dies begründet mit einem Rückgang des Briefaufkommens um etwa 3,5%

Die Post in Frankreich hat das Porto für Sendungen in die EU-Staaten erhöht, damit ist sie als erste Postverwaltung von dem ursprünglichen Ziel der EU, ein einheitliches (Inlands-)Porto in allen Mitgliedsländern zu haben, abgerückt. Nun kostet ein Brief von Strassburg nach Kehl mehr als ein Brief von Strassburg nach Guadeloupe.

In der 2. Augustwoche wurde in Frankfurt ein Brief zugestellt. Die Laufzeit für 7 Kilometer betrug 20 Jahre. Jede Schnecke wäre schneller gewesen. Hier zeigt sich die Zuverlässigkeit des Unternehmens Post: Es wird zugestellt, dir Frage ist nur, wann.

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Ehrbare Leute?

Mehrere verantwortliche öffentlich-rechtliche Sportredakteure wurden in Untersuchungshaft genommen. Eiligst wurde der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe von seinem Posten abgelöst. Es wurde der Vorwurf erhoben, dass die Stiftung den Redakteuren nicht unerhebliche Geldsummen gezahlt hat, damit sehr wohlwollend und positiv über die Deutsche Sporthilfe berichtet wird. Das nennen die Juristen wohl Bestechlichkeit, außerdem ist das natürlich ein Verstoß gegen den journalistischen Ehrenkodex..

Beinahe täglich werden derartige Vorgänge in Deutschland aufgedeckt, in der weltweiten Korruptionsstatistik liegen wir noch hinter Burundi, Manager großer Konzerne kassieren nebenbei ein paar Milliönchen, Ehefrauen werden mit hochdotierten Posten bedacht und bei Bedarf wird einem Personalchef eine brasilianische Prostituierte zu einem Treffen nach Paris eingeflogen. So ist nun mal die (deutsche) Welt. Geht uns als Philatelisten derartiges Verhalten überhaupt etwas an?

Im obigen Fall der Deutschen Sporthilfe: Ja! Wir Philatelisten haben seit etlichen Jahren mit Eifer die Sport-Zuschlagsmarken gekauft, unter dem Strich hat jeder Deutschlandsammler etliche DM und Euro an Zuschlägen ausgegeben. Eigentlich, um den deutschen Sport durch unser Scherflein zu unterstützen. In Wirklichkeit sind jedoch nicht unerhebliche Beträge in dunkle Kanäle geflossen.

Es stellt sich noch eine ganz andere Frage: Hat das Kontrollsystem versagt? Wie kann der Vorstand der Stiftung zig-tausende Euro aus der Kasse abzweigen, ohne dass es den Kassenprüfern auffällt? Hat man eine "kreative" Buchführung gehabt? Im Bücherschrank stehen die Jahresberichte 1999 und 2000 der Stiftung Deutsche Sporthilfe e.V., von Journalistenbestechung steht da nichts drin. Wer sich in Deutschland Geschäftsberichte bzw. Kassenberichte etwas genauer anschaut, wird leicht fündig. Stellt er dann frecherweise zu auffälligen Positionen Fragen, dann wird er schnell als Querulant und Nestbeschmutzer angesehen.

Mehr Ehrlichkeit muss her, zumindest in den bescheidenen Bereichen, die wir beeinflussen können. Deshalb sollte sich die Michel-Redaktion endlich dazu entschließen, die Sportmarken bis 2005 unter "Ausgaben zugunsten des Sportes und der Korruption" aufzuführen.

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Ausstellung

Ein Gespräch mit der Leitung des Brucker Stadtmuseums über unsere geplante Ausstellung hat stattgefunden, es war wenig ergiebig. Die Damen würden sich eventuell für eine Ausstellung interessieren, die sich mit dem Streit über Postrechte zwischen den Häusern Weiß und Thurn & Taxis beschäftigt, alternativ könnte man eine Ausstellung an einer Person aufhängen, die über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist. Beispielsweise hätten die Damen Interesse kurzfristig an allem, was wir zum Thema Oskar von Miller zu bieten hätten.

Das, was wir vorhaben, nämlich die Geschichte von Fürstenfeldbruck der letzten 250 Jahre anhand philatelistischer Belege, alter Dokumente und sonstigen Schaustücken wie Uniformen, Postkutschen, zeitgenössischen Trachten etc darzustellen, wäre kein modernes Konzept, so etwas hätte man in den 80iger Jahren gemacht, außerdem würde die Ausstellung aus zuviel Papier bestehen.

Man bittet uns jedoch, einmal eine Liste möglicher Exponate aus unserem Kreis zusammenzustellen. Wenn jedes unserer Mitglieder nur 2.000 Objekte (Briefmarken + Belege) besitzt, dann würde eine derartige Liste immerhin rund 175.000 Positionen umfassen, daher haben wir dieses Ansinnen abgelehnt.

Wir arbeiten weiter am Thema Ausstellung.

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Ausstellung (zum Zweiten)

Einige Aspekte der Brucker Postgeschichte sind schlecht oder gar nicht dokumentiert, dazu gehören die verschiedenen Standorte der Brucker Postämter, die postalische Geschichte des Fliegerhorstes einschließlich Zeit der Amerikaner, das Lazarett im 1. Weltkrieg, die militärischen und sonstigen Einrichtungen im Kloster und seiner Umgebung, wie z.B. das französische Lager. Wer etwas darüber hat, oder wer sich mit diesen Themen beschäftigen mag, möge sich bitte melden.

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Landesverband

Am 28.6. haben wir das Protokoll des LV-Tages erhalten. Fünf Seiten Rechenschaftsbericht des 1. Vorsitzenden inklusive. Wir werden gleich an mehreren Stellen lobend erwähnt, weil wir behauptet haben, dass er unfähig und/oder untätig hinsichtlich der Postenbesetzungen ist, drei Absätze weiter unten bestätigt er unsere Ansicht, denn bis heute weiß er noch nicht, warum der Redakteur der LV-Aktuell vor Jahren sein Amt niedergelegt hat. Natürlich regt sich Ludwig Gambert darüber auf, dass wir seinen Entwurf einer neuen Satzung als indiskutabel und als Stückwerk bezeichnet haben. Sein Frust ist verständlich, schließlich wollte er uns unterjubeln, dass er seine Rechenschaftsberichte eventuell erst nach 900 Tagen abliefern braucht, dass die Daten der Vereinsmitglieder zu Werbezwecken weiterverkauft werden könnten. Der Entwurf hatte eine Menge logischer Fehler, hinzu kamen Rechtschreibfehler. Er war halt schlampig gemacht, und nicht mehr haben wir zum Leidwesen des Herrn 1. Vorsitzenden gesagt. Er hätte sich seine Blamage ganz einfach ersparen können, wenn er sich seinen Entwurf nur ein einziges Mal durchgelesen hätte.

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Mitgliederentwicklung

Zugunsten der Vereinskasse (und ihres eigenen Geldbeutels) haben weitere Mitglieder auf die Leistungen des Landesverbandes / BDPh verzichtet, für diejenigen, die sich bis 11.11. nicht abgemeldet haben, müssen wir ab dem neuen Jahr 16 Euro an den Landesverband abführen und den Vereinsbeitrag von 20 auf 25 Euro erhöhen. Es wird also wirklich Zeit, die Abmelde-Zettel abzugeben.

Diejenigen, die bereits ihren Verzicht auf die Leistungen des LV Bayern / BDPh erklärt haben, mögen bitte ihre Mitgliedsausweise abgeben.

Dieses Jahr haben wir drei Neueintritte, des weiteren befinden sich mehrere Interessenten in der "Schnupperphase", es läuft nicht schlecht.

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Brucker Bauernregel

Je höher der Affe klettert, desto mehr sieht man von seinem Hintern.

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Rückblick Sommerfest

Irgendwann wird unser 1. Vorsitzender in seinem Rundschreiben einen Artikel über das diesjährige Sommerfest schreiben, wie üblich wird er schreiben, dass es nett war. Mag ja sein, aber trotzdem muss ich Kritik anbringen:

1. Ein Sommerfest sollte bei gutem Wetter stattfinden. Es war im Biergarten eindeutig zu nasskalt und in der Gaststube zu warm.

2. Auf der speziellen Speisekarte waren mehrere Fisch-Gerichte, obwohl es Samstag und nicht Freitag war. Außerdem gab es zu jedem Gericht einen großen Salat. Wir sind doch keine Karnickel!

3. Wenn schon eine der anwesenden Damen an diesem Tage Geburtstag hat, dann sollte der Vorstand das laut und deutlich bekannt geben und nicht heimlich gratulieren. Durch sein Verhalten hat er uns eventuell um eine Runde oder sogar um eine Käseplatte gebracht.

4. Wenn der Vorstand verkündet, dass es dieses Mal keine Freigetränke gibt, dann muss er sich wirklich nicht daran halten. Hätte ich geahnt, dass er das tatsächlich ernst meint, hätte ich bestimmt keine 6 Weinschorle getrunken. Zumal der Vereinskassier anwesend war, was sonst immer ein Hinweis darauf ist, dass mit Freigetränken und/oder Käseplatten zu rechnen ist.

Anonymus

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Rückblick Sommerfest (zum Zweiten)

Trotz des sehr problematischen Wetters (es hatte bis mittags geregnet, abends kam die Feuchtigkeit vom Sportplatz) konnten wir das Sommerfest nicht mehr verschieben, es war einfach zu kurzfristig. Wir haben uns mit der Situation arrangiert, ab und zu ging man halt hinaus, um sich abzukühlen. Die wenigen Mitglieder ohne Zipperlein hätten zwar lieber draußen gesessen, aber die meisten haben doch rheumatische Beschwerden, sind empfindlich hinsichtlich Grippe, also blieben wir in der Gaststube. Über das Essen waren keine Beschwerden zu hören und es wurde wieder sehr spät, als sich die letzten auf den Heimweg machten. Kurz gesagt: Es war nett.

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Porto

Der Versand von Päckchen durch die Post scheint wesentlich günstiger geworden zu sein. Im letzten Rundschreiben hatte ich einige Beispiele für nicht abgestempelte Marken gegeben, inzwischen sammeln sich bei mir die nicht abgestempelten Marken zu 4,30 Euro. Bei keinem Päckchen der letzten Monate war die Marke abgestempelt. Danke, liebe Post.

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Vereinsbeitrag

Alles wird teurer, nur der Philatelistenverein Fürstenfeldbruck nicht. Ein paar Beispiele gefällig:
Früher konnte man für den Gegenwert eines Michel Spezial 17 Monate lang Mitglied in unserem Verein sein, heute sind es 68 Monate. Früher musste man für den Vereinsbeitrag auf 200 Zigaretten verzichten, heute nur noch auf 85 Zigaretten. Es lohnt sich also, in unserem Verein zu sein, oder?

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Internet (9120 Besucher seit 6.3.2004)

Über unsere Internet-Seiten haben sich in den letzten Monaten viele positive Kontakte entwickelt, so kam ein junger Mann in den Verein, der sich von Teilen seiner sehr umfangreichen und interessanten Sammlung Ansichtskarten des Landkreises trennen wollte. Bei fairen Preisen haben wir zugegriffen. Wir haben viel Lob für die Seiten erhalten, es sind einige Gäste in den Verein gekommen, die durch das Internet auf uns aufmerksam wurden und wir haben konstant viele Besucher auf unseren Seiten, die nicht nur auf der Titelseite bleiben, sondern sich durch viele Seiten klicken. So haben mehr als 70 Gäste im August unser letztes Rundschreiben gelesen, obwohl es da schon längst nicht mehr aktuell war.
Zum Vergleich: Wir haben mehr als 10x so viele Besucher wie ein wesentlich größerer Verein, der für das Internet fast 20x so viel ausgibt wie wir. Oder andersrum gerechnet: Pro 1000 Besuchern bezahlen wir nur rund 1% dessen, was der andere Verein ausgibt.

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Tauschtag

Unser (Groß-)Tauschtag findet
am Sonntag, den 30.10.2005 von 10:00 -16:00 Uhr
im Wirthaus Auf der Lände statt.
Dieses Jahr werden wir wieder ordentlich Werbung betreiben, versprochen.

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Sonder-Auktion am 8.11.2005

Zugunsten unserer Feier-Kasse. Die ersten Spenden haben wir bereits. Es wird wieder Spaß machen.
Weitere Spenden und rege Beteiligung dringend erbeten.

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Weihnachtsfeier

So langsam fällt mir zum Thema Jahresend-Feier nichts mehr ein. Daher dieses Jahr in Kurzform:
Termin: Samstag, 26. November 2005 um 18:30 Uhr
im Wirtshaus Auf der Lände,
Freunde / Gäste herzlich willkommen.
Überraschungen sind geplant.

Anmeldung bitte wieder mit Personenzahl und Anzahl der Damen.

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