3 / 2009

Rundschreiben 3 / 2009 - Nr. 108

RS0903b

Inhalt:
Vorwort
Rückblick
Endkontrolle
Block oder Kleinbogen?
Liebe Maisacher
Auswahlverfahren für Briefmarkenlizenz ab 2011 hat begonnen
Konsequenzen der Ausschreibung
Landesverbandstag 2009
Austritt Landesverband / BDPh
Brucker Herdentrieb?
Tauschtag Landsberg
Unsere Jugendgruppe damals…..
… und heute
Angebote
Qualität
Brucker Post 15.10.2009
Zwei Tage Philatelie in Germering
Mehrwertsteuer
Kooperation
Schweres Hobby
Gartenbauverein
Goldmünzen
Randgespräche
Einsteckbücher
Marktbericht
Dienstmarke statt Briefmarke
Karton-Philatelie
Armes Bruck
Offener Brief
Jahresabschluss
Terminkalender
Internet

Vorwort

Nur gut, dass es bestimmte Stichtage für Rundschreiben gibt. So ist es dieses Mal unsere Jahres-Abschlussfeier mit dazugehöriger Auktion. Nicht einmal mehr vier Wochen bis zu den Terminen, also muss das Rundschreiben endlich raus. Die Notizen im PC sind erschreckend wenige. Im Sommer habe ich handschriftliche Entwürfe von Artikeln auf meinem karierten Block gemacht, doch wo ist der vergraben? Die Ansichtskarten von Bruck wollte ich unbedingt abbilden, Albert hat sie zwischenzeitlich verkauft. Also sichten, was man sonst an Abbildungen hätte. Langsam kommt echte Panik auf, nach rund 50 Rundschreiben müsste man sich eigentlich an den Zustand gewöhnt haben, doch noch immer ist „Redaktionsschluss“ ein ganz böses Wort für mich.

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Rückblick

Das letzte Rundschreiben war gerade fertig und wir hatten mit der Verteilung begonnen, als wichtige Ereignisse einen Stop der Verteilung erforderlich machten. Der plötzliche Tod von Otto Gleixner, der Betriebsurlaub der Lände, das Ergebnis des LV-Tages, die Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung, das alles erforderte ein schnelles und effizientes Zusammenspiel des Teams. Und es hat ausgezeichnet funktioniert. Unsere Mitglieder konnten schnell informiert werden. Ganz herzlichen Dank allen, die schnell und engagiert gezeigt haben, dass ihnen unser Verein wichtig ist.

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Endkontrolle

Bei der Produktion von Briefmarken scheint die Endkontrolle eingespart worden zu sein, denn die Fehler häufen sich. So sollten die Postschalter die Fehlzähnungen der Weihnachtsmarke 2008 zurück senden, es gab sehr viele Bögen mit nach links verschobener Zähnung, so dass in den linken Marken die Wertangabe nur noch „5“ ist, analog dazu in der rechten Reihe die Wertangabe „5+25“ erscheint.

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Block oder Kleinbogen ?

In einer kompletten Sammlung müssen die Blocks enthalten sein, nicht jedoch die Kleinbogen. Doch wie sind beide Formen zu unterscheiden? Seit dem Jahr 2000 gilt eine neue Definition der MICHEL-Redaktion. Demnach besteht ein Block aus bis zu drei gleichen oder bis zu sechs unterschiedlichen Marken. Alles andere sind Kleinbögen oder Zusammendruck-Bögen. Vier gleiche Marken können ein Block sein, wenn gleichzeitig auch ein Verkauf aus Schalterbögen erfolgt. Aber, wie gesagt, die Regelung gilt erst ab dem Jahr 2000. Vorherige Ausgaben bleiben in der alten Einteilung, aus den Märchen-Kleinbögen der DDR wurden also keine Blocks.

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Liebe Maisacher

Diversen Artikeln in der Lokalpresse muss man entnehmen, dass ihr Probleme mit der Post habt. Spätestens am 6. Oktober soll das Postamt in der Ortsmitte geschlossen werden und durch eine Post-Agentur irgendwo am Ortsrand (Getränkemarkt Tulpenstraße?) ersetzt werden. Bereits seit dem 1.8. ist die Post-Partner-Filiale in Gernlinden von einem Getränke-Markt umgezogen in eine Wäscherei in der Ganghoferstraße.

Nun, liebe Maisacher, nun hört doch endlich einmal auf, über dieses Thema zu jammern. Ihr hattet doch die ganze Malaise selbst verschuldet. Erst lehnt ihr den Frachtflughafen ab. Wer keine Postflieger haben will, der braucht auch kein Postamt. Ja, wenn ihr wenigstens eure Ersparnisse bei der Postbank angelegt hättet, eure Häuser bei BHW finanziert hättet anstatt sie abzuzahlen, dann wäre wenigstens ein Postbank-Finanzcenter übrig geblieben, so wie bei uns in Bruck. Dann dürftet ihr auch in langen Schlangen stehen, um postalische Angelegenheiten zu erledigen. Aber nicht einmal das habt ihr gewollt. Nun werdet ihr nicht mehr gefragt, ob ihr zur Briefmarke noch einen Riester-Vertrag wollt, nein, jetzt wird euch nebenbei statt 3% Zins plus 1% Bonus 38%iger Obstbrannt mit passendem Schnapsglas angeboten. Nehmt die kleine Flasche, denn ihr müsst nun sehr weit nachhause laufen, denkt an den Unterschied zwischen Ortsmitte und Ortsrand.

Natürlich wissen wir von eurem nicht ganz einfachen Verhältnis zum Ortsteil Gernlinden, und wir wollen da ganz bestimmt nicht sticheln, aber es macht doch irgendwie stutzig, dass die Maisacher ihre Postangelegenheiten im Getränkemarkt erledigen, und die Gernlindener in einer Wäscherei.

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„Bundesministerium der Finanzen, Pressemitteilung vom 5.10.09
Nr.: 2009

Auswahlverfahren für Briefmarkenlizenz ab 2011 hat begonnen

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat heute das Auswahlverfahren zur Vergabe einer Exklusivlizenz zur Herstellung, Verwendung und Vermarktung der Postwertzeichen mit dem Aufdruck "Deutschland" eingeleitet. Damit soll im Wettbewerb ermittelt werden, wer ab 2011 die derzeit von der Deutsche Post AG (DPAG) wahrgenommene Aufgabe erbringen wird.

Der gegenwärtige Vertrag mit der DPAG läuft Ende 2010 aus. Nach dem Wegfall des Briefbeförderungsmonopols und der daran gekoppelten Verwendung der Postwertzeichen kommen hierfür neben der DPAG mittlerweile auch andere Postdienstleistungsanbieter in Betracht.

Das BMF führt daher ein europaweites wettbewerbliches Auswahlverfahren (Lizenzvergabeverfahren) durch, um einen Vertragspartner für die Zeit ab 2011 zu finden.

Wesentliche Ziele des BMF

Zukünftiger Vertragspartner des Bundesministeriums der Finanzen kann jedes Unternehmen werden, das in der Lage ist, spätestens ab 2011 Postdienstleistungen in Deutschland sowie die geforderten Leistungen zu erbringen. Dabei wird das Bundesfinanzministerium vertraglich sicherstellen, dass die bisherige hohe Qualität sämtlicher Leistungen erhalten und - wenn möglich - noch verbessert wird.

Für das BMF stehen dabei folgende Aspekte im Vordergrund:

Wir werden die Ausschreibung dazu nutzen, die Leistungen überall dort, wo es möglich ist, zu verbessern. Dies betrifft insbesondere die Möglichkeit, die Postwertzeichen kundenfreundlich zu erwerben.

Das BMF setzt beim Verfahren schwerpunktmäßig auf die Qualität der Leistungserbringung und weniger auf monetäre Aspekte (Qualitätswettbewerb).

Im Falle eines Lizenznehmerwechsels wird angestrebt, dass die bis dahin herausgegebenen Postwertzeichen weiter verwendbar bleiben.

Es wird auch weiterhin die beliebten Plusmarken geben, deren Erlös wohltätigen Zwecken zu Gute kommt.

Planungssicherheit durch umfassenden Lizenzvertrag

Das im Auswahlverfahren erfolgreiche Unternehmen erhält die Exklusivlizenz für einen Zeitraum von sieben Jahren, der durch das BMF um drei Jahre verlängert werden kann. Bereits durch diese langfristige Bindung wird ein hoher Grad an Planungssicherheit geschaffen. Dies gilt auch und insbesondere für die Bürger als Verwender und/oder Sammler der Briefmarken.

Da das durch den Vertrag eingeräumte exklusive Recht sowohl in finanzieller Hinsicht als auch aus Imagegründen gewinnbringend eingesetzt werden kann, wird der zukünftige Lizenznehmer ein jährliches Lizenzentgelt zu entrichten haben.

Weiterführende Informationen zum Thema Postwertzeichen und Briefmarken finden Sie auch unter www.bundesfinanzministerium.de

Ende des Zitates

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Konsequenzen der Ausschreibung

Gewinnt die Gelbe Post die Ausschreibung, dann wird sich nicht allzu viel ändern, doch es müssen Linzenzgebühren an den Staat abgeführt werden. Irgendwo müssen die herkommen. Wenn nicht von den Postkunden, woher dann?

Ganz anders wäre es, wenn ein anderer privater Postdienstleister, wie z.B. die neue „Mail Alliance“ das Höchstgebot abliefert. Dann wären deren Marken plötzlich die offiziellen Marken der Bundesrepublik Deutschland, und die Gelbe Post einschließlich Versandstelle würden in die Röhre schauen.

Letztendlich könnte ein ganz anderer die Ausschreibung gewinnen. Göde oder Goldhahn, Borek oder BDPh. Na dann Gute Nacht, moderne Philatelie.

Interessant ist besonders ein Satz: „Im Falle eines Lizenznehmerwechsels wird angestrebt, dass die bis dahin herausgegebenen Postwertzeichen weiter verwendbar bleiben.“ Ja, was ist dann, wenn das Streben erfolglos ist? Werden alle bisherigen Marken dann Altpapier?

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Landesverbandstag 2009

Am 12.07.09 fand in Schwandorf der LV-Tag statt. Ganz bewusst wollen wir auf einen Bericht oder Kommentar verzichten, denn wir müssen uns ab sofort mit den Konsequenzen beschäftigen.

Wir werden sehr kurzfristig über den Austritt aus dem LV entscheiden müssen. Dafür gibt es zwei Gründe:
A) Das Wahlergebnis Gambert 157 Stimmen (Hammer 148) und
B) Die beschlossene Beitragserhöhung ab 2011 von 5 €

Die Wiederwahl bedeutet, dass weiterhin absolute Unfähigkeit regieren wird, mit Schuldzuweisungen an andere. Natürlich wurde für Oberbayern nach zwei Jahren Vakanz noch immer kein Regionalbeirat bestimmt. Nach zwei Jahren sind Schreiben immer noch unbeantwortet. Ludwig Gambert hat viele Jahre sehr erfolgreich genutzt, seine vielseitige Unfähigkeit zu beweisen, weitere Jahre überschreiten jegliche Belastungsfähigkeit zumindest unseres Vereines.

Die Beitragserhöhung erfolgt ohne jegliche Begründung. Nach eigenen Angaben hat der LV in den letzten beiden Jahren zusammen 13.000 € Gewinn eingefahren. Es ist genug Geld da, um die Fahrtkosten um 65,5% zu steigern und die Aufwendungen für Verpflegung um satte 72%. Warum der BDPh 3,50 zusätzlich haben will, wo doch die meisten Aufwendungen von der Stiftung Philatelie getragen werden, ist nebulös geblieben.

Mein Vorschlag: Austritt aus dem LV. Eine gewaltige Beitragserhöhung und damit verbundene Vereinsaustritte kann ich als derzeitiger Vereinsvorsitzender nicht verantworten.

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Austritt Landesverband / BDPh

Das Votum der Mitglieder war eindeutig:
Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung unseres Vereines am 8.9.09 votierten bei einer Enthaltung 22 Mitglieder für den Austritt und ein Mitglied für den Verbleib.

Damit war das Ergebnis der geheimen Abstimmung wesentlich eindeutiger, als vom Vorstand erwartet. In der regen Diskussion wurden die wichtigsten Punkte, wie Direktmitgliedschaft im BDPh, „Philatelie“, langjährige Untätigkeit des LV-Vorstandes, fehlender Regionalbeirat, Beitragserhöhung etc. angesprochen. Automatisch wird im kommenden Jahr bei den (ehem.) BDPh-Mitgliedern 20 statt 25 Euro abgebucht.

Sicherlich wird unsere klare Entscheidung auch in anderen Vereinen für Gesprächsstoff sorgen, Vorstände aus drei weiteren Vereinen waren anwesend. Zwischenzeitlich ist Landsberg ebenfalls ausgetreten, wiederum nur mit einer Gegenstimme.

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Brucker Herdentrieb?

Wir Brucker Sammler stehen in dem Ruf, sehr Beleglastig zu sein. Schaut man sich in anderen Vereinen um, dann fällt schon auf, dass dort wesentlich mehr Briefmarken getauscht und gehandelt werden. Über die Gründe kann man nur spekulieren, zumindest hat in unserem Verein kaum jemand Tauschalben dabei. Vielleicht liegt es daran, dass man sich frühzeitig auf bestimmte konzentriert und spezialisiert hat. Man sucht nur noch die Spitzen und Besonderheiten.

Oder gibt es sie doch noch, die Dublettenalben, Restbestände, Steckkartenposten und ähnliches? Einfach einmal mitbringen, vielleicht geht ja etwas.

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Tauschtag Landsberg

Realistisch betrachtet war der letztjährige Tauschtag in Landsberg ein Flop. Es waren zwar alle Tische mit Anbietern belegt, doch Interessenten suchte man vergebens. Ohne Werbung geht halt nichts.

Am 8. November 2009 wird es einen neuen Versuch geben. Mit Werbung, in neuen weitläufigen Räumlichkeiten, mit neuem Vorstand. In Kooperation mit mehreren anderen Vereinen, so werden St.Ottilien, Germering und Bruck mitmachen, Schwaben trifft Oberbayern. Nach dem Ausfall von Dachau / Karlsfeld ist es die letzte Möglichkeit zum aus­giebigen Stöbern in diesem Jahr.

Nachtrag: Kurzfristig hat sich Landsberg entschlossen, sogar eine Werbeschau zu veranstalten, es werden in rund 25 Rahmen, hauptsächlich Exponate der Gilde St. Gabriel, gezeigt.

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Unsere Jugendgruppe damals…..

Ralf hat gerade ausgelernt, Reinhold bewirbt sich beim öffentlichen Dienst, Peter dient und Bernhard ist Berufsanfänger. Nesthäkchen Walter geht noch zur Schule und hofft, dass er vom Papa zum Abi einen Opel Kadett bekommt. Alle haben ein gemeinsames Hobby: Briefmarken. Sie treffen sich dienstags im Verein, im Nebenzimmer vom Wienerwald am Marktplatz. Die Herren Wildegger, Gamalski, Kuhn und Gleixner zeigen, wie man richtig sammelt. Händler Schön hat die guten Sachen, zu denen das Taschengeld meist nicht reicht. Dr. Salzmann und Dr. Athenstaedt freuen sich über die aktive Jugend (und kräftige Helfer bei Ausstellungen). Doch so mancher der älteren Herren rümpft die Nase über die „Bildchensammler“, die sogar lachen und scherzen.

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… und heute

Zwar sind wir heute zum Teil Großväter (der andere Teil arbeitet daran), zwar haben wir alle Bäuchlein bekommen, doch in unserem Verein sind wir noch immer die Jugendgruppe. Mit 50+ bzw. 60- sind wir die jüngsten im Verein. Sogar Nesthäkchen Walter geht noch zur Schule, nun allerdings als Lehrer. Aus den Bildchen von damals sind in den gut 30 Jahren richtige Sammlungen geworden, die sich vor denen unserer damaligen Ziehväter nicht verstecken brauchen. Natürlich sind wir ruhiger geworden, doch den Spaß haben wir noch immer.

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Angebote

Was man sieht, und was man sich leisten kann, da liegen leider oft Welten zwischen. Ein paar Posten der letzten Wochen, angeboten von Sammlern:

Israel: Schrott-Gebiet. Doch ab Nr. 1 weit weit überkomplett, alle Tabs, Zwischenstege, Bogenränder, alle Druckplatten. Einmalige Sammlung

Bayern: Schwarze Einser mag ich eigentlich nicht, weil zuviel Tamtam darum gemacht wird. Aber ein kompletter Bogen, der hat etwas.

Großbritannien: komplett bis auf eine relativ billige Marke. Etliche Besonderheiten bis zu 55.000 Pfund Katalogwert, alles in bester Qualität, Dienstmarke Nr. 1 natürlich auch dabei.

Dt.Reich: 60seitiges „Dublettenbuch“ Zusammendrucke, Zwischenstege, Markenheftchen, praktisch nur verschiedene. Vieles im Michel gar nicht aufgeführt. Die Sammlung dazu befindet sich in auf gut 100 Steckkarten.

Man freut sich ehrlich über die tollen Posten, und dann beschäftigt man sich wieder mit dem Machbaren: Habe sehr günstig ein paar DDR-Blocks** bekommen, auf denen der Vorbesitzer mit spitzem hartem Bleistift „Georg“ vermerkt hatte. Nun habe ich die Einzelmarken.

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Qualität

Gute Ware kostet gutes Geld. Mehr als 1/3 Michelwert mag jedoch niemand bezahlen. Doch wer wirklich eine Sammlung aufbauen will, die sich vom üblichen Niveau unterscheidet, der braucht das Glück, gute Exemplare zu finden, und er muss bereit sein, echte Qualität angemessen zu bezahlen. Ein Beispiel Berliner Marken:

RS0903a

Perfekt gestempelt, einwandfrei gezähnt, tiefstgeprüft Schlegel. Eine wirkliche Ausnahmequalität. Da sollte für einen echten Sammler doch das Herz (und der Geldbeutel) aufgehen, doch für 1/3 Michel ist soetwas nicht zu bekommen.

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Brucker Post 15.10.2009

Um 14:25 bin ich auf der Brucker Post. Drei Schalter besetzt, nur eine Kundin vor mir, es sieht eigentlich sehr gut aus. Am Schalter ganz links erledigt eine Kundin ihre Bankgeschäfte. Dann packt sie einen großen Stapel Briefe auf den Tresen. Sie will wissen, ob das wichtig sei, oder ob sie die Briefe als Werbung vernichten kann, schließlich mache sie kein Online-Banking. Am mittleren Schalter wird gerade ein Stromvertrag verkauft. Offensichtlich kommt das nicht sehr häufig vor, der Postler braucht recht lange für die Eingaben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kundin ihre Zählerstände nicht kennt. Ganz rechts geht es wohl um eine Postsendung, die nicht verschickt werden darf, die Stimmung an dem Schalter ist patzig und gereizt.

Zwischendurch kommt ein Mitarbeiter der Postbank-Finanzberatung und verabschiedet sich von dem Schalterpersonal. Dankenswerterweise verzichtet die Stromkundin auf die Vorstellung weiterer Sonderangebote, so dass ich dann doch an den Schalter komme. Die Suche nach dem Einschreiben, das ich abholen will, dauert etwas. Schließlich muss ein ganzer Stapel durchgesehen werden, und natürlich ist das meinige das letzte, was eher unwahrscheinlich wäre, wenn die Einschreiben alphabetisch sortiert wären. Außerdem muss bei der Kollegin ein Storno bezeugt werden.

Auch mir wurde natürlich schnell noch die Vorstellung der derzeitigen Sonderaktionen angeboten, doch angesichts der Schlange, die inzwischen bis in den Vorraum reichte, habe ich dankend verzichtet. Obwohl mich Handyverträge, Versicherungen, Stromverträge, Lotto-Spielgemeinschaften, MP3-Spieler und ähnliches brennend interessiert hätten.

Nur gut, dass ich vormittags das Paket bei Hermes abgegeben hatte. Zwar kein Sonderangebot, aber viel günstiger als bei der Post. Ohne 20 Euro Extra-Gebühr für Sonderbehandlung wegen der Paketschnur (wobei ich mich frage, warum die Post noch immer Paketschnur als Sonderangebot verkauft). Die Aufgabe dieses Paketes hätte bei der Post vermutlich Ewigkeiten in Anspruch genommen.

Nun, die simple Abholung eines Briefes hat insgesamt 23 Minuten gedauert. Früher hat man im Westfernsehen süffisant die Schlangen vor DDR-Geschäften gezeigt. Zumindest bei der gelben Post fühle ich mich sehr wiedervereinigt.

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Zwei Tage Philatelie in Germering

Freitag, 11.9.09 um 16:00 Uhr Aufbau der Rahmen, gut geplant, viele Helfer, Exponate aufgehängt.

Samstag, 12.9.09 um 9:00 Uhr den Brucker Vereinstisch hergerichtet, Ausstellung angeschaut, 10:00 Uhr offizielle Eröffnung, Halle ist gedrängt voll. Gesamte Vorstandschaft Landesverband, Delegation aus französischer Partnerstadt, viele Vereinsabordnungen von Regen über Innsbruck bis Münchner Großraum, viele Pressevertreter, zwei Fernsehteams, etliche interessierte Besucher. Bis 16:00 Uhr so manches Gespräch über die Vorteile einer Vereinsmitgliedschaft geführt. Auffällig: Viele Betrachter der Ausstellung, teils sehr fachkundige Debatten über einzelne Belege.

18 Uhr laut Einladung „Festabend“. In Wirklichkeit ein sehr nettes und gemütliches Beisammensein von etwa 100 Gästen. Erfreulich kurze Reden und viele nette Gespräche.

Sonntag, 13.9..09 ab 9:00 Uhr Tauschtag, noch einige leere Tische, jedoch viele Besucher, ebenso in der Ausstellung und beim Postamt. Laut KFZ-Kennzeichen auf dem Parkplatz ist ganz Bayern vertreten. Selbstbewirtschaftung mit zwei netten Bedienungen, knackigen Würstchen und prima Kuchen. Ab ca. 14 Uhr nachlassende Aktivitäten. Um 16 Uhr Abbau der Ausstellung, sehr schnell wegen vieler Helfer. Erschöpftes Personal.

Fazit:

Die Germeringer Briefmarkenfreunde haben eine wirklich tolle Veranstaltung durchgeführt. Der reibungslose Ablauf lässt darauf schließen, welch gute Vorbereitung im Vorfeld stattgefunden haben muss.

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Mehrwertsteuer

Das Porto ist bei der Deutschen Post teilweise von der Umsatzsteuer befreit, quasi als Gegenleistung für die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen. Mindestens zwei weitere Unternehmen bieten die gleiche Leistung, unterliegen jedoch der Mehrwertsteuer. Das gefällt denen und der EU gar nicht.

Nun hat die Regierung eine ihrer guten Ideen: Private Post bleibt von der Steuer verschont, gewerbliche wird besteuert.

Genau an dieser Stelle endet die gute Idee und beginnt das bürokratische Monster. Man meint nämlich, dass privat und geschäftlich prima trennbar ist, private Sendungen würden mit Briefmarken freigemacht, geschäftliche auf andere Weise.

Wie soll das in der Praxis funktionieren? Unterschiedliche steuerliche Behandlung, wenn Rechtsanwälte, Firmen oder Vereine Freistempler oder Marken verwenden? Halber Steuersatz für Plus-Briefe mit eingedruckter Marke? Porto-Nachweis-Listen fürs Finanzamt? Wiedergeburt der Briefmarke zur Steuerhinterziehung? Verwendung von Zuschlagsmarken auf geschäftlicher Post nur nach Rücksprache beim Steuerberater?

Man darf gespannt sein, wie diese endlose Geschichte weitergeht. Bei den derzeitigen Koalitionsverhandlungen bevorzugt man die volle Steuerpflicht für alle Postdienstleistungen, der Finanzminister erwartet 500 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr.

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Kooperation

Viele Dinge in den Vereinen sind aus eigener Kraft kaum noch zu schaffen. Veranstaltungen wie Tauschtage oder Ausstellungen überfordern die meisten Vereine. Terminabstimmungen, gemeinsame Werbung, gegenseitige Unterstützung sind notwendiger denn je. Erste Schritte dazu sind unternommen, nicht nur in unserer Region. So gibt es einen gemeinsamen Terminkalender für fast ganz Oberbayern und einen regen Austausch zwischen den Vereinen. Neu ist ein gemeinsamer Werbeprospekt von acht Vereinen in der Gegend östlich von München (Landshut, Freising, Dingolfing, Moosburg, Poing, Mühldorf, Erding und Waldkraiburg) mit allen Veranstaltungen im Jahr 2010. Allein die Ersparnis an Druck- und Verteilungskosten ist erheblich und die Interessenten haben ein einziges Faltblatt statt acht Zetteln. Man ist auf bestem Wege.

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Schweres Hobby

Morgens um 4 Uhr Abfahrt nach Kassel. Bequeme Reiselimousine, wenig Verkehr, angenehme Fahrt, exakt 475 km.

In Kassel ist es sehr warm und sehr schwül. Gut 100 dicke Einsteckbücher und ein paar andere Dinge aus einem Keller hochschleppen, und dann hügelabwärts zum Parkplatz. Das Hemd klebt, die Lunge pfeift, alle Knochen, Muskeln und Fettgewebeschichten melden sich eindringlich. Bin ich tatsächlich schon so alt, wie mein Personalausweis behauptet? Habe ich etwa Übergewicht? Egal, noch fünf Mal gehen, dann habe ich es geschafft.

Am späten Nachmittag Rückfahrt. Kasseler Berge und Fulda-Würzburg, die Autobahn ist voll. Viele Urlauber, LKWs und Wohnwagengespanne, an jedem Berg bremsen und anfahren. Längst benutze ich den „S“-Knopf an der Schaltung. Das „S“ bedeutet sportliches Fahren, man kann es auch mit „Spritverbrauch“ übersetzen. Es sind doch bloß gut 100 dicke Einsteckbücher im Kofferraum und auf dem Rücksitz, die der Schwerkraft unterliegen. Hätten Newton und Einstein nicht etwas anderes erfinden können? Und warum muss ich so ein schweres Hobby haben?

Nachts das Auto erschöpft in die Garage gestellt. Trotzdem schlecht geschlafen. Von einem Finanzminister geträumt, der wegen meiner Mineralölsteuer grinst. Und von einer Ehefrau, die morgen gut 100 dicke Einsteckbücher von der Garage in den 1. Stock schleppt.

PS: Alles Flirten und Schmeicheln hat nichts genützt, musste selber schleppen. Ich habe den Verdacht, meine (ansonsten) liebe Ehefrau mag mein Hobby nicht.

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Gartenbauverein

Egal, wen man trifft, alle drücken ihr Bedauern aus, weil sie nicht mehr ganz so häufig zum Tauschabend kommen. Nicht, dass es ihnen in unserem Verein nicht gefallen würde, nein, sie müssen in den Gartenbau-Verein. Ich weiß von denen nur, dass sie gelegentlich eine Pflanzenbörse haben. Aber was macht ansonsten eine Anwesenheit im Gartenbauverein so notwendig? Zeigt man da die prächtigsten Regenwürmer und verfressendsten Schnecken? Begutachtet man die Verrottungsprozesse in Komposthaufen oder debattiert man den idealen Neigungswinkel von Hügelbeeten? Keine Ahnung, vielleicht kann mich gelegentlich mal jemand aufklären, wieso der Gartenbauverein eine ernsthafte Konkurrenz für den besten Verein von allen, nämlich unseren, sein soll.

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Goldmünzen

Der Goldpreis ist stark gestiegen. Nun gibt es zwei Gruppen am Markt: Käufer und Verkäufer. Beide verhalten sich sehr unvernünftig. Die Käufer springen auf den fahrenden Zug auf, spekulieren auf weiter steigende Preise und kaufen um jeden Preis. Sie berücksichtigen in ihrer Jagd auf Profit nicht, dass der Preis auch wieder fallen kann. Die Verkäufer verkaufen alles, was sie haben, um ihre Gewinne zu realisieren, ohne ins Kalkül zu ziehen, dass der Goldpreis weiter steigen könnte. Sinnvoller wäre es, wenn die Käufer in regelmäßigen Abständen für einen fixen Betrag einkaufen würden, um auf einen guten Durchschnittspreis zu kommen, bei niedrigem Preis erhalten sie mehr, in Hochpreisphasen weniger Gold, wichtig ist der Durchschnitt. Und wer vor wenigen Jahren eingekauft hat, dessen Wert hat sich verdoppelt. Es würde also ausreichen, die Hälfte des Bestandes zu verkaufen, um das eingesetzte Kapital wieder zu realisieren. Den Rest der Goldmünzen sollte man behalten, schließlich haben sie quasi ja nichts mehr gekostet. Steigt der Goldpreis weiter, dann steigt der Profit. Fällt er, dann hält sich der Schmerz in Grenzen, eher bietet sich dann die Möglichkeit, günstig nachzukaufen.

Gleiche Regeln gelten übrigens auch für Aktien. Wer sie seinerzeit am „Neuen Markt“ befolgt hat, der hat trotz Platzen der Blase noch gutes Geld verdient, wer von Raffgier getrieben wurde, der hatte große Verluste.

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Randgespräche

Bei vielen Gelegenheiten ergeben sich Gespräche unter Sammlern. Die Themen sind vielfältig, doch lassen sich gewisse Schwerpunkte erkennen:

Horten/Sammeln/Sammlung - Sehr viele haben planlos gehortet und stellen fest, dass der Weg über das Sammeln hin zu einer Sammlung weit und ohne Verein schwierig ist.
Sammelgebiete - Beinahe schüchtern wird gefragt, was man im Verein sammeln darf, man hätte ja nur Tiermotive gesammelt. Man ist erstaunt, dass soetwas eine vollwertige Sammlung ist.

Wert - Sehr viele Gespräche drehen sich um den Wert im weitläufigsten Sinne. Man hat viel Geld auf der Post gelassen, heute ist das Zeug wertlos. Die Marken würden doch alt sein (3. Reich!), schon der Vater habe gesammelt, und nun soll der Wert gering sein?

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Einsteckbücher

Die Produktionsanlagen der Albenhersteller müssen ausgelastet sein, sonst verursachen sie zu hohe Kosten. Doch wohin mit den Alben? Die Zahl der Sammler sinkt. Als Ausweg blieben nur noch erhebliche Preissenkungen. Einsteckbücher namhafter Hersteller mit 60 Seiten werden bereits für knapp 10 Euro angeboten. Dafür bekam man früher nur primitive Alben in ABRIA-Qualität. Bei den günstigen Preisen lohnt es sich nicht, no-name-Produkte zu kaufen, deren Qualität eher dürftig ist. Ob das noch lange so sein wird, bleibt abzuwarten. Eventuell droht auf mittlere Sicht wohl doch eine Marktbereinigung. Die Zahl der Albenhersteller wird sich eher reduzieren.

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Marktbericht

Aboware Bund/Berlin/Ö weiterhin in riesigen Mengen auf dem Markt, nur noch für absolute Spitzen gibt es ein paar Euro, Bund komplett incl. Posthorn liegt inzwischen bei 700 Euro, DDR werden nur noch die ersten drei Jahre bezahlt. Zusammendrucke Dt. Reich preislich sehr stark steigend. Saar (außer OPD-Ausgaben) sehr gesucht

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Dienstmarke statt Briefmarke

Wie den Nachrichten zu entnehmen war, ist der Umsatz im Briefverkehr der Post in den letzten Monaten um 30% gesunken. Der Großversuch mit reduzierten Leistungen, z.B. Wegfall der Postzustellung montags, ist gerade erst abgeschlossen worden. Schon überlegt man, den Service weiter einzuschränken. So könnte die Postzustellung an Subunternehmer vergeben werden. Ohne Mindestlohn.

In Österreich ist man schon weiter. Die Belieferung von Abonnenten wird wohl in Zukunft von Weiden aus erfolgen. Mehr als 1.000 Postler sind zur Polizei gewechselt. Dienstmarke statt Briefmarke, Strafzettel statt Einschreibzettel, Punktekonto statt Girokonto, die Umschulung ist wohl überschaubar.

In Großbritannien ist das alles nicht möglich. Dort wehren sich die Gewerkschaften vehement gegen eine Privatisierung der Post und drohen mit einem erbitterten Streik. Als erste Maßnahme hat die britische Post 30.000 Aushilfen als Streikbrecher eingestellt. Da die Streikenden den Streikbrechern den Zugang zu den Dienstgebäuden verwehren wollen, rechnet die Polizei mit blutigen Auseinandersetzungen.

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Karton-Philatelie

Der Preisverfall im einfachen Phila-Bereich ist enorm. Ungeheure Bestände drücken auf den Markt, auf dem es kaum noch Kunden gibt. Es ist die Zeit der Schnäppchen. Doch es ist auch eine gefährliche Zeit. Schon stapeln sich die Kartons, Alben, Tütchen. Es fehlt einfach die Selbstdisziplin. Angeboten werden Kartons mit Ländersammlungen. Nur ein paar Marken darin rechtfertigen den Kaufpreis. Und schon hat man eine Menge Material für „gelegentliche Durchsicht“. Und schon kommt der nächste Karton, man konnte einfach nicht widerstehen. Ein paar gute Berliner, dazu einige Bund-Zusammendrucke, der Rest wird gebunkert. So stapeln sich die Kartons.

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Armes Bruck

Bereits 1930 wurde eine Umfahrung um Bruck herum geplant, nach 79 Jahren wurde per Bürgerentscheid wieder einmal abgelehnt. Die Stadt­mitte soll weiterhin Verkehrshindernis bleiben. In der guten alten Zeit war das anders. Wegen der maroden Verkehrswege im Landkreis Dachau, speziell zwischen Schwabhausen und Odelzhausen, wurde die Postroute über Bruck geführt. Der Hofstaat bevorzugte auf seinen Reisen die Strecke über Bruck. Damals sorgte die Fam. Weiß für den Straßenunterhalt, heute sitzt sie nicht einmal mehr im Stadtrat. Schon sind die Straßen marode, Hufschmiede ausgestorben, die Perdeschwemme abgerissen. Und der Hofstaat wird in Bruck nicht mehr bejubelt, sondern tritt im Maisacher Bierzelt auf, Und die Postroute: Meist Bruck / Starnberg / Augsburg, die Pferde der Fam. Weiß waren direkter und damit schneller unterwegs.

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Offener Brief

Sehr geehrte Frau xy,

heute wende ich mich direkt an Sie. Das ist zwar sonst nicht meine Art, außerdem bin ich Vereinsvorsitzender und nicht Eheberater, doch ich muss eine Ausnahme machen: Ihr Gatte hat das Paradies gesehen. Anlässlich der Taufe Ihrer Enkelin waren Sie in Bayern, und Ihr Gatte nutzte die Gelegenheit zu einem Besuch im „Café Albert“. Ach, Sie hätten Ihren Gatten sehen sollen, in Kisten und Kartons wühlend, mit Freunden debattierend, Stapel mit Belegen auf dem Bäuchlein durchsehend, das Sammlerglück in den Augen. Wir möchten Sie, liebe Frau xy davon überzeugen, dass Sie ein äußerst süßes Enkelkind haben, das sich bestimmt sehr über häufige Besuche der Großeltern freut, und wenn dann der Opi einen kleinen Abstecher machen dürfte......

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Jahresabschluss

Die gute Nachricht zum Schluss: Auch in diesem Jahr, am

Samstag, 21.11.2009 um 18:30 Uhr

werden wir uns wieder auf der Lände treffen. Zu gutem Essen und netten Gesprächen. Wie üblich bitten wir wegen eventueller Damengaben um Anmeldung. Wir freuen uns schon auf die so verständnisvollen Damen.

Die dazugehörige Auktion ist am 10. November, bitte Taschen- und Schwarzgeld nicht vergessen! Und ohne Spenden geht nichts.

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Terminkalender

08.11.2009: Tauschtag/Ausstellung Landsberg
10.11.2009: Sonderauktion zugunsten Feier
21.11.2009 18:30 Uhr: Jahresabschlussfeier

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Internet

27.10.2009: 47.637 Besucher mit 97.365 Seitenaufrufen.
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